Kurz bevor wir München verlassen haben, kam ich auf die Idee, meinen viel zu dicht behängten Kleiderschrank von all den verbliebenen Übergrößen aus meiner Obelix-Zeit zu befreien. Ich schaffte zwei große Säcke zum Container. Darunter viel Neuwertiges bei dem ich zweimal hin und her überlegte, bevor ich mir sicher war, nie wieder die Kontrolle über mein Gewicht zu verlieren. Das habe ich nun 36 Monate gehalten.
Als wir dann in Richtung Italien unterwegs waren, fiel mir wieder ein, dass ich Dasselbe ja vor meinem Unfall in Italien vorgehabt hatte. - Nur in umgekehrter Dimension. Ich hatte alles, in das ich wohl nie wieder hinein schrumpfen würde, dort ebenfalls in zwei Müllsäcke verstaut, aber dann wegen meines Sturzes versäumt, es in die Altkleider-Sammlung zu bringen.
Sie stünden also fest verschlossen seit 24 Monaten in der Cantina. Mal sehen, in was ich da nun wieder hineinpassen würde...
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| Quelle: vectesy Der Kleiderschrank als Zeit-Maschine geht leider nur retro |
Da meine Frau und ich unsere Reisetaschen immer erst später ausladen, weil ja die Erstversorgung zunächst hinauf geschleppt werden muss. nahm ich bei erster Gelegenheit die beiden Säcke mit hoch. Nun lebe ich seit fast zwei Wochen aus meiner eigenen Altkleider-Sammlung, und es ist noch kein Ende abzusehen.
Ich bin ja kein Saulus, der zum Paulus wird, deshalb erinnerte ich mich sofort an all die Posts, die ich hier schon zum Mode- und Kleidersammel-Wahn verfasst habe. Was hat mich nur geritten, eine derartige Menge von Polo- und T-Shirts anzuhäufen und wieso mussten es derart viele Sommer-Jeans und Hemden sein?
Gleich auf diese Frage folgte die eher Praxis orientierte Erörterung, weshalb wir Männer diesen Wahn überhaupt mitmachen, obwohl sich ja an unseren Freizeit-Outfits eigentlich nichts wesentlich ändert. Da ich nie Polohemden mit auffälligen Logos oder gar "Sinnsprüchen" getragen habe, sind diese teilweise fabrikneuen, zeitneutralen Hemden aus dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts quasi aktuell. Als ich umgezogen in einem gelben Polo-Hemd und gelben Shorts auf die Piazza trat, sagten die Nachbarn unisono: "Bravo Claus! Sempre in alta moda!"
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| Mit 30 Kilo weniger zwar nicht wie neu geboren, aber immerhin nicht im Schlotter-Look |
Da ich nie und in keinster Weise mit Shorts hinunter ins Tal ginge, freue ich mich aktuell über Jeans, die den Vergleich zu aktuellen Schnitten auch nicht zu scheuen brauchen. Und sollten wir tatsächlich noch einmal schick zum Cena eingeladen werden, habe ich aus meiner eleganten Zeit einen klassischen blauen Blazer mit Goldknöpfen und passender, gelber Gabardine-Hose. Die waren damals sogar noch Maß-Konfektion!
Was braucht ein alter Mann noch an Mode, wenn er im Sommer nur Jeans und T-Shirts trägt? Hier oben läuft sowieso jeder herum, als käme er gerade aus den Oliven...

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