Montag, 31. August 2026

Die wundersamen Wege der Ameisen


Von der Hitze übermannt, war mir sofort eines Klar: Das ist kein Ameisen-Jahr! Während ich mit hängendem Kopf meinen Schweißtropfen folgte, die quasi auf den Kieselsteinen der Piazza sofort verdampften, sah ich nur ein einziges Exemplar einer wohl orientierungslosen Rossameise. Diesseits des weißen Farbstrichs, der zum Gulli leitet, verläuft normalerweise die Autostrada delle Formiche. Bei deren Überwachung lernte ich doch in der Vrgangenheit, dass selbst Verkehrsplaner sich von den Stauvermeidungs-Strategien der Ameisen etwas abgucken konnten.
Quelle: Wikipedia
Die braunschwarze Rossameide
Ja und jetzt nur dieser einzelne Trottel-Späher, der sogar größere Steine erklomm, um sich einen Überblick zu verschaffen? Wenn sie ansonste zu Hunderten,  beim vierspurigen Hin und Her zur Orientierung 
das gar nicht brauchen, weil sie einfach nur dem Hinterteil der Vorder-Ameise folgen müssen, und Geister-Ameisen, die von der rückwärts führenden Straße abkommen könnten, eben wegen des schwarmintelligenten Verkehrsverhaltens eben niemals passieren können.
Aber wo sind sie denn alle hin bei der Trockenheit? Sind sie runter zum Impero oder hiauf zu den Laghetti, um wenigsten einen Tropfen Wasser aufzuspüren?
Foto: Claus Deutelmoser
Die fürsorglichste Blumengießerin weiß schoon,
wieso sie ihre Beine zum Überbrücken der
Ameisen-Autobahn hochlegt

Die fürsorglichst aller meiner Ehefrauen, wusste natürlich Antwort:
"Die haben es sich in meiner Hortensie gemütlich gemacht, weil sie natürlich genau gewusst haben, dass die täglich gegossen wird. Aber leider war die dann von ihren Untermietern derart ausgelaugt, dass i
ch sie zum Biomüll bringen musste. War wohl so eine Art Zwangsumzug für deine Freunde." Letzteres begleitete eine Art sardonisches Lächeln.

Quelle: Wikipedia
Die zugewanderte Pharao-Ameise
ist in Südeuropa Gesundheitspolizei,
kann aber bei kleinsten Speiseresten
in Wohnräumen zu einer echten Plage werden
Da musste die Strafe einfach auf den Fuß folgen: Ein paar Tage später war ich mit dem Kochen dran. Es gab gebratene Rippchen mit Pommes Dauphinées. Die Rippchen waren auf einem Styropor-Tablett eineschweißt gewesen, was meine immer zum Aufräumen angetriebene Holde, sofort getrennt im Plastik-Müllsack entsorgte. Wir waren gerade mit unserem Abendessen auf der Piazza fertig, da kam ihr spitzer Aufschrei aus der Küche. Mit panischer Mine stürmte sie samt noch offenem Müllsack heraus und zeigte mir, was in knapp einer Stunde geschehen war: Die vermutlich nach dem toten Feisch riechende Plastikverpackung war von mehreren hundert kleiner, rotschimmernder Ameisen bevölkert...

Wo kamen sie her, wer hat sie informiert und wo hatten sie sich zuvor versteckt, um so schnell zu operieren? - In einem bis dato Anti-Ameisen-Jahr und unserem anscheinend von Ameisen verschonten Haus?

Quelle: Wikipedia
Man muss sich schon auf die Lauer legen
und sie dann verfolgen, um mal einen
Eingang zu einem Erdnest zu finden










Ich habe in diesem Zusammenhang der KI einmal diese Frage gestellt:
Was kkönnen wir von den Ameisen lernen?


Hier für Interessierte eine Zusammenfassung:

Einfache Regeln statt Bürokratie: Ameisen brauchen keine komplizierten Pläne. Sie reagieren flexibel auf chemische Signale (Pheromone) und die Interaktion mit ihren Nachbarn. Im Management zeigt das: Manchmal gehen Menschen Probleme „zu schlau“ an, statt auf einfache, bewährte Abläufe und klare Kommunikation zu setzen.

