Freitag, 11. September 2026

Vom Verdrängen verheerendster Verbrechen

Gemälde: Claus Deutelmoser, beide Öl auf Leinwand
Eine Insel der Glückseligkeit, die man sich im Geiste schafft,
um der Schrecken Herr zu werden könnte leicht zu einem isolierten Denken führen

Schon jetzt dürfte feststehen, dass das Jahr 2026 - generell betrachtet - das schlimmste der Geschichte wird. Ich bin zu jung, aber ich denke, selbst in den Tagen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es Regionen, in denen man von den "Weltnachrichten" noch vieles durch Konzentrieren auf regionales Leben ausklammeern konnte.

Obwohl meine Frau den neuen Fernseher, den wir hier haben, bislang nicht einmal angeschaltet hat, plagt sie ein schlechtes Gewissen wegen unseres Wohlergehens. Sie macht auch das Verdrängen ganz geschickt, indem sie mich beim Frühstück nach den wichtigsten Vorkommnissen fragt. Instinktiv folgt sie durch das Verdrängen der schlechten Nachrichten  dem Rat, den viele Psychologen derzeit den Menschen geben, damit ihre Angst  nicht überhand nimmt.

Obwohl ich gezielt keine schlechte Nachricht auslasse, gehöre ich wohl zu den 30 Prozent, denen die Forscher eine angeborene Widerstandskraft besccheinigen, die sie Resilienz nennen. Ich denke aber eher, dass ich durch das Überstehen früherer Gefahrenssituationen sowie das gleichzeitige Verkraften meiner schweren Sturzverletzungen und dem operativ entfernten Krebs, nur keine persönliche Angst mehr vor dem Tod  habe. Aber der halte ich zwar hilflos eine unermessliche Wut auf die Verursacher schlechter Nachrichten entgegen. Was haben die in kürzester Zeit aus dieser wundereschönen Welt gemacht, die ich in vielen Jahrzehnten friedlich bereisen durfte!

Als ich dieses Bild von der "Letzten Frucht am Baum der Erkenntnis" malte,
war die Apokalypse nur ein Schemen. Jetzt scheint sie - eben von der Menschheit
und nicht von den apokalyptischen Reitern ausgelöst - immer näher zu kommen
Gegen diese Wut finde ich einfach keine Mittel. Also beherrschen mich tagsüber gewaltbereite Gedanken, die ich bei meiner Gebrechlichkeit ja gar nicht rauslassen könnte. Und das macht mich bisweilen noch wütender. Da wäre die zynische Frage, die überhaupt nicht zu meinem Wesen und meiner Einstellung zu jeglicher Gewaltanwendung passt:  Wo bleiben die Attentäter, wenn sie gebraucht werden?
Also scheint es um meine Resilienz wohl doch nicht so gut bestellt zu sein. Was ich dann auch in meinen durch Albträume erschütterten Nächte erfahre. Posttraumatische Belastungsstörungen im Alltag sind schwer zu erkennen, aber werden bei noch Aktiven auch gern mit Burnout umschrieben. Also burnt mich Tatenloser wohl allein der Zustand der Welt und meine ohmächtige Hilflosigkeit out?

Im Gegensatz zu den Wissenschaftlern bin ich jedoch überzeugt: Das Wesen kann auf Dauer nicht im Verdrängen odeer Ignorieren genesen! Denn wäre es so, hätten all die Machtmenschen, die unseren Frieden mutwillig aus niederen Instinkten und durch Narrative stören, ja nie mehr Widerstand zu befürchten. Aber klar - auch das Sakrifizium zum Wohle des Ganzen bedarf eines besonderen Menschenschlages. Menschen, die qua Befehl nicht gezwungen werden, sich zu opfern wie etwa Soldaten. Und da hakt es bei mir nämlich auch wieder. Ich wäre eben - ehrlich gesagt - keiner von den Opferbereiten. Da fehlt es mir einfach an Resilienz!

Ich lasse mal unkommentiert, was ich hier auf meine verzweifelte Anfrage zu meinem persönlichen Umgang mit schlechten Nachrichten an Empfehlungen von  der KI zu lesen bekam:

Wie schützt man bei dieser
Flut schlechter Nachrichten
seinen Verstand?

