Mittwoch, 16. September 2026

Quatsch keine Opern!

Quelle: Bei Amazon auf Lager
Machte in duesen Buch den Spruch
 aus der Berliner Gosse literarisch:
Erich Kästner 1899 - 1974
Mein Vater und sein älterer Bruder schnitten mir gern das Wort ab, wenn ich als Kind drauflos plapperte. Die wiederum werden das preußisch militärische Kommando wohl oft von ihrem Vater zu hören bekommen haben. Der war ein hoher Militär und diente später dem ersten Deutschen Reichstag als Pressesprecher.
Jetzt ist dieser Spruch "Quatsch keine Opern" so unbekannt, dass er von der KI ursprünglich nur noch in Zusammenhang mit Büchern von Erich Kästner und Erich Maria Remarque in die 1930er Jahre verortet wird. Er muss aber viel älter sein. Denn er war mir auch dadurch geläufig, dass die hochgebildeten und Hochdeutsch zelebrierenden Männer der Familie immer nur ins prollige Berlinern ihre Kindheit wechselten, wenn sie sich über zu langes Rumgerede ärgerten.
Quelle: Wikpedia

Für mich war diese Redensart deshalb immer mit der Oper als  sehr langatmige Kunstform verbunden. Das hat sich auch im Alter nur unwesentlich verändert. Ich ordne meine zu wenig ausgeprägte Musikalität als "natürlich empfänglich" ein, und obwohl ich meinen von anderen als schön eingeordnetem Bariton nur einmal in einem öffentlichen Auftritt bei Schuberts "Ein Wintermärchen" erklingen ließ, kann ich weder vom Blatt singen, noch Partituren lesen. Bei mir funktionierte nur "singing by listening" mit Hilfe einer ebenfalls längst aus der Tontechnik verschwundenen CD von Hermann Prey.

Quelle: Wikpedia
Hermann Prey 1828 - 1998
Deshalb bin ich immer wieder überrascht, wenn die ehemalige Gesangslehrerin von der anderen Seite der Piazza meine Familie und mich hier beim gelegentlichen Zusammensitzen zum Singen auffordert.
Quelle: Rest Less
Singing by Listening geht ja
heute so viel leichter

Merkt Ihr etwas? Wenn ich diesen Post bis hierhin laut vorläse, hieße es bestimmt auch wieder:"Quatsch keine Opern!". Komm endlich zum Punkt!

Gut! Es geht ja ums Abschweifen. Oft schon wurde ja von mir an dieser Stelle das akustische Phänomen rund um die Piazza beschrieben, Die mehr oder weniger lustigen Witwen von Castello, le vedove, habe ich ja auch schon bisweilen thematisiert. Worauf ich hinaus will, wird mir hoffentlich nicht als frauenfeindlich ausgelegt:

Im Alter bin ich zwar ein besserer Zuhörer aber eher ein in mich gekehrter Maulfauler geworden. Das, was ich zu sagen hätte, schreibe ich lieber. Da ich bei offenem Fenster morgens viel länger im Bett liege als die meisten Damen dieses Borgos, erlebe ich an bestimmten Tagen gewissermaßen eine Art Volks-Oper.

Die Ouvertüre bestreitet die Nanna von der oberen Piazza. Die einst Verstoßene und spät wieder in Gnaden aufgenommene, kommt in meinen Posts als "Rete Castello" - als örtlicher Radiosender - vor. Sie weiß alles, kennt alle und hört sowie verbreitet neueste Nachrichten und Gerüchte. Vom rücksichtsvoll lautlos rückwärts von oben heran rollenden Müllmann, dessen morgendliche Fahrt (pünktlich um sechs) sie am liebsten dreimal die Woche mit ihrem an die Pusaunen von Jericho erinnernden Stakkato-Stimme begleitet, kann sie die jedenfalls nicht bekommen. Er begleitet ihren Schwall höchstens durch unrhythmisches, tiefes Grunzen.
Kaum ist der fluchtartig (?) wieder nach oben durchgestartet, beginnt der erste Akt durch lautes und herrisches Rufen nach der kleinen Person mit der blousigen Altstimme. Marcella, Marcellaaa Maarcellllaaaaa!!! Oben von den Zinnen wird mit sotto voce ein wenig mürrisch fragend geantwortet. Das untermalt die minutenlang an- und abschwellende Solo-Arie der Cassandra unten höchst dezent. Die Piazza erschallt bald im Crescendo, wenn meine Frau mit ihrem Speisekarten-Italienisch durch die offene Küchentür ins Duett einfällt. Ein im Mezzosopran überschwänglich vorgetragener Morgengruß.  Dem Libretto ist vorher schon schwer zu folgen. Es wird gänzlich unverständlich, wenn Nanna dann nach dramatischer Pause auch noch verstärkt durch drei Gewölbe im Salzburger Jedermann-Stil nach iherem streunenden Kater ruft.

In der ersten Pause setze ich mich etwas derangiert an den Schreibisch und weiß wieder mal nicht, was ich schreiben soll. Aber schon bald treten treppauf treppab, die ausländisch besetzten Nebenrollen durch die diversen Torbögen auf. Ergänzt durch den Belcanto der ehemalig bunteste Jogginganzüge tragenden Femme fatale. Jede einzelne erkenne ich mittlerweile an der Modulation in ihren Stimmlagen. Und verstehen kann ich nun auch, worum es jeweils in der Handlung geht. Dabei wird deutlich, dass die Parts der Alleinstehenden immer deutlich länger ausfallen als bei den Damen, die zuhause noch jemanden warten haben. Dann fällt nach dem Absingen diverser Speisefolgen zum Pranzo endlich der Vorhang. Siesta, Stille, nur noch das leise Summen der Insekten.

Also da erinnere ich mich dann doch noch an das, was ich Euch eigentlich schreiben wollte: Wieso mich nämlich einzelne Schnipsel aus Opern doch immer wieder antörnen oder stark in besondere Stimmungen bringen:

Quelle: CINEMATOGRAFO
Die Szene in Werner Herzogs Mato-Grosso-Movie-Oper Fitzcarraldo beispielsweise. Claudia Cardinale und Klaus Kinski lauschen auf dem Oberdeck des Amazonas-Raddampfers dem kratzigen Grammophon aus dem eine Arie von Caruso ertönt.
Quelle: Mahler Foundation
1873 -1927


Oder Wagners "Ritt der Wallküren" beim Napalm-Angriff in "Apocalypse now" von Francis Ford Copalla.

Auch  Pavarotti, wie er in seiner Rolle des Films "Geliebter Giorgio" quasi sich selber spielt und seine einzigartige Interpretation von "Nessun Dorma" aus der Oper Turandot von Giacomo Puccini erklingen lässt.
Quelle:IMDb
Auch wegen Pavarotti als
Schauspieler immer noch sehenswert:
Gelibter Giorgio aus dem Jahr 1982

Aber daran ist auch zu erkennen, dass ich  mehr Cineast bin,  also einer, der sein Sitzfleisch lieber für Filme strapaziert als für feierliche Opern..

Montag, 14. September 2026

Was die Welt macht, wenn eine Weltmacht macht, was sie will

Die Frage, was passiert, wenn Trump seine Ankündigung, die US-Truppen auf europäischem Boden zu reduzieren, tatsächlich umsetzt, treibt nicht nur Deutschland um sondern auch Italien. Beide Nationen und auch Japan waren ja nach der Niederlage der sogenannten "Achse" im Zweiten Weltkrieg erheblich von den Segnungen der wirtschaftsstarken Sieger- und dann als Schutzmacht fungierenden USA abhängig.
Quelle: Il Sole 24 ORE
No significa no!
Non servere a nulla
le carezze
Sie hat nein gesagt. Da hilft
auch das Tätscheln eines
gerne sexuell Übergriffigen nicht.
Seither hängt zwischen 
beiden der "Haussegen" schief

Man kann ja zwar die nicht mehr als Scharmützel zu beschreibenden Kriege, in die Trump die USA verwickelt hat, noch an einer Hand abzählen. Aber was passiert, wenn die anderen Supermächte die deutliche, militärische Schwächung der Vereinigen Staaten als globale Schutzmacht bald ausnützen könnten?
Gerade an diesem Wochenende fand ja in Neu-Dehli der BRICS-Gipfel statt, bei dem Modi unter anderen Xi und Putin empfing. Da wird das weltpolitische Zickzack und die Unberechenbarkeit der USA hinter den Kulissen gewiss ein Hauptthema gewesen sein. Denn, dass Xi sieben Jahre nach dem Himalaya- Konflikt zwischen Indien und China persönlich teilnahm und dabei auch Putin - den Mitbegründer von BRICS - traf, muss schon als Warnsignal für den Westen verstanden werden. Die elf Mitgliedsländer des "Globalen Südens" verkörpern mittlerweile 50 Prozent der Weltbevölkerung mit teils gigantischem Wirtschaftswachstum. Sie sind zwar noch auf vielen Gebieten unterschiedlicher Meinung, aber immerhin haben sie sich zu einer gemeinschaftlichen Abschlusserklärung durchgerungen. Allerdings ist deren Inhalt wohl nach Einschätzung von Beobachtern eher wischiwaschi.

Quelle: Wikipedia
Auf der aktuellen Übersicht der 11 BRICS-Nationen
wird nur zu deutlich, welche Dimensionen
die EU der globalen Zukunft entgegen zu setzen hat

Dennoch kann die EU als größter gemeinsamer Handelsblock der Welt wohl nicht mehr lange dagegen halten. Allein flächenmäßig ist die EU auch mit dem noch nicht vollstädig umgesetzten Mercosur-Abkommen  ein "Schrumpf-Germane" im Bezug auf die globale Belegung der Flächen. Dazu  kommt, dass nicht wenige der BRICS-Mitglieder immer noch Traumata aus der Kolonial-Zeit zu überwinden haben.

Genau in dieser Zeit ist ein POTUS, der nur das eigene Wirken unter dem Label MAGA auf dem Schirm hat und ein derartiger Kriegstreiber ist, auch zu einer Gefahr für Europas Einheit geworden. 

Was bedeutete ein Abzug oder eine Reduziereung der Truppen in Europa neben der akuten Sicherheitsfrage? Für Deutschland wäre ein Teilabzug der US-Truppen in erster Linie ein volkswirtschaftlicher Schaden. Annähernd 40.000 Militärs mit etwa 25.000 Famillien-Angehörigen sind als Verbraucher ein Binnenmarkt-Faktor. Dazu verlören teilweise etwa 12.000 zivile Angestellte ihren Job, was eine zusätzliche Belastung für den ohnehin schon angeschlagenen Arbeitsmarkt w#re. 
Italien träfe es weit weniger. Nicht nur, weil gerademal 13.000 US-Soldaten dort stationiert sind, sondern weil vor allem die "Schnellen Eingreiftruppen" der Airforce und der Marine im Krisenfall auch für den mediterranen Raum, Arabien und Nordafrika bereitgehalten werden müssen.

Bei Beginn des Iran-Kriegs untersagte Meloni
den Start der US-Kampfjets
von ihrer Basis in Sizilien

Da der Französische Präsident Charles de Gaulle 1966 mit seinem Militär aus der NATO austrat, sind in Frankreich seit 1967  keine US-Truppen mehr stantoniert. Italien und Deutschland wären in der "Allianz der Willigen" aber mit Frankreich und Großbrittannien n wegen ihres Militärpotrnzials das zentrale Ziel bei einem von wem auch immer gegen die NATO ausgeführten Angriff. Eine von Putin je nach Standort und Waffentyp abgefeuerte Hyperschall-Rakete bräuchte zwischen neun und 20 Minuten bis zu ihrem Einschlag in Paris. Bei so einer Perspektive wären nicht nur die NATO sondern aauch Trumps Drohgebärden "obsolet"!

Quelle: Blick
Mehr als bloße Drohung Putins:
Wenn eine Hyperschall-Rakete mit atomarem Sprengkopf
von einem Kriegsschiff abgefeuert wird, kann die Zeit zur
Abwehr möglicherweise nicht reichen

Freitag, 11. September 2026

Vom Verdrängen verheerendster Verbrechen

Gemälde: Claus Deutelmoser, beide Öl auf Leinwand
Eine Insel der Glückseligkeit, die man sich im Geiste schafft,
um der Schrecken Herr zu werden könnte leicht zu einem isolierten Denken führen

Schon jetzt dürfte feststehen, dass das Jahr 2026 - generell betrachtet - das schlimmste der Geschichte wird. Ich bin zu jung, aber ich denke, selbst in den Tagen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es Regionen, in denen man von den "Weltnachrichten" noch vieles durch Konzentrieren auf regionales Leben ausklammeern konnte.

Obwohl meine Frau den neuen Fernseher, den wir hier haben, bislang nicht einmal angeschaltet hat, plagt sie ein schlechtes Gewissen wegen unseres Wohlergehens. Sie macht auch das Verdrängen ganz geschickt, indem sie mich beim Frühstück nach den wichtigsten Vorkommnissen fragt. Instinktiv folgt sie durch das Verdrängen der schlechten Nachrichten  dem Rat, den viele Psychologen derzeit den Menschen geben, damit ihre Angst  nicht überhand nimmt.

Obwohl ich gezielt keine schlechte Nachricht auslasse, gehöre ich wohl zu den 30 Prozent, denen die Forscher eine angeborene Widerstandskraft besccheinigen, die sie Resilienz nennen. Ich denke aber eher, dass ich durch das Überstehen früherer Gefahrenssituationen sowie das gleichzeitige Verkraften meiner schweren Sturzverletzungen und dem operativ entfernten Krebs, nur keine persönliche Angst mehr vor dem Tod  habe. Aber der halte ich zwar hilflos eine unermessliche Wut auf die Verursacher schlechter Nachrichten entgegen. Was haben die in kürzester Zeit aus dieser wundereschönen Welt gemacht, die ich in vielen Jahrzehnten friedlich bereisen durfte!

Als ich dieses Bild von der "Letzten Frucht am Baum der Erkenntnis" malte,
war die Apokalypse nur ein Schemen. Jetzt scheint sie - eben von der Menschheit
und nicht von den apokalyptischen Reitern ausgelöst - immer näher zu kommen
Gegen diese Wut finde ich einfach keine Mittel. Also beherrschen mich tagsüber gewaltbereite Gedanken, die ich bei meiner Gebrechlichkeit ja gar nicht rauslassen könnte. Und das macht mich bisweilen noch wütender. Da wäre die zynische Frage, die überhaupt nicht zu meinem Wesen und meiner Einstellung zu jeglicher Gewaltanwendung passt:  Wo bleiben die Attentäter, wenn sie gebraucht werden?
Also scheint es um meine Resilienz wohl doch nicht so gut bestellt zu sein. Was ich dann auch in meinen durch Albträume erschütterten Nächte erfahre. Posttraumatische Belastungsstörungen im Alltag sind schwer zu erkennen, aber werden bei noch Aktiven auch gern mit Burnout umschrieben. Also burnt mich Tatenloser wohl allein der Zustand der Welt und meine ohmächtige Hilflosigkeit out?

Im Gegensatz zu den Wissenschaftlern bin ich jedoch überzeugt: Das Wesen kann auf Dauer nicht im Verdrängen odeer Ignorieren genesen! Denn wäre es so, hätten all die Machtmenschen, die unseren Frieden mutwillig aus niederen Instinkten und durch Narrative stören, ja nie mehr Widerstand zu befürchten. Aber klar - auch das Sakrifizium zum Wohle des Ganzen bedarf eines besonderen Menschenschlages. Menschen, die qua Befehl nicht gezwungen werden, sich zu opfern wie etwa Soldaten. Und da hakt es bei mir nämlich auch wieder. Ich wäre eben - ehrlich gesagt - keiner von den Opferbereiten. Da fehlt es mir einfach an Resilienz!

Ich lasse mal unkommentiert, was ich hier auf meine verzweifelte Anfrage zu meinem persönlichen Umgang mit schlechten Nachrichten an Empfehlungen von  der KI zu lesen bekam:

Wie schützt man bei dieser
Flut schlechter Nachrichten
seinen Verstand?

In einer Zeit, in der uns schlechte Nachrichten im Minutentakt erreichen, ist es völlig verständlich, wenn sich das überfordernd oder lähmend anfühlt. Um Ihre psychische Gesundheit zu schützen, müssen Sie den Informationsfluss aktiv steuern!
Hier sind die wirksamsten Strategien, wie Sie Ihren Verstand vor einer Nachrichtenüberflutung schützen:
1. Konsum radikal einschränken
  • Feste Zeiten setzen: Bestimmen Sie ein oder zwei feste Zeitfenster pro Tag (z. B. 15 Minuten morgens und nachmittags), um sich zu informieren.
  • Keine Nachrichten vor dem Schlafen: Konsumieren Sie mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine News mehr, um Ihren Schlaf nicht zu gefährden.
  • Push-Benachrichtigungen ausschalten: Deaktivieren Sie Eilmeldungen auf Ihrem Smartphone. Sie entscheiden, wann Sie bereit für Nachrichten sind – nicht die App.
2. Doomscrolling stoppen
Quelle: SFR3

  • Bewusstsein schärfen: Ertappen Sie sich dabei, wie Sie endlos durch negative Schlagzeilen scrollen (sogenanntes „Doomscrolling“).
  • Technische Barrieren nutzen: Setzen Sie sich über Ihr Smartphone ein tägliches Zeitlimit für Social-Media- und News-Apps.
  • Die App wechseln: Sobald Sie merken, dass die Angst steigt, legen Sie das Handy weg oder wechseln Sie zu Inhalten, die Sie entspannen.
3. Fokus auf Constructive Journalism (Konstruktiver Journalismus)
  • Lösungsorientierte Medien wählen: Konsumieren Sie gezielt Medien, die nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch Lösungen und Fortschritte beleuchten (z. B. Good News, Perspective Daily oder das Squirrel News Magazin).
  • Fakten statt Spekulationen: Halten Sie sich an sachliche, fundierte Qualitätsmedien und meiden Sie reißerische Boulevardmedien oder Kommentarspalten in sozialen Netzwerken.
4. Den eigenen Kontrollbereich stärken
  • Fokus auf das Machbare: Schlechte Weltnachrichten betreffen oft Dinge, die Sie persönlich nicht sofort ändern können. Das erzeugt Ohnmacht.
  • Im Kleinen handeln: Lenken Sie Ihre Energie auf Ihr direktes Umfeld. Helfen Sie in der Nachbarschaft, engagieren Sie sich ehrenamtlich oder widmen Sie sich einem kreativen Projekt. Das gibt Ihnen das Gefühl von Selbstwirksamkeit zurück.
5. Radikale Psychohygiene betreiben
  • Digital Detox: Legen Sie regelmäßige Tage ein, an denen Sie komplett auf Nachrichten und soziale Medien verzichten (z. B. am Wochenende).
  • Ausgleich schaffen: Bewegen Sie sich in der Natur, lesen Sie Bücher, hören Sie Musik oder treffen Sie Freunde, um Ihr Nervensystem bewusst zu beruhigen.
Wenn Sie möchten, können wir das Thema vertiefen. Lassen Sie mich wissen:
Nein vielen Dank liebe KI!
Mir fehlt es doch - so hoffe ich - noch lange nicht an natürlicher Intelligenz! 

Mittwoch, 9. September 2026

Una Passeggiata di Nervi

Quelle: Visit Genua
 Die  Passeggiata di Nervi heißt eigentlich Passeggiata Anita Garribaldi und ist ein wunderesamer etwa zwei Kilometer langer Weg überm Meer durch Genuas Stadtteil Nervi. https://www.youtube.com/watch?v=N0510CFD_DM Auch wurde er berühmt durch ein klassisches genueser Volkslied.https://www.youtube.com/watch?v=BP978PHuwOM 
Wenn man die im Volksmund gebräuchliche Version übersetzt, ergäbe sich aber auch eine Doppeldeutigkeit:
 Ein Spaziergang der an den Nerven zehrt...

Der ist uns hier bei unserem letzten Ausflug in die Stadt und ans Meer widerfahren, bei dem wir uns aus eigener Schuld wie Dorf-Deppen vorkamen. Es war brütend heiß, und eigentlich wollten wir nur kurz auf unserem gewohnten Platz parken, damit meine Frau in der Chiesa Gianni Batista ein paar Kerzen zum Wohle der Familie entzünden und ich frischgemachte Pasta und unsererr spezielle Teesorte kaufen konnte.

Aber schon am Parcometro rächte es sich, dass wir normalerweise unser Auto in der gebührenfreien Mittagszeit abstellen, aber durch die Malaissen der letzten Jahre auch selten die Burg verlassen haben.
Es gibt neue Apparate: Erst muss man soviel Geld einwerfen, bis man die gewünschte Stellzeit auf dem Display sieht, aber dann werden auch noch das Kennzeichen und die Nationalität abgefragt, bis man dann den Parkschein ausgedruckt bekommt. Nur steht der Automat derart schlecht im grellen Licht, dass meine Frau nicht erkennen konnte, ob sie sich nicht vertippt hatte. Ausgerechnet ein Deutsches Touristen-Pärchen mit besseren Augen und entsprechender Routine musste uns assistieren. Sonst stünden wir heute noch da.

Quelle: Orari Messe
San Giovanni Batista
im Zentrum Oneglias
Und wofür das ganze? Der beste Patisseur der Stadt war chiuso per ferie, und der Teeladen hatte nur seinen Barbetrieb auf der Piazza offen. Wenigstens scheint das mit dem Entzünden der Kerzen geholfen zu haben. Die Restfamilie machte sich jedenfallas putzmunter im Family-Chat über uns lustig.

Dabei war unsere kleine Odyssee noch gar nicht zuende gewesen. Weil unser Enkel ab nächster Woche ins Gymnasium geht. wollte die Fürsorglichste ihm zumindest eine Ansichtskarte schicken. Sie fetzte also von einigen Andenkenläden zu einer Papeterie. Ansichtskarten? Aussichtslos! Und lustige Schulanfangs-Karten gab es gleich gar nicht!

Eine Verkäuferin gab ihr vorsichtig zu verstehen, dass ja heute Handys sogar Programme für Selfies mit Schmuckmotive vor jeweils eingepassten Sightseeing-Hintergrund hätten. Und die kämen wenigstens in Sekundenschnelle beim Empfängenr an. Wer bräuchten da noch Ansichtskarten bei der Zuverlässigkeit der Poste Italiane? Es gäbe höchstens noch spezielle Läden für ältere Leute die Ansichtkarten sammeln, aber nicht in Oneglia.

Dass wir kandymäßig trotz modernster Ausstattung wohl Neanderthaler sind, erfuhren wir dann noch einmal eine halben Stunde später, als es Zeit zum Essen war. Wir wollten undebedingt die schick neu gestaltete Strandbar im Ortsteil Prino ausprobieren, von der alle so geschwärmt hatten, Niemand  hat uns beim Schwärmen aber gewarnt, dass die Verkehrsführung am Lungomare dort völlig verändert wurde: Nur noch Einbahnstraße aus der anderen Richtung, und trotzdem alle Parkplätze weg. Eine verzwickte Zufahrt, die den Besuch wohl eher vermeiden als fördern soll.

Bar Tapas Prino
Apopros Smartphones: Endlich in der Bar angekommen, gab es dort keine ausgedruckte Speisekarte mehr, sondern eine Pappe mit  QR-Code fürs Menü. Den konnten wir trotz wechselseitger Bemühungen aber nicht aktivieren. Verärgert knallte uns einer vom Srvice sein eigenes Handy hin, als wir erneut nach Gedrucktem verllangten.

Nichts wie weg zu unserer Stamm-Trattoria in Riva Ligure! Die belohnte uns nicht nur durch die malerischer Küstenfahrt sondern hat seit drei Jahren - neben der Tafel mit den Tages-Spezialitäten - die selbe Karte mit unveränderten Preisen!!! Sowie auch Personal, das einen - wenn auch selten - als Stammgäste wahrnimmt.

Was für ein Trost für uns Widergänger aus verflossenen Zeiten!

Foto: Claus Deutelmoser
Trattoria degli Amici
Riva Ligure


Montag, 7. September 2026

Italiens rätselhafte Rekord-Regierung

Quelle: TAG24
Ob schwarz ob braun - sie küsst auch gern alle Fraun!
Aber dass sie mit der Oppositionsführerin,
der Sozialdemokratin Elly Schlein, knutscht,
ist ein böser KI-generierter Fake der
Satire-Sendung "Grande Flagello"  und  TAG24
Gerade weil sich hier wie von selbst ein Bezug zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ergibt, habe ich das Thema meines heutigen Posts wie geplant belasssen:

 Als Giorgia Meloni 2022 in Amt und Würden die Eurpäische Bühne betrat, kam mir sofort die Song-Zeile aus den 1960ern in den Sinn: "You're just an Angel in Disguise" (Interpretin Brenda Lee). Du bist einfach hur ein verkleideter Engel!
Heute nach beinahe vier Jahren als Ministerpräsidentin Italiens hat sie tatsäächlich einen Regierungs-Rekord aufgestellt. Nie zuvor hat eine Italienische Regierung ohne personellen Umbau so lange regiert wie die teilweise gesischert neofaschistisch agierende Meloni-Mannschaft.

Mein Leben lang habe ich starke Frauen nicht nur bewundert, sondern auch intensiv studiert. Bisweilen hatte ich sogar das Privileg, ihre Stärke nutzen und einsetzen zu dürfen. Deshalb hier ein Versuch der Annäherung an eine mächtige Frau, die ich nur aus dem Fernsehen und von diversen bewusst selektierten Standfotos der Presse kenne:

Quelle: sueddeutsche.de
Kein liebend Paar
versprüht hier den
Charme einer Zwewck-Ehe
Wie alle kleinen aber hochintelligenten Frauen nutzt sie den Größenunterschied zu Männern mit Macht aus, um sie mit ihrer Niedlichkeit zu bezirzen. Küsschen hier, Baci da: Die Führer Europas müssen sich quasi automatisch zu ihr runter beugen. Wenn sie ihre großen Augen nach oben aufschlägt, werden selbst dem Papst die Knie weich. Zudem ist sie wohl die derzeit am besten angezogenste Politikerin, und macht Italien als Mode-Land alle Ehre.
Quelle: Vatican News
Ob Leo der Giorgia auf den Rückengeschaut hat,
um nach den braunen Flügelchen zu gucken?

Man muss Dialektik nicht studiert haben, um heraauszufinden, was sie mit ihrem Redestil zwischen Marktweib-Maschinengewehr und Oberlehrerinnen-Mahnungen erreichen will. Sie stellt die Stimme des Volkes dar, und dazu gehört auch das Handy als gelegentlicher Spickzettel anstelle des Teleprompters. Sie redet oft unverblümt und frei, als diskutierte sie mitten auf. einem italienischen Markt mit anders Denkenden. 
https://www.youtube.com/watch?v=o-3-lN3bA9w

Sie stellt ihren Kurs immer ein, indem sie ihre Segel nach der Windrichtung ausrichtet, das festigt vor allem ihre Stellung in Europa und selbst in der "Allianz der Willigen", Wäre sie nicht der verkleidete Engel mit den braunen Flügeln auf dem Rücken, möchte man meinen, sie merkelt Europa. Doch im Gegensatz zur Alt-Kanzlerin ist ihre Politik nur so opportunistisch, um davon abzulenken, dass sie in Italiens Innerem mit mussolinischen Hebeln ein verändertes Denken von einer nationalen Größe erzeugen will.
Italien mag sich zwar nicht für die Fußball-WM qualifiziert haben, aber seit Meloni die Macht hat, ist beispielsweise der Italienische Spitzensport in der Breite so erfolgreich wie lange nicht mehr.

Meloni nutzt Europa da, wo es ihrem Land Vorteile bringt. Vor allem wenn es um Subventionen für Italiens minderbemittelte Landstriche geht. So soll - um nur ein kleines Beispiel zu nennen, das unseren Borgo beträfe - mit EU-Subventionen endlich die Konsortiums-Straße, die zum oberen Dorfrand führt für den öffentlichen Verkehr so sicher ausgebaut werden, dass alle Bewohner sie nutzen können. Überall hier an der Küste haben die Investitionen in den Tourismus deutlich angezogen.

Quelle: BILD.de
Mal Baci Baci, mal Vaffanculo:
Merz, Meloni und die Migrations-Frage
Bislang hat Meloni es auch geschafft die Koalition aus ihren Fratelli, der Lega und der Forza als harmonisch erscheinen zu lassen. Hier ein Zitat aus den ARD-Tagesthemen:
Doch das, was die einen Realpolitik nennen, sehen andere als gefährlichen Drahtseilakt. Meloni balanciert an mehreren Fronten gleichzeitig: Sei es innerhalb ihrer rechten Regierungskoalition, wo es regelmäßig zwischen der rechtspopulistischen Lega von Matteo Salvini und der konservativen Forza Italia zu Konflikten kommt.
Quelle: La Stampa

Zitat zu diesem Bild aus der als liberal konservativ geltenden La Stampa:
Die dunklen Machenschaften der P2, die Mafia und die Familie Tilgher-
in ständigem Wandel begriffen - führen zu Melonia













Sollte man also Angst davor haben, dass die kleine Blondine im Moment der einzig charismatische Kerl in dem von Regierunschefs dominierten Europas ist? Unbedingt!