Kein Egoismus: Im Ameisenstaat zählt ausschließlich das Wohl der Gemeinschaft. Jede Ameise übernimmt genau die Aufgabe (Futterbeschaffung, Nestbau, Verteidigung), die gerade nötig ist – ohne Statussymbole oder Hierarchiekämpfe

Präventives "Social Distancing": Droht eine Infektion im Nest (z. B. durch Pilzsporen), passen Ameisen blitzschnell ihr Netzwerk an. Die Sammlerinnen, die sich draußen bewegen, meiden den Kontakt zu den inneren Cliquen und der Königin, um die Brut zu schützen

Natürliche Impfung: Ameisen betreiben gegenseitige Körperpflege. Hilft eine Ameise einer infizierten Artgenossin beim Putzen, nimmt sie bewusst Kleinstmengen des Erregers auf. Dies kurbelt ihr eigenes Immunsystem an – ein Prinzip ähnlich unserer Schutzimpfung

Niemals Stau: Ameisenstraßen funktionieren absolut reibungslos. Sobald es voll wird, passen die Tiere ihre Geschwindigkeit an oder weichen perfekt koordiniert aus. Mathematiker und Logistiker nutzen Ameisen-Algorithmen, um Navigationssysteme zu verbessern und den Straßenverkehr der Zukunft staufrei zu machen

Effiziente Raumsuche: Bei der Erkundung neuer Gebiete verändern Ameisen ihre Bewegungsmuster basierend auf Zufall und Interaktion. So scannen sie riesige Flächen in kürzester Zeit ab, ohne dass ein vorheriger Plan existiert.

Hier die Quellen, auf  die sich diese KI-Aussage bezogen hat:

https://crazyants.de/neues-aus-der-wissenschaft/teamwork-was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/

https://www.spektrum.de/video/was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/1558378

https://healthcare-in-europe.com/de/news/was-grippekranke-von-ameisen-lernen-koennen.html



Freitag, 28. August 2026

Als es noch Benzin-Coupns gab

 

Wer sich noch daran erinnert, dass man als Deutscher, der mit dem Auto nach Italien rreisen wollte, daheim vorher Coupons für einen reduzierten Spritpreis erwerben konnte, der ist heute vermutlich aucch in Rente. Bis 1990 gab es die, um einerseits für Touristen die hohe Mineralöl-Steur zu kompensieren, aber weil auch ein Teil der Kfz-Steuer über den Benzinverbrauch eingezogen wurde. Schon damals fragte ich mich, wieso die regulären Preise die Italiener und Italienerinnen nicht vom exzessiven Gebrauch ihrer Macchine abhalten konnten. Nicht nur, dass ihre Einkommen erheblch niedriger waren, sondern auch weil ihre Aotostrade ja massenhaft Maut verlangten.

In der Aktuellen von Trump und den Israelis mutwillig verursachten Öl-Krise habe ich nicht den Eindruck, dass die Lust am Auto in meiner Zweitheimat gebrochen wäre. Hier oben in der Ligurischen Bergwelt allerdings, wo man wegen des kaum existenten ÖPNV das Auto als überlebenswichtig einstufen muss, stöhnten wir gemeinsam mit unseren Nachbarn. Eben nicht nur wegen der Hitze, sondern aufgrund des Preis-Roulettes, das an den hiesigen Tankstellen genauso unvrorhersehbar war wie bei der 12Uhr-Regel unserer Finanzministerin Katherina Reiche daheim. Reiche ist nichts für Arme! Das erkennt man schon an ihrer Energie-Vorratspolitik, die Strom-Giganten wie die Abzocker von eon begünstigt aber die Windkraft nicht entsprechend stärkt.

