Mittwoch, 20. Juni 2018

Salvinis erste Salve

Die neue Regierung Italiens arbeitet zunächst mal ihre vordersten Wahlversprechen ab. Da wurden gleich mal die Häfen für Schiffe der Rettungs-Organisationen dicht gemacht. Gestern dann ordnete Salvini einen Zensus an, der ausschließlich die Roma betrifft. Ein rassistischer Probelauf?

Die Roma oder Sinti sind zweifelsfrei ein Kultur-Volk, das seine Wurzeln im indischen Punjab-Tal hatte. Im Zuge der türkischen Feldzüge bis Mittel-Europa kamen sie während des 14. Jahrhunderts.als Soldaten in unsere Breiten Die gefürchteten Janitscharen waren versklavte Punjabi, die den blutigen Weg nach Westen nutzten, um im Balkan der Sklaverei zu entkommen. Mit ihrem indogenen Aussehen wecktem sie Misstrauen, die in Vorurteile umschlugen. Das verhinderte, dass sie sesshaft wurden und in der Folge "herumzigeunern" mussten.

Die meisten Fotos von Sinti und Roma
bedienen Klischee-Vorstellungen
Wo immer sie vermeintlich bleiben durften, wurden sie ausgenutzt, wie einst in der Sklaverei. Sie waren meist nicht mehr als Handlanger. Aber durch die strenge Sippen-Struktur, handwerkliche Fähigkeiten und Kenntnisse in der Heilkunst,  konnten sie  doch gewissen Wohlstand erwerben. Der führte natürlich auch wieder zu Vorurteilen und Verdächtigungen. Und dieses Denken hält trotz aller humanistischen Bestrebungen und Aufklärung über die Historie bis heute an. In jedem von uns hat es sich verankert.

Zwar gab es allenthalben Versuche sie in den diversen Ländern zur Assimilation, Integration und Sessshaftigkeit zu bewegen. Aber die heimliche Diskriminierung obsiegte, auch wenn Roma durch Gesetze heute stärker geschützt sind.

Der Lega-Führer  Salvini hat im Wahlkampf die Flüchtlings-Frage mit den Vorurteilen gegenüber den Sinti und Roma verknüpft. Ob aber die angeführten Trickdieb-Familien, die in den Großstädten mit Kinderscharen über Touristen herfallen, tatsächlich Zigeuner sind, ist fraglich. Strafunmündige Kinder einzusetzen, wird auch Banden aus dem gesamten Balkan unterstellt.

Das beflügelt natürlich auch die Phantasie um die rumänischen "Wurfkinder" hier in Ligurien. Sie werden der Legende nach von Erwachsenen zu offenen Fenstern hoch geschleudert, um von da leise mit Betäubungsgas bewaffnet in Räumlichkeiten nach Wertsachen zu suchen oder gar duch Öffnen von Innen die "schweren" Jungs rein zu lassen..

In den Bald zwei Jahrzehnten die wir auf der Burg leben,  hat es vier ernsthafte Versuche gegeben einzubrechen. Nur einer davon war erfolgreich. Die zwei italienischen Gauner wurden dann aber  in der Nachbar-Gemeinde geschnappt.

Trump macht Schule: Salivini und sein
Italiener zuerst
Aber Salvinis erste Salve gilt ja der kleinsten Minderheit im Lande nur strategisch, um den nächsten Zensus anzuordnen. Dann vielleicht die Schwarzen, die als Flüchtlinge oder Asylanten über die Meere kamen um - wenn das dann alles vom denkenden Volk ohne Murren begleitet wird,- auch entsprechend Gesetze zu erlassen.


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