In einer Zeit, in der uns schlechte Nachrichten im Minutentakt erreichen, ist es völlig verständlich, wenn sich das überfordernd oder lähmend anfühlt. Um Ihre psychische Gesundheit zu schützen, müssen Sie den Informationsfluss aktiv steuern!
Hier sind die wirksamsten Strategien, wie Sie Ihren Verstand vor einer Nachrichtenüberflutung schützen:
1. Konsum radikal einschränken
  • Feste Zeiten setzen: Bestimmen Sie ein oder zwei feste Zeitfenster pro Tag (z. B. 15 Minuten morgens und nachmittags), um sich zu informieren.
  • Keine Nachrichten vor dem Schlafen: Konsumieren Sie mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine News mehr, um Ihren Schlaf nicht zu gefährden.
  • Push-Benachrichtigungen ausschalten: Deaktivieren Sie Eilmeldungen auf Ihrem Smartphone. Sie entscheiden, wann Sie bereit für Nachrichten sind – nicht die App.
2. Doomscrolling stoppen
Quelle: SFR3

  • Bewusstsein schärfen: Ertappen Sie sich dabei, wie Sie endlos durch negative Schlagzeilen scrollen (sogenanntes „Doomscrolling“).
  • Technische Barrieren nutzen: Setzen Sie sich über Ihr Smartphone ein tägliches Zeitlimit für Social-Media- und News-Apps.
  • Die App wechseln: Sobald Sie merken, dass die Angst steigt, legen Sie das Handy weg oder wechseln Sie zu Inhalten, die Sie entspannen.
3. Fokus auf Constructive Journalism (Konstruktiver Journalismus)
  • Lösungsorientierte Medien wählen: Konsumieren Sie gezielt Medien, die nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch Lösungen und Fortschritte beleuchten (z. B. Good News, Perspective Daily oder das Squirrel News Magazin).
  • Fakten statt Spekulationen: Halten Sie sich an sachliche, fundierte Qualitätsmedien und meiden Sie reißerische Boulevardmedien oder Kommentarspalten in sozialen Netzwerken.
4. Den eigenen Kontrollbereich stärken
  • Fokus auf das Machbare: Schlechte Weltnachrichten betreffen oft Dinge, die Sie persönlich nicht sofort ändern können. Das erzeugt Ohnmacht.
  • Im Kleinen handeln: Lenken Sie Ihre Energie auf Ihr direktes Umfeld. Helfen Sie in der Nachbarschaft, engagieren Sie sich ehrenamtlich oder widmen Sie sich einem kreativen Projekt. Das gibt Ihnen das Gefühl von Selbstwirksamkeit zurück.
5. Radikale Psychohygiene betreiben
  • Digital Detox: Legen Sie regelmäßige Tage ein, an denen Sie komplett auf Nachrichten und soziale Medien verzichten (z. B. am Wochenende).
  • Ausgleich schaffen: Bewegen Sie sich in der Natur, lesen Sie Bücher, hören Sie Musik oder treffen Sie Freunde, um Ihr Nervensystem bewusst zu beruhigen.
Wenn Sie möchten, können wir das Thema vertiefen. Lassen Sie mich wissen:
Nein vielen Dank liebe KI!
Mir fehlt es doch - so hoffe ich - noch lange nicht an natürlicher Intelligenz! 

Mittwoch, 9. September 2026

Una Passeggiata di Nervi

Quelle: Visit Genua
 Die  Passeggiata di Nervi heißt eigentlich Passeggiata Anita Garribaldi und ist ein wunderesamer etwa zwei Kilometer langer Weg überm Meer durch Genuas Stadtteil Nervi. https://www.youtube.com/watch?v=N0510CFD_DM Auch wurde er berühmt durch ein klassisches genueser Volkslied.https://www.youtube.com/watch?v=BP978PHuwOM 
Wenn man die im Volksmund gebräuchliche Version übersetzt, ergäbe sich aber auch eine Doppeldeutigkeit:
 Ein Spaziergang der an den Nerven zehrt...

Der ist uns hier bei unserem letzten Ausflug in die Stadt und ans Meer widerfahren, bei dem wir uns aus eigener Schuld wie Dorf-Deppen vorkamen. Es war brütend heiß, und eigentlich wollten wir nur kurz auf unserem gewohnten Platz parken, damit meine Frau in der Chiesa Gianni Batista ein paar Kerzen zum Wohle der Familie entzünden und ich frischgemachte Pasta und unsererr spezielle Teesorte kaufen konnte.

