Mittwoch, 19. August 2026

Dobrinds Discodrohnen-Dilemma

Es ist bisweilen völlige verrückt, was das Gehirn in Dauer-Lauspülung für Ideen produziert. Dieser Tage kam mein Enkel von einem Ferragosto-Markt mit einer in allen Farben blinkenden Drohne zurück. Die erforderte Training im Umgang, weil die Steuer-Konsole sehr fein reagiert. Im Esszimmer drohte sie, Porzellan und "Stehrümchen" zu zerschlagen, wehalb der junge Pilot mit seinem bös heulenden Fluggerät zu weiteren Tests auf die Piazza verbannt wurde. Die ersten Abstürze brachten das blinkende Teil doppelt in Gefahr, weil neben mechanischen Schäden auch der Jagdtrieb des Familienhundes Chewy geweckt wurde. So schnell konnte die Drohne gar nicht starten, dass er sie nicht attakierte, wenn sie im Tiefflug in seine Nähe kam und er sie zum Absturz brachte. Ein Schnapp, und das neue Spielzeug wäre schon Schrott gewesen.

Inzwischen ist mein Enkel zu einem versierten Drohnen-Piloten geworden. Er landet punktgenau auf Tischen und Mauern und lässt die Drohne Loopings und Rollen vollführen.

Quelle: MOZ.de
"Da könnte doch der Dobrindt seinen dringend avisierten Drohnenführer-Nachwuchs schon in der Schule rekrutieren", schlich sich der Gedanke in mein ausgetrocknetes Hirn und generierte folgende Szene:

Fotos: Claaus Deutelmoser
Ein völlig zerfledderter Dobrindt mit schief hängender Designer-Brille steht beim Spahn in der Tür. Der Ex-Fraktionschef hat eine weiße Schürze an und hält eine Baby-Flasche zur Temperatur-Prüfung an seine rosig erhitzte Wange:

"Wie siehst Du denn aus?", fragt der Christdemokrat den Christlichsozialen.

"Ich war in den Parlaments-Ferien kurz in Italien. Die sind schon viel weiter als wir. Da trainieren die Kids schon fleißig an Drohnen!"

"Aber das ist doch kein Grund für ein derart abgerissenes Aussehen", gab der immer glatt gebügelte Jungvater zu Bedenken.

"Ich habe die Idee, jeden Oberschüler gratis mit so einer Discodrohne auszurüsten, damit wir sie leichter für den Ernstfall vorbereiten. Das wollte ich noch in der Sommerpause bei einer sofort angekündigten Presse-Konferenz verkünden. Aber ein Haufen Parlamentarier aus allen Fraktionen, eifersüchtige Streber und ideenlose Schweinehunde, haben mich von jeder Kamera und allen Mikrophonen fortgerissen, ehe ich meine Super-Idee publik machen konnte."

"Ja, und was soll ich dazu sagen? Ich muss meinem Sohn Georg jetzt sein Fläschchen geben, sonst springt der Funke wieder nicht über."

"Du glaubst doch nicht, dass ich mich durch so eine Horde Dünnbrettbohrer, die von innerer Sicherheit keine Ahnung haben, von meinem Vorhaben abbringen lasse? Ich bin hier, weil Du als Masken-Jens ja schon Erfahrungen mit so großen ministeriellen Material-Bestllungen gemacht hast. Du sollst mir mit Deiner Expertise auch bei der Kalkulation helfen, wo ich die Milliarden im Haushalt noch unterbringe!"

"Komm mir bloß nicht mit Haushalt!", stöhnt da der gehetzt Wirkende und schlägt seinem Freund Alexander die Tür vor der Nase zu...

Quelle: Satire deluxe WDR5
Alexander, der Herr der inneren
Sinnfinsternis, in der Hauptrolle von: "The total Eclypse of the Brain"


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