Freitag, 4. September 2026

Wenn der Chat zum "Schätzchen" wird

Als Mann des geschriebenen Wortes habe ich mich nie des gesprochenen verwehrt. Aber ich bemerke doch, wie das Geschriebene immer mehr ins Hintertreffen gerät, weil Sprechen einfach schneller geht und durch immer neue Computer-Programme und Apps noch animiert wird.

Mein persönlicher
Eindruck:
spielerisch witzig
Als vor kurzem meine Tochter samt Familie auf der Burg war, hörte ich sie von allen Stockwerken plötzlich italienische Sätze sprachen. Sie hatten sich eigens für den Aufenthalt hier ein Lernprogramm auf ihre Smartphones geladen, das die Komposition ganzer Sätze in einer Art Quizz verlangt. War die Anwort dann richtig, brauchten sie das dann phonetische umgesetzte Resultat nur noch nachzusprechen. Ich bekam es für "Fortgeschrittene" auch heruntergeladen. Ob ich es dann in der Winterpause verwende, weiß ich noch nicht, denn:
Ich hasse es, mit meinem oder anderen Computern zu sprechen!

Quelle: Pexels
Mein geplagtes Eheweib kann ein Lied über meine Wutausbrüche singen, wenn ich daheim in München wieder einmal beim Einfordern einer früher mühelos gewährten Service-Leistung an das Frage- und Anwortspiel eines Computers gerate. Obwohl mein neuer Laptop mit Mikro und Kamera ausgestattet ist, fiele es mir nicht im Traum ein, mit dieser schwarzen Zigarrenkiste ein Wort zu wechseln. Da bin ich wohl aus der Zeit gefallen. Selbst wenn ich dann meine Tochter bewundere, wenn sie zu einer Diskussion über den argentinischen Tango im Vergleich zu dem Uruguays durch einfache Anfrage bei ihrer Alexa die passenden Tonbeispiele sofort abrufen kann. - Und damit dann auch noch recht bekommt!

Kürzlich las ich, dass immer mehr User lieber ihre intimsten Probleme mit ChatGPT besprechen, weil ihnen ein verlässlicher und vertrauensvoller Gesprächspartner fehlt. Da wird ja der Isolation der Seelen ein Vorschub geleistet, dem kaum einer dann noch entrinnen kann. Wenn der Chat ein "Schätzchen" ersetzen muss, was wird dann aus der Menschheit? Ist ein digitales Fortpflanzungsprogramm etwa zur Begrenzung der Überbevölkerung schon in Arbei?

Quelle: Public Domain Pictures
"Zur Sache Schätzchen"
bald nur noch am Bildschirm?

Wenn alle ausgestorben sind, dann jedenfalls dereinst nicht das ehemalige Söder-Land. Denn in Bayern läuft gerade ein Porjekt, das KI Bayrisch beibringen soll. Da weist die Künstliche Intelligenz nämlich noch eindeutige Defizite auf. Es werden also zum Angewöhnen hochdeutsche Sätze ins Urbayrische umgesetzt.

Als zweisprachig aufgewachsener "Saupreiß" plagt mich da sofort die Erinnerung an meine in München-Ramersdorf geborene und aufgewachsene Test-Redakteurin. Die war nämlich mit einem verheiratet, der zeitlebens in München-Aubing wohnte.
Nur zwei Beispiele ihres immerwährenden Mundart-Streites:

Um Steine. Er: d'Stoa. Sie: Stoana.
Um Sterne: d'Stern. Sie: Steana.
Und wie wäre dann erst der Steuerprüfer aus Niederbayern, der einmal mein Prüfergebnis mit seinem Chiemgauer Vorgesetzten am Telefon erörterte, im KI-Modus intoniert worden..?

https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/kuenstliche-intelligenz-dialekt-bayrisch-100.html

Mittwoch, 2. September 2026

Gewissensbisse

 Nicht nur, dass das mulmige Montagsgefühl einen ein Leben lang nicht losläßt, auch das Gewissen nagt mit kleinen Bissen immer wieder am Bewusstsein. Selbst wenn längst kein Muss mehr das Tun verlangt. Das Nichtstun ist eben nur dann süß, wenn es im Urlaub vom Arbeitsalltag entspannen soll. La dolce far niente verliert an Segnung, wenn bald jeder Tag damit erfüllt ist.

Quelle: Pixabay

Wir haben uns viel für die Wochen nach der Hitzewelle vorgenommen, zumal die jüngeren Nachbarn beim Brindisi auf der Piazza davon berichten, was sich am Meer so alles verändert. und was man für tolle Restaurants besucht hat. Nächste Woche fängt hier wieder die Schule an, und mit ein paar verstrichenen Tagen später, haben wir früher all unsere Lieblingsplätze zurück erobert.

Gestern also saßen wir gemütlich auf der nachmittags auch in ihrem Umfeld nun völlig ausgestorbenen Piazza bei einem Drink. Es wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, Pläne zu schmieden oder zumindest mal einen der empfohlenen Restaurant-Besuche ins Auge zu fassen. Aber stattdessen entspann sich zwischen meiner Frau und mir in etwa dieses Gespräch, das nun der Anlass zu diesem Post ist.