Aber schon am Parcometro rächte es sich, dass wir normalerweise unser Auto in der gebührenfreien Mittagszeit abstellen, aber durch die Malaissen der letzten Jahre auch selten die Burg verlassen haben.
Es gibt neue Apparate: Erst muss man soviel Geld einwerfen, bis man die gewünschte Stellzeit auf dem Display sieht, aber dann werden auch noch das Kennzeichen und die Nationalität abgefragt, bis man dann den Parkschein ausgedruckt bekommt. Nur steht der Automat derart schlecht im grellen Licht, dass meine Frau nicht erkennen konnte, ob sie sich nicht vertippt hatte. Ausgerechnet ein Deutsches Touristen-Pärchen mit besseren Augen und entsprechender Routine musste uns assistieren. Sonst stünden wir heute noch da.

Quelle: Orari Messe
San Giovanni Batista
im Zentrum Oneglias
Und wofür das ganze? Der beste Patisseur der Stadt war chiuso per ferie, und der Teeladen hatte nur seinen Barbetrieb auf der Piazza offen. Wenigstens scheint das mit dem Entzünden der Kerzen geholfen zu haben. Die Restfamilie machte sich jedenfallas putzmunter im Family-Chat über uns lustig.

Dabei war unsere kleine Odyssee noch gar nicht zuende gewesen. Weil unser Enkel ab nächster Woche ins Gymnasium geht. wollte die Fürsorglichste ihm zumindest eine Ansichtskarte schicken. Sie fetzte also von einigen Andenkenläden zu einer Papeterie. Ansichtskarten? Aussichtslos! Und lustige Schulanfangs-Karten gab es gleich gar nicht!

Eine Verkäuferin gab ihr vorsichtig zu verstehen, dass ja heute Handys sogar Programme für Selfies mit Schmuckmotive vor jeweils eingepassten Sightseeing-Hintergrund hätten. Und die kämen wenigstens in Sekundenschnelle beim Empfängenr an. Wer bräuchten da noch Ansichtskarten bei der Zuverlässigkeit der Poste Italiane? Es gäbe höchstens noch spezielle Läden für ältere Leute die Ansichtkarten sammeln, aber nicht in Oneglia.

Dass wir kandymäßig trotz modernster Ausstattung wohl Neanderthaler sind, erfuhren wir dann noch einmal eine halben Stunde später, als es Zeit zum Essen war. Wir wollten undebedingt die schick neu gestaltete Strandbar im Ortsteil Prino ausprobieren, von der alle so geschwärmt hatten, Niemand  hat uns beim Schwärmen aber gewarnt, dass die Verkehrsführung am Lungomare dort völlig verändert wurde: Nur noch Einbahnstraße aus der anderen Richtung, und trotzdem alle Parkplätze weg. Eine verzwickte Zufahrt, die den Besuch wohl eher vermeiden als fördern soll.

Bar Tapas Prino
Apopros Smartphones: Endlich in der Bar angekommen, gab es dort keine ausgedruckte Speisekarte mehr, sondern eine Pappe mit  QR-Code fürs Menü. Den konnten wir trotz wechselseitger Bemühungen aber nicht aktivieren. Verärgert knallte uns einer vom Srvice sein eigenes Handy hin, als wir erneut nach Gedrucktem verllangten.

Nichts wie weg zu unserer Stamm-Trattoria in Riva Ligure! Die belohnte uns nicht nur durch die malerischer Küstenfahrt sondern hat seit drei Jahren - neben der Tafel mit den Tages-Spezialitäten - die selbe Karte mit unveränderten Preisen!!! Sowie auch Personal, das einen - wenn auch selten - als Stammgäste wahrnimmt.

Was für ein Trost für uns Widergänger aus verflossenen Zeiten!

Foto: Claus Deutelmoser
Trattoria degli Amici
Riva Ligure


Montag, 7. September 2026

Italiens rätselhafte Rekord-Regierung

Quelle: TAG24
Ob schwarz ob braun - sie küsst auch gern alle Fraun!
Aber dass sie mit der Oppositionsführerin,
der Sozialdemokratin Elly Schlein, knutscht,
ist ein böser KI-generierter Fake der
Satire-Sendung "Grande Flagello"  und  TAG24
Gerade weil sich hier wie von selbst ein Bezug zum Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt ergibt, habe ich das Thema meines heutigen Posts wie geplant belasssen:

 Als Giorgia Meloni 2022 in Amt und Würden die Eurpäische Bühne betrat, kam mir sofort die Song-Zeile aus den 1960ern in den Sinn: "You're just an Angel in Disguise" (Interpretin Brenda Lee). Du bist einfach hur ein verkleideter Engel!
Heute nach beinahe vier Jahren als Ministerpräsidentin Italiens hat sie tatsäächlich einen Regierungs-Rekord aufgestellt. Nie zuvor hat eine Italienische Regierung ohne personellen Umbau so lange regiert wie die teilweise gesischert neofaschistisch agierende Meloni-Mannschaft.

Mein Leben lang habe ich starke Frauen nicht nur bewundert, sondern auch intensiv studiert. Bisweilen hatte ich sogar das Privileg, ihre Stärke nutzen und einsetzen zu dürfen. Deshalb hier ein Versuch der Annäherung an eine mächtige Frau, die ich nur aus dem Fernsehen und von diversen bewusst selektierten Standfotos der Presse kenne:

Quelle: sueddeutsche.de
Kein liebend Paar
versprüht hier den
Charme einer Zwewck-Ehe
Wie alle kleinen aber hochintelligenten Frauen nutzt sie den Größenunterschied zu Männern mit Macht aus, um sie mit ihrer Niedlichkeit zu bezirzen. Küsschen hier, Baci da: Die Führer Europas müssen sich quasi automatisch zu ihr runter beugen. Wenn sie ihre großen Augen nach oben aufschlägt, werden selbst dem Papst die Knie weich. Zudem ist sie wohl die derzeit am besten angezogenste Politikerin, und macht Italien als Mode-Land alle Ehre.
Quelle: Vatican News
Ob Leo der Giorgia auf den Rückengeschaut hat,
um nach den braunen Flügelchen zu gucken?

Man muss Dialektik nicht studiert haben, um heraauszufinden, was sie mit ihrem Redestil zwischen Marktweib-Maschinengewehr und Oberlehrerinnen-Mahnungen erreichen will. Sie stellt die Stimme des Volkes dar, und dazu gehört auch das Handy als gelegentlicher Spickzettel anstelle des Teleprompters. Sie redet oft unverblümt und frei, als diskutierte sie mitten auf. einem italienischen Markt mit anders Denkenden. 
https://www.youtube.com/watch?v=o-3-lN3bA9w

Sie stellt ihren Kurs immer ein, indem sie ihre Segel nach der Windrichtung ausrichtet, das festigt vor allem ihre Stellung in Europa und selbst in der "Allianz der Willigen", Wäre sie nicht der verkleidete Engel mit den braunen Flügeln auf dem Rücken, möchte man meinen, sie merkelt Europa. Doch im Gegensatz zur Alt-Kanzlerin ist ihre Politik nur so opportunistisch, um davon abzulenken, dass sie in Italiens Innerem mit mussolinischen Hebeln ein verändertes Denken von einer nationalen Größe erzeugen will.
Italien mag sich zwar nicht für die Fußball-WM qualifiziert haben, aber seit Meloni die Macht hat, ist beispielsweise der Italienische Spitzensport in der Breite so erfolgreich wie lange nicht mehr.

Meloni nutzt Europa da, wo es ihrem Land Vorteile bringt. Vor allem wenn es um Subventionen für Italiens minderbemittelte Landstriche geht. So soll - um nur ein kleines Beispiel zu nennen, das unseren Borgo beträfe - mit EU-Subventionen endlich die Konsortiums-Straße, die zum oberen Dorfrand führt für den öffentlichen Verkehr so sicher ausgebaut werden, dass alle Bewohner sie nutzen können. Überall hier an der Küste haben die Investitionen in den Tourismus deutlich angezogen.

Quelle: BILD.de
Mal Baci Baci, mal Vaffanculo:
Merz, Meloni und die Migrations-Frage
Bislang hat Meloni es auch geschafft die Koalition aus ihren Fratelli, der Lega und der Forza als harmonisch erscheinen zu lassen. Hier ein Zitat aus den ARD-Tagesthemen:
Doch das, was die einen Realpolitik nennen, sehen andere als gefährlichen Drahtseilakt. Meloni balanciert an mehreren Fronten gleichzeitig: Sei es innerhalb ihrer rechten Regierungskoalition, wo es regelmäßig zwischen der rechtspopulistischen Lega von Matteo Salvini und der konservativen Forza Italia zu Konflikten kommt.
Quelle: La Stampa

Zitat zu diesem Bild aus der als liberal konservativ geltenden La Stampa:
Die dunklen Machenschaften der P2, die Mafia und die Familie Tilgher-
in ständigem Wandel begriffen - führen zu Melonia













Sollte man also Angst davor haben, dass die kleine Blondine im Moment der einzig charismatische Kerl in dem von Regierunschefs dominierten Europas ist? Unbedingt!

