Freitag, 21. August 2026

Zwischen Feindseligkeit und Besorgnis

Quelle: YUMPU
Gestern stieg der kleine Burggeist Mariella  von den Zinnen zu mir auf die Piazza herab und äußerte Besorgnis über einen Artikel, den "La Repubblica" über den Zustand Deutschlands unter der Regierung Merz veröffentlicht hat. Sowohl Mariella, als auch "La Repubblica" sind wie auch ich eher linksliberal ausgerichtet.

Als ehemaliger Schreiberling weiß ich, dass nichts leichter ist, als von außen über das zu schreiben, was hinter dem Zaun passiert. Dass das dann immer nur in abtrahierender Form zusammengefasst werden kann, was man gerade sieht, muss einleuchten. Obwohl ich ein scharfer Gegner der Schwarzroten Koalition bin, habe ich mich in alter Sorgsamkeit und um Neutralität bemüht,  mit meinem Speisekarten-Italienisch durch diverse, aktuelle Quellen gescrolt.

Was wurde thematisiert und wieso gerade jetzt?
Meloni und Merz sind im Clinch wegen des neuen, seit Juni geltenden EU-Migrationsrechts. Merz will die bereits bei der Ankunft in Italien erfassten und nach Deutschland durchgereisten Asylanten nun wieder zurück auf Anfang schicken. Meloni hat mit ihrer rechtsfaschistischen Regierung natürlich den Willen, sie nicht nur nicht aufzunehmen sondern das erneut aufkommende Thema Migration aus dem Tagesgeschäft heraus zu halten.

Quelle:Governo Italiano
Bloß nicht vom Größenverhältnis täuschen lassen!

Nicht erst seit Jahresbeginn bemüht sich der italienische Bankenschlucker-Krake UniCredit, die Commerzbank feindlich zu übernehmen. Das Ziel ist, an deren einflussreiches Geschäftsfeld mit dem Deutschen Mittelstand zu gelangen. Das darf uns nicht kalt lassen und ist ein Vorgehen, welches bereits ein Prüfstein für die EU und deren Wunsch nach entsprechender Banken-Regulierung ist. Auch Kanzler Merz hat schon angedeutet, dass sich seine Administration trotz klammer Kassen - dann nicht regelkonform - finanziell einmischen werde.

Quelle: SRF

Und dann das noch: Die marode im Erneuerungs-Prozess befindliche Deutsche Bahn muss sich mit der nach EU-Recht  statthaften Absicht der privaten italienischen Bahngesellschaft Italo auseinandersetzen, auf den deutschen Hochgeschwindigkeitsstrecken mit eigenen Zügen in den Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Deren Pläne sind so weit fortgeschitten, dass Italo den Betrieb ab April 2028 aufnehmen wlll. Die Deutsche Bahn pocht auf ihre Eigentumsrechte an den Speed-Strecken, befindet sich aber in einer Zwickmühle, weil sie gleichzeitig mit der Staatsbahn Trenitalia und der ÖBB an grenzüberschreitenden Verbindungen bastelt.

Quelle: Bayrischer Rundfunk
Mit Ferrari-Design in Höchstgeschwindigkeit durch Deutschland brausen
Es geht wie immer um viel Geld und nochmehr Profit!

Ganz schön "balico balaco" wie der Altportugiese zu einem ungewissen Ausgang zu sagen pflegte: Da lohnt  sich schon die Stimmungsmache, mit  großzügigen PR-Etats.  Die "Deutsche Situation" noch schauderöser darzustellen als sie ohnehin schon ist, kann aber wohl auch von den italienischen Verhältnissen nur kurz ablenken.

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