Für diesen Post habe ich den regionalen Preis-Monitor der Satione di Servizio im Netz aufgerufen. Der Liter EU-Standard schwankte zwischen 1,99 in der früh und stieg im Laufe des Vormittags mitunter bis auf 2,O3. Das waren in etwa Münchner Preise. Seit zwei Tagen aber erreicht der Liter in den "Strandmetropolen" mit vielen Touristen bis zu 2,039 Euro.( Man achte auf die Null hinterm Komma!)  30 Kilometer weiter westlich, jenseits der Grenze zu Frankreich werden jedoch mit 2,34 Euro Rekordpreise registriert. Dabei hat sich die Lage in der Straße von Hormus ja nicht verändert. Es scheint sogar ein separates Abkommen Iran-Oman möglich.

Seit die fürsorglichste und einzige Ehefrau nicht nur in unserer Ehe, sondern auch beim Autofahren das Steuer übernommen hat, höre ich ihr Stöhnen an den Zapfsäulen kaum noch. Sie wendet nämlich gegen die Preistreiberei der Mineralöl-Konzerne einen einfachen Trick an: Sie fährt nur zum Tanken, wenn die Reserve anfängt zu blinken und tankt dann immer nur für 50 Euro. Gleichgültig ob in bar oder mit Karte. Der Preis entscheidet also über unser Rentner-Reichweite. Ist er hoch, wird eben weniger gefahren. Mal sehen wo die Preise bei unserr Heimafahrt im Oktober stehen. Österreich war bis jetzt ja immer eine Benk für günstigen Sprit...

Aber Spaß beiseite. Ich habe mal die KI zum Unterschied zwischen heute un der Coupon-Zeit befragt. Hier das erstaunliche Ergebnis:

Quelle: SPIEGEL
Momente mobiler Memorabilien
Wenn man die damaligen Preise auf die heutige Kaufkraft in Euro umrechnet (unter Berücksichtigung der enormen Inflation), stellt man fest: Ein Liter Benzin im Jahr 1980 entsprach inflationsbereinigt über 2,30 Euro bis 2,45 Euro nach heutigem Wert. Da der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters in den 1980ern oft nur bei 500.000 Lira lag, war das Volltanken ohne die Rabatte der Benzin-Coupons für Urlauber ein echter Luxus. 

Mittwoch, 26. August 2026

Kopf gegen Kraft

Quelle: heilkraft.online

Nach der langen Hitze-Periode habe ich erheblich an Kraft eingebüßt. Das geht mir ziemlich auf den Geist! Und da trösten mich auch die Bekundungen meiner Nachbarn nicht, die sagen es ginge ihnen auch so. Die sind nämlich alle - bis auf den römischen Hotelier mit seiner jungen Freundin - erheblich älter als ich. Zwar bin ich mit 77 älter geworden als mein vor über zwanzig Jahren verstorbener, bester Freund. Aber der hat mit mir bis 75 noch jedes Senioren-Doppel im Tennis gewonnen, bei dem es auch um Alters-Wetten ging. Was haben wir für gemeinsame Träume gehabt, was, wie und wann wir noch alles anstellen würden. Wieso haben wir uns das alt Werden so glamourös vorgestellt, und haben Krebs und andere Malaissen wie dumme Kraftprotze ausgeklammert?

Quelle: Wikipedia
Arnold Schwarzenegger 79:
Selbst ein einst Eisen pumpender
Hollywood-Actionheld
musste nach einer Herz OP
kürzer treten
Ich will Euch ja mit meiner ewigen Bezugnahme auf das Altern beim Lesen meiner Posts nicht verprellen. Nur möchte ich Euch daran erinnern, dass der Kraft-Tank quasi übernacht auf Reserve läuft, und dann heißt es spritssparend und niedrigtourig weiter zu machen. Damit habe ich viel zu spät angefangen, weil meine Kraft mir ein Leben lang immer mehr zumutete, als mein Kopf steuern konnte. Ein fast gleichalriger Orthopäde und Segelkamerad, den ich nun auch schon überlebt habe, hat mich einst mit einem tollen Spruch gewarnt: Wer immer unter vollen Segeln in den Sturm steuert, muss jederzeit damit rechnen, dass die Wanten bersten!

Wenn einen die Kraft verlässt, muss man - so lange der noch funktioniert - den Kopf einsetzen.