Je länger Giorgia Meloni Italien regiert, desto besser funktioniert ihr Undercover-Umbau der Italienischen Gesellschaft. Für sich betrachtet wäre das bei den unterschiedlichen Volks-Charakteren auf dem Stiefel nicht bedrohlich. Aber was, wenn sie plötzlich auch für die immer stärker werdenden Front National, Reform UK und AfD  als einzig bereits Regierende die Leitstern-Politik macht?

Freitag, 4. September 2026

Wenn der Chat zum "Schätzchen" wird

Als Mann des geschriebenen Wortes habe ich mich nie des gesprochenen verwehrt. Aber ich bemerke doch, wie das Geschriebene immer mehr ins Hintertreffen gerät, weil Sprechen einfach schneller geht und durch immer neue Computer-Programme und Apps noch animiert wird.

Mein persönlicher
Eindruck:
spielerisch witzig
Als vor kurzem meine Tochter samt Familie auf der Burg war, hörte ich sie von allen Stockwerken plötzlich italienische Sätze sprachen. Sie hatten sich eigens für den Aufenthalt hier ein Lernprogramm auf ihre Smartphones geladen, das die Komposition ganzer Sätze in einer Art Quizz verlangt. War die Anwort dann richtig, brauchten sie das dann phonetische umgesetzte Resultat nur noch nachzusprechen. Ich bekam es für "Fortgeschrittene" auch heruntergeladen. Ob ich es dann in der Winterpause verwende, weiß ich noch nicht, denn:
Ich hasse es, mit meinem oder anderen Computern zu sprechen!

Quelle: Pexels
Mein geplagtes Eheweib kann ein Lied über meine Wutausbrüche singen, wenn ich daheim in München wieder einmal beim Einfordern einer früher mühelos gewährten Service-Leistung an das Frage- und Anwortspiel eines Computers gerate. Obwohl mein neuer Laptop mit Mikro und Kamera ausgestattet ist, fiele es mir nicht im Traum ein, mit dieser schwarzen Zigarrenkiste ein Wort zu wechseln. Da bin ich wohl aus der Zeit gefallen. Selbst wenn ich dann meine Tochter bewundere, wenn sie zu einer Diskussion über den argentinischen Tango im Vergleich zu dem Uruguays durch einfache Anfrage bei ihrer Alexa die passenden Tonbeispiele sofort abrufen kann. - Und damit dann auch noch recht bekommt!

Kürzlich las ich, dass immer mehr User lieber ihre intimsten Probleme mit ChatGPT besprechen, weil ihnen ein verlässlicher und vertrauensvoller Gesprächspartner fehlt. Da wird ja der Isolation der Seelen ein Vorschub geleistet, dem kaum einer dann noch entrinnen kann. Wenn der Chat ein "Schätzchen" ersetzen muss, was wird dann aus der Menschheit? Ist ein digitales Fortpflanzungsprogramm etwa zur Begrenzung der Überbevölkerung schon in Arbei?

Quelle: Public Domain Pictures
"Zur Sache Schätzchen"
bald nur noch am Bildschirm?

Wenn alle ausgestorben sind, dann jedenfalls dereinst nicht das ehemalige Söder-Land. Denn in Bayern läuft gerade ein Porjekt, das KI Bayrisch beibringen soll. Da weist die Künstliche Intelligenz nämlich noch eindeutige Defizite auf. Es werden also zum Angewöhnen hochdeutsche Sätze ins Urbayrische umgesetzt.

Als zweisprachig aufgewachsener "Saupreiß" plagt mich da sofort die Erinnerung an meine in München-Ramersdorf geborene und aufgewachsene Test-Redakteurin. Die war nämlich mit einem verheiratet, der zeitlebens in München-Aubing wohnte.
Nur zwei Beispiele ihres immerwährenden Mundart-Streites:

Um Steine. Er: d'Stoa. Sie: Stoana.
Um Sterne: d'Stern. Sie: Steana.
Und wie wäre dann erst der Steuerprüfer aus Niederbayern, der einmal mein Prüfergebnis mit seinem Chiemgauer Vorgesetzten am Telefon erörterte, im KI-Modus intoniert worden..?

https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/kuenstliche-intelligenz-dialekt-bayrisch-100.html

Mittwoch, 2. September 2026

Gewissensbisse

 Nicht nur, dass das mulmige Montagsgefühl einen ein Leben lang nicht losläßt, auch das Gewissen nagt mit kleinen Bissen immer wieder am Bewusstsein. Selbst wenn längst kein Muss mehr das Tun verlangt. Das Nichtstun ist eben nur dann süß, wenn es im Urlaub vom Arbeitsalltag entspannen soll. La dolce far niente verliert an Segnung, wenn bald jeder Tag damit erfüllt ist.

