Eigentlich sind Überschriften mit einem Fragzeichen hinten dran verpönt. Der Leser erwartet ja Antworten und keine Mutmaßungen. Sorry, ich habe noch keine Antwort auf die Frage, in welchem Zusammenhang lang erwartete Verkäufe und großzügige Renovierungen hier im Borgo im Zusammenhang mit den Krisen in den Tälern stehen könnten.
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| Quelle: Imperiapost.it |
Dass sich die Doppel-Gemeinde unter uns enorm umstrukturiert, habe ich ja schon vor ein paar Tagen thematisiert. Es gibt diverse Leerstände, aber es überwiegt der Eindruck Oneglia und Porto Marizio befänden sich in einer Phase des "Aufchiquens". Als bereite man sich auf eine andere Käufer- und Bevölkerungsschicht vor. Vielleicht exilierende Amerikaner, Russen und Ukrainer? Die Quadratmeter-Preise für Immobilien im Tal schwanken je nach Lage zwischen vier- und über 6.000 Euro. Parziell wären das schon Deutsche Großstadtpreise. Für italienische Mittelschichtler ist eigener Immobilienbesitz in ihrer Heimatstadt eigentlich unerschwinglich geworden. Gut, dass es da vowiel alten Besitz gibt. Aber was weiß denn ich schon von Märkten?
Ich sehe ja nur, was momentan hier oben los ist. Und nicht alle können sich so eine umfassende Umstrukturierung ihrer Anwesen leisten, wie sie unseere Schweizer Freundin mit ihrem Lebensgefährten realisiert hat. Bei dem, was mir beim Herumstreifen aufgefallen ist, sind bei den kleineren historischen Bestands-Immobilien vor allem Italiener - manche sogar mit schulpflichtigen Kindern - eingestiegen.
Nach über 20 Jahren ist das Haus an der Stirnseite unserer Piazza hinter der Fontana und jeseits der Gasse wohl an ein Ehepaar mit Tochter verkauft worden. Wohlwissend, was da für Renovierungskosten zusammen kommen. Auch das als unverkäuflich geltende Hexenhäuschen unseres verstorbenen Gegenübers, dem Lockführer mit dem Trauma-Erlebnis, ist für 40.000 Euro an eine Holländerin mit erwachsenem Musiker-Sohn gegangen. Die ehemalige Remissa an unserer östlichen Hauswand soll nun als schickes Maisonetten-Appartement vom Sohn des Eigentümers bezogen werden. Zudem haben einige zugezogene Singles unter Berücksichtigung des strengen Denkmalschutz tolle Renovierungsarbeiten an alten Gemäuern geleistet. Kaum auszudenken, was diese Verjüngung der Residenten in den nächsteen Jahren aus unserem alten Wehrdorf machen könnte.
Bei der Frage der Motivation kann ich aber nur mutmaßen.
Bei den Ausländern scheint es die alte Sehnsucht nach den Italienischen Momenten zu sein, denn wegen des anderen Klimas muss man ja heute nicht mehr in den Süden ziehen, und näher gelegene Meere und Seen sind immer noch von der Wassertemperaur kühler und von Fauna und Flora auch gesünder als das überheizte Mittelmeer. Bei den jungen Italienern könnte es jdoch ein Rechen-Exempel sein, das langfristig aufginge. Selbst wenn die Spritpreise so hoch bleiben, kann man für den Preisunterschied zwieschen Tal- und Berg-Immobilien ein Berufsleben lang pendeln...
P.S. Aus Gründen des gebotenen Datenschutzes kann ich keine Bilder der Objekte zu diesem Post einstellen. Deshalb habe ich nur die allgemeine Schönheit des Borgos mit neutralen Fotos dokumentiert.

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