Meine Frau: "Es ist so herrlich ruhig und schön hier. Ich will hier eigentlich nie wieder weg. Aber ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich hier die Tage vertrödele, während ich mich doch zuhause um meine Schwester kümmern müsste."

Ich: "Das war doch höchste Zeit, dass Du mal von allem loskommst. Diese elendige Fahrerei durch die verstopfte Innenstadt. Sie wird doch daheim rund um die Uhr auch vom Pflegedienst betreut. Und freu Dich doch, dass Du seit unserer Ankunft wie früher ein Buch nach dem anderen bis tief in die Nacht verschlungen und den neuen Fernseher nicht einmal eingeschaltet hast."

Meine Frau: "Aber mir kommt es so ungerecht vor, dass wir hier so friedvoll leben dürfen, während rund um die Welt Kriege stattfinden, Flutkatastrophen, Erdbeben und Waldbrände tausende Menschen umbringen oder heimatlos machen,"

Ich: "Schatz nun hör aber mal auf! Wir haben die Welt schon nicht verändern können, als wir noch aktiv waren. Bei der Hitze konnten wir uns ja doch kaum noch bewegen! Wenn Du so ein schlechtes Gewissen hast, lass uns mal, wenn es kühler wird, die im Haus längst notwendigen Dinge in Angriff nehmen. Die Vorhänge müssen runter, die Konsolen neu gestrichen werden, und wollten wir wegen der Kinder nicht die Möbel im Wohnzimmer umstellen?"

Meine Frau: "Ach Du hast ja so recht! Lass uns mal wieder ans Meer fahren und das neue Strandrestaurant in Prino ausprobieren!"

Quelle: pinterest

Montag, 31. August 2026

Die wundersamen Wege der Ameisen


Von der Hitze übermannt, war mir sofort eines Klar: Das ist kein Ameisen-Jahr! Während ich mit hängendem Kopf meinen Schweißtropfen folgte, die quasi auf den Kieselsteinen der Piazza sofort verdampften, sah ich nur ein einziges Exemplar einer wohl orientierungslosen Rossameise. Diesseits des weißen Farbstrichs, der zum Gulli leitet, verläuft normalerweise die Autostrada delle Formiche. Bei deren Überwachung lernte ich doch in der Vrgangenheit, dass selbst Verkehrsplaner sich von den Stauvermeidungs-Strategien der Ameisen etwas abgucken konnten.
Quelle: Wikipedia
Die braunschwarze Rossameide
Ja und jetzt nur dieser einzelne Trottel-Späher, der sogar größere Steine erklomm, um sich einen Überblick zu verschaffen? Wenn sie ansonste zu Hunderten,  beim vierspurigen Hin und Her zur Orientierung 
das gar nicht brauchen, weil sie einfach nur dem Hinterteil der Vorder-Ameise folgen müssen, und Geister-Ameisen, die von der rückwärts führenden Straße abkommen könnten, eben wegen des schwarmintelligenten Verkehrsverhaltens eben niemals passieren können.
Aber wo sind sie denn alle hin bei der Trockenheit? Sind sie runter zum Impero oder hiauf zu den Laghetti, um wenigsten einen Tropfen Wasser aufzuspüren?
Foto: Claus Deutelmoser
Die fürsorglichste Blumengießerin weiß schoon,
wieso sie ihre Beine zum Überbrücken der
Ameisen-Autobahn hochlegt

Die fürsorglichst aller meiner Ehefrauen, wusste natürlich Antwort:
"Die haben es sich in meiner Hortensie gemütlich gemacht, weil sie natürlich genau gewusst haben, dass die täglich gegossen wird. Aber leider war die dann von ihren Untermietern derart ausgelaugt, dass i
ch sie zum Biomüll bringen musste. War wohl so eine Art Zwangsumzug für deine Freunde." Letzteres begleitete eine Art sardonisches Lächeln.

Quelle: Wikipedia
Die zugewanderte Pharao-Ameise
ist in Südeuropa Gesundheitspolizei,
kann aber bei kleinsten Speiseresten
in Wohnräumen zu einer echten Plage werden
Da musste die Strafe einfach auf den Fuß folgen: Ein paar Tage später war ich mit dem Kochen dran. Es gab gebratene Rippchen mit Pommes Dauphinées. Die Rippchen waren auf einem Styropor-Tablett eineschweißt gewesen, was meine immer zum Aufräumen angetriebene Holde, sofort getrennt im Plastik-Müllsack entsorgte. Wir waren gerade mit unserem Abendessen auf der Piazza fertig, da kam ihr spitzer Aufschrei aus der Küche. Mit panischer Mine stürmte sie samt noch offenem Müllsack heraus und zeigte mir, was in knapp einer Stunde geschehen war: Die vermutlich nach dem toten Feisch riechende Plastikverpackung war von mehreren hundert kleiner, rotschimmernder Ameisen bevölkert...