Quelle: Pixabay

Wir haben uns viel für die Wochen nach der Hitzewelle vorgenommen, zumal die jüngeren Nachbarn beim Brindisi auf der Piazza davon berichten, was sich am Meer so alles verändert. und was man für tolle Restaurants besucht hat. Nächste Woche fängt hier wieder die Schule an, und mit ein paar verstrichenen Tagen später, haben wir früher all unsere Lieblingsplätze zurück erobert.

Gestern also saßen wir gemütlich auf der nachmittags auch in ihrem Umfeld nun völlig ausgestorbenen Piazza bei einem Drink. Es wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, Pläne zu schmieden oder zumindest mal einen der empfohlenen Restaurant-Besuche ins Auge zu fassen. Aber stattdessen entspann sich zwischen meiner Frau und mir in etwa dieses Gespräch, das nun der Anlass zu diesem Post ist.

Meine Frau: "Es ist so herrlich ruhig und schön hier. Ich will hier eigentlich nie wieder weg. Aber ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich hier die Tage vertrödele, während ich mich doch zuhause um meine Schwester kümmern müsste."

Ich: "Das war doch höchste Zeit, dass Du mal von allem loskommst. Diese elendige Fahrerei durch die verstopfte Innenstadt. Sie wird doch daheim rund um die Uhr auch vom Pflegedienst betreut. Und freu Dich doch, dass Du seit unserer Ankunft wie früher ein Buch nach dem anderen bis tief in die Nacht verschlungen und den neuen Fernseher nicht einmal eingeschaltet hast."

Meine Frau: "Aber mir kommt es so ungerecht vor, dass wir hier so friedvoll leben dürfen, während rund um die Welt Kriege stattfinden, Flutkatastrophen, Erdbeben und Waldbrände tausende Menschen umbringen oder heimatlos machen,"

Ich: "Schatz nun hör aber mal auf! Wir haben die Welt schon nicht verändern können, als wir noch aktiv waren. Bei der Hitze konnten wir uns ja doch kaum noch bewegen! Wenn Du so ein schlechtes Gewissen hast, lass uns mal, wenn es kühler wird, die im Haus längst notwendigen Dinge in Angriff nehmen. Die Vorhänge müssen runter, die Konsolen neu gestrichen werden, und wollten wir wegen der Kinder nicht die Möbel im Wohnzimmer umstellen?"

Meine Frau: "Ach Du hast ja so recht! Lass uns mal wieder ans Meer fahren und das neue Strandrestaurant in Prino ausprobieren!"

Quelle: pinterest

Montag, 31. August 2026

Die wundersamen Wege der Ameisen


Von der Hitze übermannt, war mir sofort eines Klar: Das ist kein Ameisen-Jahr! Während ich mit hängendem Kopf meinen Schweißtropfen folgte, die quasi auf den Kieselsteinen der Piazza sofort verdampften, sah ich nur ein einziges Exemplar einer wohl orientierungslosen Rossameise. Diesseits des weißen Farbstrichs, der zum Gulli leitet, verläuft normalerweise die Autostrada delle Formiche. Bei deren Überwachung lernte ich doch in der Vrgangenheit, dass selbst Verkehrsplaner sich von den Stauvermeidungs-Strategien der Ameisen etwas abgucken konnten.
Quelle: Wikipedia
Die braunschwarze Rossameide
Ja und jetzt nur dieser einzelne Trottel-Späher, der sogar größere Steine erklomm, um sich einen Überblick zu verschaffen? Wenn sie ansonste zu Hunderten,  beim vierspurigen Hin und Her zur Orientierung 
das gar nicht brauchen, weil sie einfach nur dem Hinterteil der Vorder-Ameise folgen müssen, und Geister-Ameisen, die von der rückwärts führenden Straße abkommen könnten, eben wegen des schwarmintelligenten Verkehrsverhaltens eben niemals passieren können.
Aber wo sind sie denn alle hin bei der Trockenheit? Sind sie runter zum Impero oder hiauf zu den Laghetti, um wenigsten einen Tropfen Wasser aufzuspüren?
Foto: Claus Deutelmoser
Die fürsorglichste Blumengießerin weiß schoon,
wieso sie ihre Beine zum Überbrücken der
Ameisen-Autobahn hochlegt