Quelle: Facebook

Kürzlich schrieb mir eine Leserin der ersten Stunde und fragte mich, ob ich denn jemals läse, was ich genau vor einem Jahr geschrieben habe. Tatsächlich lese ich zurück liegende Texte nur, wenn sie in der Statistik auffällig oft angeklickt werden. Ansonsten vermeide ich es noch aus Angst, um der Weissagung von Friedrich Nietzsche nicht zu erliegen,. Meistens erfreue ich mich nämlich nicht an ihnen, sondern ärgere mich über meine alten Texte: Weniger über Tippfehler, Rechtschreibung und Interpunktion, aber über Fehlinterpretationen oder Bezugsfehler aus meiner damaligen Perspektive. Es gibt keine ärgere Last als eine Veröffentlichung.
"Wat schert misch min dumm Jeschwätz von jestern", meinte einst der pfiffige Altkanzler Konrad Adenauer. Aber der ließ ja auch schreiben.
Quelle: Aus seiner Biographie
Konrad Adenauer 1867 - 1967

Am schlimmsten finde ich  - mit gewissen Abstand - dann aber meine Nabelschau-Texte wie den heutigen! Wer wird schon gerne selbst an seine Seelen-Blähungen erinnert?...

Montag, 24. August 2026

Ein langer, lauer oder ein krachend, kurzer Abschied vom heißesten Sommer aller Zeiten?

Fotos: Subodh Panta




















Der blutroe Bote

Die Zeichen des Himmels erkenne ich noch,
Doch deuten will ich sie 
längst nicht mehr!
Beim Klima im Wandel ist's so unnütz doch!
Wochenlange Hitze machte uns das Atmen schwer.
Ertrinkt nun des Sommers Glut im eignen Blut?
Morgen, das ist klar, wird's heftig Regen geben.
Doch tut der dann auch noch den Pflanzen gut?
Neun Wochen mussten die ohne Wasser leben.

Die Angst, es könnte nicht über den Sommer reichen,
Beschlich bald auch uns ausgedörrten Alten.
Wichtige Wege gingen wir nur noch im Schleichen.
Doch träumten wir dann vom Norden, dem kalten?
Keiner kann  dieser globalen Glut noch weichen!
Selbst am Matterhorn schmolz das Eis die Felsen raus.
Weltweit brannten die schattigen Wälder lichterloh.
Auch den größten Flüssen ging das Wasser aus.
Die Schiffer wurden ihres Lebens nicht mehr froh.

So, wie das lebenswichtige Nass aus den Poren sprudelte,
Kam kaum einer noch mit dem Trinken hinterher.
Kleidung wechseln und Bettwäsche die schweißbesudelte!
Aircon, Waschmaschine- Ressourcen schonen, ist da schwer.
Kommen wir überhaupt noch aus dieser Klimaklemme?
Kaum kündigt das Abendrot herbstliche Temeraturen an,
Beginnt um den Gasmangel im Winter wieder das Geflenne.
Wird der Winter so hart wie erahnt, was machen wir dann?

Der blutrote Bote taugt eben gar nicht für Langzeit-Prognosen.
Er ist vor allem schön anzuschauen und lässt uns träumen.
Für den Moment vergessen dann - die Zeitläufte mit ihrem Tosen.
Regen folgt Sonnenschein. Silber glitzert's in Olivenbäumen.
Zeit? Wo ist das einfachen Leben geblieben?
Alter? Wo bist Du mit unserer Jugend hin?
Lasst uns doch wieder das Leben lieben.
Sonst macht all die Schönheit keinen Sinn!








Freitag, 21. August 2026

Zwischen Feindseligkeit und Besorgnis

Quelle: YUMPU
Gestern stieg der kleine Burggeist Mariella  von den Zinnen zu mir auf die Piazza herab und äußerte Besorgnis über einen Artikel, den "La Repubblica" über den Zustand Deutschlands unter der Regierung Merz veröffentlicht hat. Sowohl Mariella, als auch "La Repubblica" sind wie auch ich eher linksliberal ausgerichtet.

Als ehemaliger Schreiberling weiß ich, dass nichts leichter ist, als von außen über das zu schreiben, was hinter dem Zaun passiert. Dass das dann immer nur in abtrahierender Form zusammengefasst werden kann, was man gerade sieht, muss einleuchten. Obwohl ich ein scharfer Gegner der Schwarzroten Koalition bin, habe ich mich in alter Sorgsamkeit und um Neutralität bemüht,  mit meinem Speisekarten-Italienisch durch diverse, aktuelle Quellen gescrolt.

Was wurde thematisiert und wieso gerade jetzt?
Meloni und Merz sind im Clinch wegen des neuen, seit Juni geltenden EU-Migrationsrechts. Merz will die bereits bei der Ankunft in Italien erfassten und nach Deutschland durchgereisten Asylanten nun wieder zurück auf Anfang schicken. Meloni hat mit ihrer rechtsfaschistischen Regierung natürlich den Willen, sie nicht nur nicht aufzunehmen sondern das erneut aufkommende Thema Migration aus dem Tagesgeschäft heraus zu halten.

Quelle:Governo Italiano
Bloß nicht vom Größenverhältnis täuschen lassen!

Nicht erst seit Jahresbeginn bemüht sich der italienische Bankenschlucker-Krake UniCredit, die Commerzbank feindlich zu übernehmen. Das Ziel ist, an deren einflussreiches Geschäftsfeld mit dem Deutschen Mittelstand zu gelangen. Das darf uns nicht kalt lassen und ist ein Vorgehen, welches bereits ein Prüfstein für die EU und deren Wunsch nach entsprechender Banken-Regulierung ist. Auch Kanzler Merz hat schon angedeutet, dass sich seine Administration trotz klammer Kassen - dann nicht regelkonform - finanziell einmischen werde.

Quelle: SRF

Und dann das noch: Die marode im Erneuerungs-Prozess befindliche Deutsche Bahn muss sich mit der nach EU-Recht  statthaften Absicht der privaten italienischen Bahngesellschaft Italo auseinandersetzen, auf den deutschen Hochgeschwindigkeitsstrecken mit eigenen Zügen in den Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Deren Pläne sind so weit fortgeschitten, dass Italo den Betrieb ab April 2028 aufnehmen wlll. Die Deutsche Bahn pocht auf ihre Eigentumsrechte an den Speed-Strecken, befindet sich aber in einer Zwickmühle, weil sie gleichzeitig mit der Staatsbahn Trenitalia und der ÖBB an grenzüberschreitenden Verbindungen bastelt.

Quelle: Bayrischer Rundfunk
Mit Ferrari-Design in Höchstgeschwindigkeit durch Deutschland brausen
Es geht wie immer um viel Geld und nochmehr Profit!

Ganz schön "balico balaco" wie der Altportugiese zu einem ungewissen Ausgang zu sagen pflegte: Da lohnt  sich schon die Stimmungsmache, mit  großzügigen PR-Etats.  Die "Deutsche Situation" noch schauderöser darzustellen als sie ohnehin schon ist, kann aber wohl auch von den italienischen Verhältnissen nur kurz ablenken.

Mittwoch, 19. August 2026

Dobrinds Discodrohnen-Dilemma

Es ist bisweilen völlige verrückt, was das Gehirn in Dauer-Lauspülung für Ideen produziert. Dieser Tage kam mein Enkel von einem Ferragosto-Markt mit einer in allen Farben blinkenden Drohne zurück. Die erforderte Training im Umgang, weil die Steuer-Konsole sehr fein reagiert. Im Esszimmer drohte sie, Porzellan und "Stehrümchen" zu zerschlagen, wehalb der junge Pilot mit seinem bös heulenden Fluggerät zu weiteren Tests auf die Piazza verbannt wurde. Die ersten Abstürze brachten das blinkende Teil doppelt in Gefahr, weil neben mechanischen Schäden auch der Jagdtrieb des Familienhundes Chewy geweckt wurde. So schnell konnte die Drohne gar nicht starten, dass er sie nicht attakierte, wenn sie im Tiefflug in seine Nähe kam und er sie zum Absturz brachte. Ein Schnapp, und das neue Spielzeug wäre schon Schrott gewesen.

Inzwischen ist mein Enkel zu einem versierten Drohnen-Piloten geworden. Er landet punktgenau auf Tischen und Mauern und lässt die Drohne Loopings und Rollen vollführen.

Quelle: MOZ.de
"Da könnte doch der Dobrindt seinen dringend avisierten Drohnenführer-Nachwuchs schon in der Schule rekrutieren", schlich sich der Gedanke in mein ausgetrocknetes Hirn und generierte folgende Szene:

Fotos: Claaus Deutelmoser
Ein völlig zerfledderter Dobrindt mit schief hängender Designer-Brille steht beim Spahn in der Tür. Der Ex-Fraktionschef hat eine weiße Schürze an und hält eine Baby-Flasche zur Temperatur-Prüfung an seine rosig erhitzte Wange:

"Wie siehst Du denn aus?", fragt der Christdemokrat den Christlichsozialen.

"Ich war in den Parlaments-Ferien kurz in Italien. Die sind schon viel weiter als wir. Da trainieren die Kids schon fleißig an Drohnen!"

"Aber das ist doch kein Grund für ein derart abgerissenes Aussehen", gab der immer glatt gebügelte Jungvater zu Bedenken.

"Ich habe die Idee, jeden Oberschüler gratis mit so einer Discodrohne auszurüsten, damit wir sie leichter für den Ernstfall vorbereiten. Das wollte ich noch in der Sommerpause bei einer sofort angekündigten Presse-Konferenz verkünden. Aber ein Haufen Parlamentarier aus allen Fraktionen, eifersüchtige Streber und ideenlose Schweinehunde, haben mich von jeder Kamera und allen Mikrophonen fortgerissen, ehe ich meine Super-Idee publik machen konnte."

"Ja, und was soll ich dazu sagen? Ich muss meinem Sohn Georg jetzt sein Fläschchen geben, sonst springt der Funke wieder nicht über."

"Du glaubst doch nicht, dass ich mich durch so eine Horde Dünnbrettbohrer, die von innerer Sicherheit keine Ahnung haben, von meinem Vorhaben abbringen lasse? Ich bin hier, weil Du als Masken-Jens ja schon Erfahrungen mit so großen ministeriellen Material-Bestllungen gemacht hast. Du sollst mir mit Deiner Expertise auch bei der Kalkulation helfen, wo ich die Milliarden im Haushalt noch unterbringe!"

"Komm mir bloß nicht mit Haushalt!", stöhnt da der gehetzt Wirkende und schlägt seinem Freund Alexander die Tür vor der Nase zu...

Quelle: Satire deluxe WDR5
Alexander, der Herr der inneren
Sinnfinsternis, in der Hauptrolle von: "The total Eclypse of the Brain"


Montag, 17. August 2026

Eine Gefahr, die nicht zu bannen ist

Quelle: Tagesschau

Wenn ich in diesen Tagen vom Ätna lese, werden meine unterschiedlichen Erlebnisse auf und um ihn wieder präsent. Das ereste war ein einzigartiger Ski-Tag zwischen teilweise dampfenden Lawazungen als der östliche Schlepplift noch stand, und der dazugehörige Rifugio einen romantischen Ausklang bescherte. Beim zweiten Besuch wollte ich meiner Frau beides zeigen, aber sowohl der Lift als auch die Skihütte waren unter der Lawa des jüngsten Ausbruchs verschwunden. Bei meiner Oster-Reportage über die Settimana Santa einige Jahre später, wies in den Prozessionen rund um den mit 3.324 Metern höchsten und aktivsten Vulkan Europas bei den religiösen Motiven der Fürbitte nichts auf diese permanente Bedrohung durch den Ätna hin. Dabei war an der Westflanke die Seilbahn vorsorglich außer Betrieb. Die Schneefelder des verwaisten Skibetriebs waren gelb vom Schwefel. Weiter unten sahen die Betongerippe der Häuser schon aus wie zerstört, aber die waren einfach nicht weiter gebaut worden. Da war der Optimismus wohl schon an seine Grenzen gestoßen.

Quelle: Mayon National Parc
Schön, aber so gefährlich
wie kaum ein anderer Vulkan weltweit
Weltweit war ich unter den Vulkanen stets erstaunt, wie sehr die dort lebenden Menschen derart beharrten, in unmittelbarer Nähe der tödlichen Bedrohung zu bleiben. Wie unerschütterlich sie an ihren bisweilen zerstörten Existenzen festhielten.
Im Süden der phlippinischen Hauptinsel Luzon beischtigte ich zu Füßen des Mayon die damals gerade vom Beben zerstörte Kur-Anlage durch die nun die heißen Quellen nutzlos versprudelten, während die Baueern auf den benachbarten Feldern - als sei nicht gewesen - die Ernte vorbereiteten. 

Hält ein  Vulkan still, bietet er eben Segnungen wie enorme Fruchtbarkeit und heilsame atmophärische Einflüsse. Alle Anwohner, die ich zu der steten Bedrohung fragte, sprachen auch von einer gewissen Mystik, die die Angst entspanne. Das ist wohl auch der Grund, wieso Einheimische, die evakuiert werden müssen, als erste Schaulustige so nahe an den Ausbruch heran wollen, wie es gerade die Leute aus Catania demonstrieren, die sich von den Carabineri nur mit Mühe zurückhalten lassen. Betroffene wollen später immer wieder dort siedeln, wo der Vulkan sie vertrieben und Hab und Gut zerstört hatte.  Da möchte man ja fast staunen über unerschütterliche Gläubigkeit oder an den Einfluss vom antiken Gott Vulkanus glauben. Auf der Insel La Réunion stand ich in den 1980er Jahren mitten in einem Lawafeld, das als einziges die Dorfkirche ohne sie zu beschädigen umflossen hatte. Unweit davon hat es die "Vierge au Paraplui", die als Schutzpatronin ausgemacht wurde,  als Mahnmal zu Weltruhm gebracht.

Quelle: Réunion Tourisme

Quelle: KI World of Gods
Aber Glauben heißt eben nicht Wissen! Weltweit werden plötzlich Vulkane fast gleichzeitig aktiv, und die Erde bebt auf beinahe allen Kontinenten synchron. Keiner hat eine Erklärung dafür, weil es zwar Vorwarn-Systeme gibt und permanente seismologische Überwachungen - speziell entlang der "Rings of Fire"! - Aber wo die auf der Magma schwimmenden Erdplatten eine Lücke für eine Erruption durch Verschiebungen schließen, ist eben nicht vorherzusagen.

Quelle: INGV
Wenn ein Seismologe die aktuellen Aktivitäten des Ätna der Stufe Rot zuordnet, und ein anderer von einem nicht "normalen Ausbruch", beunruhigt das zwar, aber es lässt einen auch das Maß an Ungewissheit erahnen. Allerdings, im Zusammenhang mit der kürzlichen Erschütterung der Phlegräischen Felder und dem nur neun Kilometer von Neapels Innenstadt entfernten Mar Solfatara wird man - garnicht beruhigend - daran erinnert, dass diese Caldera - und auch die vom Yellowstone - nur eine Dicke der Erdkruste von  fünf bis 80 Kilometern aufweist, während die Lithosphäre normalweise im Schnitt zwischen 100 und 200 Kilometer tief ist.

Quelle: Vulkane net
Pompei ist noch nicht völlig ausgegraben,
da könnte Neapel ein ähnliches Schicksal  erleiden.
Aber wenn die Solfatara in die Luft fliegt,
wäre ein großer Teil Europas

 - wenn nicht gar der Welt betroffen
Erruptierten und explodierten die Phlegäischen Felder (Lithospäre nur 3 bis 4 Kilometer) und die Yellowstone-Caldera in kurzen Abständen wären die Auswirkungen auf die Welt dramatischer als die Klimakatastrophe oder eine Auseinadrsetzung der Weltmächte mit Atomwaffen. Ein zeitnaher Ausbruch beider wäre das globale Aus für alle Lebewesen auf  Erden.
Dies Gefahr ist einfach nicht zu bannen.  
Dass keiner da etwas vorhersagen kann wann der Welt dies droht, hilft zumindest beim Verdrängen...