Mittwoch, 5. August 2026

Von der Fülle des Augenblicks

Für einen späteren Moment im Jahr - wenn ich mich mal wieder über unsere Bank aufrege, die Filiale um Filiale schließt, aber durch feindliche Übernahmen ein  renommiertes europäisches Geldinstitut nach dem anderen schlucken will - hat die fürsorglichste aller meiner Ehefrauen zum daran Erinnern heimlich dieses Foto gemacht.

Den Weg zu dieser Bank schaffe ich sogar barfuß, und der üppige Oleander, der so schön und auch so tödlich giftig sein kann, streut mir sogar noch Blüten, obwohl ich nichts weiter als Gedanken auf ihr Konto einbringe.

Denn darum geht es mir heute bei diesem Post. Keine Bange! Ich will nicht bei Horaz und seinem carpe diem nassauern, obwohl die Ur-Übersetzung mit "pflücke den Tag" gut zu unserer normaler Weise blühenden Piazza passte,  - würde sie nicht auch so unter Hitze und Trockenheit leiden.

Ein Vierteljahrhundert genieße ich nun diese Minuten bei meinem Morgen-Cappuccino. Nur scheinbar hat sich dabei nichts geändert. Aber der Anschein trügt, denn mit jedem Moment des veränderten Denkens wird in diesem Geviert eine andere Perspektive geöffnet.
Als ich noch mein Fischerboot hatte und auch so fit war, dass ich mit dem Rennrad  hier die Pässe rundum befuhr, konnte ich morgens gar nicht früh genug aufbrechen. Die Barca da Pesca  ist längst verkauft. Das Rennrad wartet immer noch darauf, dass  die Sportskanone, die mein Schwiegersohn ist, es aus der Cantina holt und dereinst den fabelhaften Radfernwanderweg an unserer Küste entlang düst. Den erlebte ich nur auf spektakulären Teilstücken, weil er damals noch nicht so durchgängig war wie heute. Vielleicht kommt dann auch mein bis dato noch eher unsportlicher Enkel auf den Geschmack.

Weil ich eben viele Dinge nicht mehr kann, die mich einst prägten, musste ich lernen, umzudenken. Und damit bin ich alter Schwafler endlich beim Thema:
Gleiche Kulisse, aber verändertes Denken füllt Augenblicke mit jeder Menge positiver Überraschungen. An diesem Morgen war es der Wettlauf zwischen der gleißend aufgehenden Sonne mit dem  verblassend untergehenden Mond, die auf ihrem Weg nach Westen gleichzeitig im Azur zu sehen waren.

Und was macht der Schweizer Käse, zu dem mein löchriges Hirn langsam wird? Es reflektiert dazu einen alten Schlager von Connie Froboess:

Quelle: Wikipedia
Lady Sunshine und Mister Moon

Können gar nichts dagegen tun
Dass sie am Himmel sich niemals trafen
Denn wenn er aufsteht, dann geht sie schlafen

Lady Sunshine und Mister Moon
Können gar nichts dagegen tun
Wenn sie auch träumen von einem Märchen
Ein Pärchen werden sie nie
Da sind wir beide besser dran

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen