Als wir uns vor mehr als 25 Jahren entschieden hatten, nicht in seine Nähe an den Atlantik zu zeiehen, kam mein bester Freund mit seiner Sippe ím darauf folgenden Sommer auf die Burg, um zu schauen, wo wir gelandet waren - und was letzlich den Ausschlag gegeben hätte.
Beim Frühstück fiel er, der im Bordelaise ja das Gourmet-Paradis um sich hatte, kaum zu bremsen über unsere Tomaten her. Immer wieder rief er, dass allein wegen der Tomaten unsere Entscheidung für Ligurien die richtige gewesen sei.
Lang, lang ist es her, inzwischen kann jeder der einen geeigneten Garten hat, ja das Saatgut für seine Lieblingssorten regional abgestimmt per Internet kaufen. Das führte gewissermaßen zu einer Hitliste. Laut KI sind das die fünf Beliebtesten für den eigenen Anbau:
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| Quelle: Wurzelwerk |
Die süße Cocktailtomate Zuckertraube, die aromatische Cherrytomate Black Cherry, die klassische Flaschentomate San Marzano, die große Fleischtomate Ochsenherz und die wüchsige Wildtomate Johannisbeertomate. Diese Sorten bieten eine tolle Mischung aus Geschmack, Ertrag und Verwendung.
Gerade die Cocktail-Tomaten und die im kommeerrziellen Anbau so ertragreichen anderen Rispen-Sorten haben aber dazu geführt, dass diese eigentliche Vielfalt gewissermaßen unter den Ladentisch fällt. Auf alle Kontinente verteilt wächst die Tomate in mehr als 10 000 Sorten. Nur 4000 davon sind allerdings offiziell erfasst. Im Supermarkt - selbst hier in Italien führte das dazu, dass die Haltbaren und die leicht in Plastikschalen zu verpackenden Sorten derart überhand nehmen, dass wir dort schon seit einiger Zeit keine Pomodori mehr kaufen.
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| Quelle: Brigitte |
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| Quelle: METRO Die Marinda |
Kamen wir schon im Frühjahr her, war auf die Marinda-Frühtomate aus Sizilien immer Verlass.
Parallel zu den Korona-Jahren grif in Ligurien jedoch la grande siccitá immer länger und trockener um sich. Tomaten brauchen einfach viel Wasser und auch eine gelegentliche Abkühlung.
Die Verzweiflung wurde im Super-Supermarkt noch größer, da gab es zwar ein Tomaten-Tohuwabohu das manierlich aussah und wo die Teile auch noch keine Stellen aufwiesen, aber die Sorten sahen nicht nur künstlich aus, sie schmeckten - wenn überhaupt - wie gesäuerte Zellulose. Meine Frau packte dann tatsächlich einen Plastikbehälter mit Rispen-Tomaten als kleineres Übel in den Warenkorb. Die erinnerten im Geschmack noch am ehesten an früher.
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| Quelle: Karaut & Rüben |
Bei der Rückfahrt durch den Silberwald der Olivenbäume sahen wir auch, wie die bei der Ankunft noch straff in den Himmel gestreckten Äste ihre Zweige schon hängen ließen. Bis Ende des Monats soll es immer noch nicht Regnen. Dann könnte es in wenigen Jahrzehnten schon eine Wasser-Migraation in Europa geben.
Siehe meinen nächsten Post. Die Wasser-Migration.






