Die fürsorglichst aller meiner Ehefrauen, wusste natürlich Antwort:
"Die haben es sich in meiner Hortensie gemütlich gemacht, weil sie natürlich genau gewusst haben, dass die täglich gegossen wird. Aber leider war die dann von ihren Untermietern derart ausgelaugt, dass i
ch sie zum Biomüll bringen musste. War wohl so eine Art Zwangsumzug für deine Freunde." Letzteres begleitete eine Art sardonisches Lächeln.

Quelle: Wikipedia
Die zugewanderte Pharao-Ameise
ist in Südeuropa Gesundheitspolizei,
kann aber bei kleinsten Speiseresten
in Wohnräumen zu einer echten Plage werden
Da musste die Strafe einfach auf den Fuß folgen: Ein paar Tage später war ich mit dem Kochen dran. Es gab gebratene Rippchen mit Pommes Dauphinées. Die Rippchen waren auf einem Styropor-Tablett eineschweißt gewesen, was meine immer zum Aufräumen angetriebene Holde, sofort getrennt im Plastik-Müllsack entsorgte. Wir waren gerade mit unserem Abendessen auf der Piazza fertig, da kam ihr spitzer Aufschrei aus der Küche. Mit panischer Mine stürmte sie samt noch offenem Müllsack heraus und zeigte mir, was in knapp einer Stunde geschehen war: Die vermutlich nach dem toten Feisch riechende Plastikverpackung war von mehreren hundert kleiner, rotschimmernder Ameisen bevölkert...

Wo kamen sie her, wer hat sie informiert und wo hatten sie sich zuvor versteckt, um so schnell zu operieren? - In einem bis dato Anti-Ameisen-Jahr und unserem anscheinend von Ameisen verschonten Haus?

Quelle: Wikipedia
Man muss sich schon auf die Lauer legen
und sie dann verfolgen, um mal einen
Eingang zu einem Erdnest zu finden










Ich habe in diesem Zusammenhang der KI einmal diese Frage gestellt:
Was kkönnen wir von den Ameisen lernen?


Hier für Interessierte eine Zusammenfassung:

Einfache Regeln statt Bürokratie: Ameisen brauchen keine komplizierten Pläne. Sie reagieren flexibel auf chemische Signale (Pheromone) und die Interaktion mit ihren Nachbarn. Im Management zeigt das: Manchmal gehen Menschen Probleme „zu schlau“ an, statt auf einfache, bewährte Abläufe und klare Kommunikation zu setzen.

Kein Egoismus: Im Ameisenstaat zählt ausschließlich das Wohl der Gemeinschaft. Jede Ameise übernimmt genau die Aufgabe (Futterbeschaffung, Nestbau, Verteidigung), die gerade nötig ist – ohne Statussymbole oder Hierarchiekämpfe

Präventives "Social Distancing": Droht eine Infektion im Nest (z. B. durch Pilzsporen), passen Ameisen blitzschnell ihr Netzwerk an. Die Sammlerinnen, die sich draußen bewegen, meiden den Kontakt zu den inneren Cliquen und der Königin, um die Brut zu schützen

Natürliche Impfung: Ameisen betreiben gegenseitige Körperpflege. Hilft eine Ameise einer infizierten Artgenossin beim Putzen, nimmt sie bewusst Kleinstmengen des Erregers auf. Dies kurbelt ihr eigenes Immunsystem an – ein Prinzip ähnlich unserer Schutzimpfung

Niemals Stau: Ameisenstraßen funktionieren absolut reibungslos. Sobald es voll wird, passen die Tiere ihre Geschwindigkeit an oder weichen perfekt koordiniert aus. Mathematiker und Logistiker nutzen Ameisen-Algorithmen, um Navigationssysteme zu verbessern und den Straßenverkehr der Zukunft staufrei zu machen

Effiziente Raumsuche: Bei der Erkundung neuer Gebiete verändern Ameisen ihre Bewegungsmuster basierend auf Zufall und Interaktion. So scannen sie riesige Flächen in kürzester Zeit ab, ohne dass ein vorheriger Plan existiert.

