Irgendwie haben die Mafia-Legenden bei uns Deutschen unterschwellig zu der Ansicht geführt, dass die Italiener sich auch untereinander abzocken. Wie in den beiden vergangenen Jahren mache ich gleich zu Beginn des Briefeschreibens immer in Stichproben so eine Art Regal-Check mit unserem persönlichen Warenkorb - sowohl im Supermarkt als auch bei unsrem Lieblings-Bäcker. Um es vorweg zu sagen: Im Gegensatz zu den Lebensmittel-Filialisten in Deutschland, die aus jeder Verknüpfung mit dem Zustand der Welt gleich ihre Preise steigen lassen, um sie dann nicht zurück zu nehmen, scheinen die Lieferketten in Italien und die Weltlage keinen besonderen Einfluss auf die Preisgestaltung zu haben. So betrug die Inflationsrate hier im Juni leicht rückläufig 3,0 Prozent. Beim Bedarf fürs Leben spüren wir hingegen seit zwei Jahren mehr oder weniger Gleichstand. Das heißt, aktuell leben wir hier gerade günstiger als daheim.
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| Rustiche |
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| Focaccia |
Dazu sechs Focaccie unterschiedlich mit Schinken, Zwiebeln oder Tomaten samt Oliven belegt. Und für den Nachtisch-Espresso nahm ich ein Pfund sortierte vom Meister selbst kreierte und variierende Keks-Spezialitäten mit. Das alles für 23 Euro.
Leider kenne ich eben nur Münchner Preise: Eine Bäckersemmel von Qualität ist in unserem Viertel selten unter einem Euro zu bekommen, In der Größe vergleichsbare Pizzastücke vom Blech kosten durchschnittlich je nach Belag drei Euro, und wenn von Meisterhand gebackene Kekse im Spiel sind, wird für sie ein Stückpreis bezahlt.
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| Biscotti aus unserm Tal-Ort Pontedassio |
Eins zu Null für Italien.
Die Supermarkt-Bilanz fällt hingegen gemischt aus: Seit zwei Jahren unverändert der Preis für unsere Lieblings-Marken bei Whisky, Gin, Wodka und Tequila. Sie liegen im Schnitt aber um zwei bis drei Euro unter unseren Supermärkten in Deutschland. Es sei denn, die machen immer wieder mal Lockvogel-Angebote. Solche gibt es für harte Sachen in Italien selten. Umso mehr für italienische Weine. Da lohnen sich "Offerte", denn generell haben die Weine wie auch in Deutschland unabhängig von ihrer Qualität empfindlich angezogen.
Bei den heimatlichen Erzeugern von Agrar-Produkten scheint es jedoch keine Lieferketten-Einflüsse zu geben. Milch und Eier, sowie die heimischen Käse-Sorten sind genauso günstiger wie die Schinken und Salami, die hier erzeugt werden. Allerdings müssen wir für die Butter nach Deutschem Gusto beinahe doppelt soviel bezahlen wie in der Heimat der Butterberge. Überhaupt scheinen mir marktabhängig Preise sowohl nach oben als auch nach unten schneller an die Verbraucher weiter gegeben zu werden als bei den Deutschen Supermärkten. Bei Parma- oder San Daniele-Schinken bringt so eine Marktbeobachtung gerne mal bis zu minus zehn Prozent.
Wie kaufen hier Fleisch, das wir immer weniger konsumieren, ausschließlich bei einem namhaften Spezialisten, der seine Qualität natürlich teuer zu Markte trägt. Der liegt mit dem Metzger daheim, schräg gegenüber vom Glashaus, in etwa gleich auf. Dennoch sind seine Spezialitäten oft günstiger, in jedem Fall aber besser als die verschweißten Teile bei dem in Sichtweite liegenden Super-Super-Mercado.
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| Quelle: Imperia |
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| Quelle: riviera time Die Umstrukturierung hat so gut wie nichts zu seiner Übersichtlichkeit beigetragen. Bei den aktuellen Temperaturen ein achter Saunagang |
Mehr als in Deutschland bei heimischen Produkten kommt es im Bereich der rein italienischen Lebensmittel zu unerklärlichen Schwankungen. Das könnte Wetter oder Nachfrage bedingt sein. Letztere wird aber weniger durch Produkte weltweit bedient. Noch immer kurios: Es gibt so gut wie keine Spezialitäten aus dem nahe gelegenen Frankreich...
Unterm Strich ist das für mich ein Unentschieden.
Also Null zu Null!





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