Mittwoch, 26. August 2026

Kopf gegen Kraft

Quelle: heilkraft.online

Nach der langen Hitze-Periode habe ich erheblich an Kraft eingebüßt. Das geht mir ziemlich auf den Geist! Und da trösten mich auch die Bekundungen meiner Nachbarn nicht, die sagen es ginge ihnen auch so. Die sind nämlich alle - bis auf den römischen Hotelier mit seiner jungen Freundin - erheblich älter als ich. Zwar bin ich mit 77 älter geworden als mein vor über zwanzig Jahren verstorbener, bester Freund. Aber der hat mit mir bis 75 noch jedes Senioren-Doppel im Tennis gewonnen, bei dem es auch um Alters-Wetten ging. Was haben wir für gemeinsame Träume gehabt, was, wie und wann wir noch alles anstellen würden. Wieso haben wir uns das alt Werden so glamourös vorgestellt, und haben Krebs und andere Malaissen wie dumme Kraftprotze ausgeklammert?

Quelle: Wikipedia
Arnold Schwarzenegger 79:
Selbst ein einst Eisen pumpender
Hollywood-Actionheld
musste nach einer Herz OP
kürzer treten
Ich will Euch ja mit meiner ewigen Bezugnahme auf das Altern beim Lesen meiner Posts nicht verprellen. Nur möchte ich Euch daran erinnern, dass der Kraft-Tank quasi übernacht auf Reserve läuft, und dann heißt es spritssparend und niedrigtourig weiter zu machen. Damit habe ich viel zu spät angefangen, weil meine Kraft mir ein Leben lang immer mehr zumutete, als mein Kopf steuern konnte. Ein fast gleichalriger Orthopäde und Segelkamerad, den ich nun auch schon überlebt habe, hat mich einst mit einem tollen Spruch gewarnt: Wer immer unter vollen Segeln in den Sturm steuert, muss jederzeit damit rechnen, dass die Wanten bersten!

Wenn einen die Kraft verlässt, muss man - so lange der noch funktioniert - den Kopf einsetzen.

Quelle: Facebook

Kürzlich schrieb mir eine Leserin der ersten Stunde und fragte mich, ob ich denn jemals läse, was ich genau vor einem Jahr geschrieben habe. Tatsächlich lese ich zurück liegende Texte nur, wenn sie in der Statistik auffällig oft angeklickt werden. Ansonsten vermeide ich es noch aus Angst, um der Weissagung von Friedrich Nietzsche nicht zu erliegen,. Meistens erfreue ich mich nämlich nicht an ihnen, sondern ärgere mich über meine alten Texte: Weniger über Tippfehler, Rechtschreibung und Interpunktion, aber über Fehlinterpretationen oder Bezugsfehler aus meiner damaligen Perspektive. Es gibt keine ärgere Last als eine Veröffentlichung.
"Wat schert misch min dumm Jeschwätz von jestern", meinte einst der pfiffige Altkanzler Konrad Adenauer. Aber der ließ ja auch schreiben.
Quelle: Aus seiner Biographie
Konrad Adenauer 1867 - 1967

Am schlimmsten finde ich  - mit gewissen Abstand - dann aber meine Nabelschau-Texte wie den heutigen! Wer wird schon gerne selbst an seine Seelen-Blähungen erinnert?...

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