Je länger Giorgia Meloni Italien regiert, desto besser funktioniert ihr Undercover-Umbau der Italienischen Gesellschaft. Für sich betrachtet wäre das bei den unterschiedlichen Volks-Charakteren auf dem Stiefel nicht bedrohlich. Aber was, wenn sie plötzlich auch für die immer stärker werdenden Front National, Reform UK und AfD  als einzig bereits Regierende die Leitstern-Politik macht?

Freitag, 4. September 2026

Wenn der Chat zum "Schätzchen" wird

Als Mann des geschriebenen Wortes habe ich mich nie des gesprochenen verwehrt. Aber ich bemerke doch, wie das Geschriebene immer mehr ins Hintertreffen gerät, weil Sprechen einfach schneller geht und durch immer neue Computer-Programme und Apps noch animiert wird.

Mein persönlicher
Eindruck:
spielerisch witzig
Als vor kurzem meine Tochter samt Familie auf der Burg war, hörte ich sie von allen Stockwerken plötzlich italienische Sätze sprachen. Sie hatten sich eigens für den Aufenthalt hier ein Lernprogramm auf ihre Smartphones geladen, das die Komposition ganzer Sätze in einer Art Quizz verlangt. War die Anwort dann richtig, brauchten sie das dann phonetische umgesetzte Resultat nur noch nachzusprechen. Ich bekam es für "Fortgeschrittene" auch heruntergeladen. Ob ich es dann in der Winterpause verwende, weiß ich noch nicht, denn:
Ich hasse es, mit meinem oder anderen Computern zu sprechen!

Quelle: Pexels
Mein geplagtes Eheweib kann ein Lied über meine Wutausbrüche singen, wenn ich daheim in München wieder einmal beim Einfordern einer früher mühelos gewährten Service-Leistung an das Frage- und Anwortspiel eines Computers gerate. Obwohl mein neuer Laptop mit Mikro und Kamera ausgestattet ist, fiele es mir nicht im Traum ein, mit dieser schwarzen Zigarrenkiste ein Wort zu wechseln. Da bin ich wohl aus der Zeit gefallen. Selbst wenn ich dann meine Tochter bewundere, wenn sie zu einer Diskussion über den argentinischen Tango im Vergleich zu dem Uruguays durch einfache Anfrage bei ihrer Alexa die passenden Tonbeispiele sofort abrufen kann. - Und damit dann auch noch recht bekommt!

Kürzlich las ich, dass immer mehr User lieber ihre intimsten Probleme mit ChatGPT besprechen, weil ihnen ein verlässlicher und vertrauensvoller Gesprächspartner fehlt. Da wird ja der Isolation der Seelen ein Vorschub geleistet, dem kaum einer dann noch entrinnen kann. Wenn der Chat ein "Schätzchen" ersetzen muss, was wird dann aus der Menschheit? Ist ein digitales Fortpflanzungsprogramm etwa zur Begrenzung der Überbevölkerung schon in Arbei?

Quelle: Public Domain Pictures
"Zur Sache Schätzchen"
bald nur noch am Bildschirm?

Wenn alle ausgestorben sind, dann jedenfalls dereinst nicht das ehemalige Söder-Land. Denn in Bayern läuft gerade ein Porjekt, das KI Bayrisch beibringen soll. Da weist die Künstliche Intelligenz nämlich noch eindeutige Defizite auf. Es werden also zum Angewöhnen hochdeutsche Sätze ins Urbayrische umgesetzt.

Als zweisprachig aufgewachsener "Saupreiß" plagt mich da sofort die Erinnerung an meine in München-Ramersdorf geborene und aufgewachsene Test-Redakteurin. Die war nämlich mit einem verheiratet, der zeitlebens in München-Aubing wohnte.
Nur zwei Beispiele ihres immerwährenden Mundart-Streites:

Um Steine. Er: d'Stoa. Sie: Stoana.
Um Sterne: d'Stern. Sie: Steana.
Und wie wäre dann erst der Steuerprüfer aus Niederbayern, der einmal mein Prüfergebnis mit seinem Chiemgauer Vorgesetzten am Telefon erörterte, im KI-Modus intoniert worden..?

https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/kuenstliche-intelligenz-dialekt-bayrisch-100.html