Hier die Quellen, auf  die sich diese KI-Aussage bezogen hat:

https://crazyants.de/neues-aus-der-wissenschaft/teamwork-was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/

https://www.spektrum.de/video/was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/1558378

https://healthcare-in-europe.com/de/news/was-grippekranke-von-ameisen-lernen-koennen.html



Freitag, 28. August 2026

Als es noch Benzin-Coupns gab

 

Wer sich noch daran erinnert, dass man als Deutscher, der mit dem Auto nach Italien rreisen wollte, daheim vorher Coupons für einen reduzierten Spritpreis erwerben konnte, der ist heute vermutlich aucch in Rente. Bis 1990 gab es die, um einerseits für Touristen die hohe Mineralöl-Steur zu kompensieren, aber weil auch ein Teil der Kfz-Steuer über den Benzinverbrauch eingezogen wurde. Schon damals fragte ich mich, wieso die regulären Preise die Italiener und Italienerinnen nicht vom exzessiven Gebrauch ihrer Macchine abhalten konnten. Nicht nur, dass ihre Einkommen erheblch niedriger waren, sondern auch weil ihre Aotostrade ja massenhaft Maut verlangten.

In der Aktuellen von Trump und den Israelis mutwillig verursachten Öl-Krise habe ich nicht den Eindruck, dass die Lust am Auto in meiner Zweitheimat gebrochen wäre. Hier oben in der Ligurischen Bergwelt allerdings, wo man wegen des kaum existenten ÖPNV das Auto als überlebenswichtig einstufen muss, stöhnten wir gemeinsam mit unseren Nachbarn. Eben nicht nur wegen der Hitze, sondern aufgrund des Preis-Roulettes, das an den hiesigen Tankstellen genauso unvrorhersehbar war wie bei der 12Uhr-Regel unserer Finanzministerin Katherina Reiche daheim. Reiche ist nichts für Arme! Das erkennt man schon an ihrer Energie-Vorratspolitik, die Strom-Giganten wie die Abzocker von eon begünstigt aber die Windkraft nicht entsprechend stärkt.

Für diesen Post habe ich den regionalen Preis-Monitor der Satione di Servizio im Netz aufgerufen. Der Liter EU-Standard schwankte zwischen 1,99 in der früh und stieg im Laufe des Vormittags mitunter bis auf 2,O3. Das waren in etwa Münchner Preise. Seit zwei Tagen aber erreicht der Liter in den "Strandmetropolen" mit vielen Touristen bis zu 2,039 Euro.( Man achte auf die Null hinterm Komma!)  30 Kilometer weiter westlich, jenseits der Grenze zu Frankreich werden jedoch mit 2,34 Euro Rekordpreise registriert. Dabei hat sich die Lage in der Straße von Hormus ja nicht verändert. Es scheint sogar ein separates Abkommen Iran-Oman möglich.

Seit die fürsorglichste und einzige Ehefrau nicht nur in unserer Ehe, sondern auch beim Autofahren das Steuer übernommen hat, höre ich ihr Stöhnen an den Zapfsäulen kaum noch. Sie wendet nämlich gegen die Preistreiberei der Mineralöl-Konzerne einen einfachen Trick an: Sie fährt nur zum Tanken, wenn die Reserve anfängt zu blinken und tankt dann immer nur für 50 Euro. Gleichgültig ob in bar oder mit Karte. Der Preis entscheidet also über unser Rentner-Reichweite. Ist er hoch, wird eben weniger gefahren. Mal sehen wo die Preise bei unserr Heimafahrt im Oktober stehen. Österreich war bis jetzt ja immer eine Benk für günstigen Sprit...

Aber Spaß beiseite. Ich habe mal die KI zum Unterschied zwischen heute un der Coupon-Zeit befragt. Hier das erstaunliche Ergebnis:

Quelle: SPIEGEL
Momente mobiler Memorabilien
Wenn man die damaligen Preise auf die heutige Kaufkraft in Euro umrechnet (unter Berücksichtigung der enormen Inflation), stellt man fest: Ein Liter Benzin im Jahr 1980 entsprach inflationsbereinigt über 2,30 Euro bis 2,45 Euro nach heutigem Wert. Da der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters in den 1980ern oft nur bei 500.000 Lira lag, war das Volltanken ohne die Rabatte der Benzin-Coupons für Urlauber ein echter Luxus.