Wo kamen sie her, wer hat sie informiert und wo hatten sie sich zuvor versteckt, um so schnell zu operieren? - In einem bis dato Anti-Ameisen-Jahr und unserem anscheinend von Ameisen verschonten Haus?

Quelle: Wikipedia
Man muss sich schon auf die Lauer legen
und sie dann verfolgen, um mal einen
Eingang zu einem Erdnest zu finden










Ich habe in diesem Zusammenhang der KI einmal diese Frage gestellt:
Was kkönnen wir von den Ameisen lernen?


Hier für Interessierte eine Zusammenfassung:

Einfache Regeln statt Bürokratie: Ameisen brauchen keine komplizierten Pläne. Sie reagieren flexibel auf chemische Signale (Pheromone) und die Interaktion mit ihren Nachbarn. Im Management zeigt das: Manchmal gehen Menschen Probleme „zu schlau“ an, statt auf einfache, bewährte Abläufe und klare Kommunikation zu setzen.

Kein Egoismus: Im Ameisenstaat zählt ausschließlich das Wohl der Gemeinschaft. Jede Ameise übernimmt genau die Aufgabe (Futterbeschaffung, Nestbau, Verteidigung), die gerade nötig ist – ohne Statussymbole oder Hierarchiekämpfe

Präventives "Social Distancing": Droht eine Infektion im Nest (z. B. durch Pilzsporen), passen Ameisen blitzschnell ihr Netzwerk an. Die Sammlerinnen, die sich draußen bewegen, meiden den Kontakt zu den inneren Cliquen und der Königin, um die Brut zu schützen

Natürliche Impfung: Ameisen betreiben gegenseitige Körperpflege. Hilft eine Ameise einer infizierten Artgenossin beim Putzen, nimmt sie bewusst Kleinstmengen des Erregers auf. Dies kurbelt ihr eigenes Immunsystem an – ein Prinzip ähnlich unserer Schutzimpfung

Niemals Stau: Ameisenstraßen funktionieren absolut reibungslos. Sobald es voll wird, passen die Tiere ihre Geschwindigkeit an oder weichen perfekt koordiniert aus. Mathematiker und Logistiker nutzen Ameisen-Algorithmen, um Navigationssysteme zu verbessern und den Straßenverkehr der Zukunft staufrei zu machen

Effiziente Raumsuche: Bei der Erkundung neuer Gebiete verändern Ameisen ihre Bewegungsmuster basierend auf Zufall und Interaktion. So scannen sie riesige Flächen in kürzester Zeit ab, ohne dass ein vorheriger Plan existiert.

Hier die Quellen, auf  die sich diese KI-Aussage bezogen hat:

https://crazyants.de/neues-aus-der-wissenschaft/teamwork-was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/

https://www.spektrum.de/video/was-wir-von-ameisen-lernen-koennen/1558378

https://healthcare-in-europe.com/de/news/was-grippekranke-von-ameisen-lernen-koennen.html



Freitag, 28. August 2026

Als es noch Benzin-Coupns gab

 

Wer sich noch daran erinnert, dass man als Deutscher, der mit dem Auto nach Italien rreisen wollte, daheim vorher Coupons für einen reduzierten Spritpreis erwerben konnte, der ist heute vermutlich aucch in Rente. Bis 1990 gab es die, um einerseits für Touristen die hohe Mineralöl-Steur zu kompensieren, aber weil auch ein Teil der Kfz-Steuer über den Benzinverbrauch eingezogen wurde. Schon damals fragte ich mich, wieso die regulären Preise die Italiener und Italienerinnen nicht vom exzessiven Gebrauch ihrer Macchine abhalten konnten. Nicht nur, dass ihre Einkommen erheblch niedriger waren, sondern auch weil ihre Aotostrade ja massenhaft Maut verlangten.

In der Aktuellen von Trump und den Israelis mutwillig verursachten Öl-Krise habe ich nicht den Eindruck, dass die Lust am Auto in meiner Zweitheimat gebrochen wäre. Hier oben in der Ligurischen Bergwelt allerdings, wo man wegen des kaum existenten ÖPNV das Auto als überlebenswichtig einstufen muss, stöhnten wir gemeinsam mit unseren Nachbarn. Eben nicht nur wegen der Hitze, sondern aufgrund des Preis-Roulettes, das an den hiesigen Tankstellen genauso unvrorhersehbar war wie bei der 12Uhr-Regel unserer Finanzministerin Katherina Reiche daheim. Reiche ist nichts für Arme! Das erkennt man schon an ihrer Energie-Vorratspolitik, die Strom-Giganten wie die Abzocker von eon begünstigt aber die Windkraft nicht entsprechend stärkt.

Für diesen Post habe ich den regionalen Preis-Monitor der Satione di Servizio im Netz aufgerufen. Der Liter EU-Standard schwankte zwischen 1,99 in der früh und stieg im Laufe des Vormittags mitunter bis auf 2,O3. Das waren in etwa Münchner Preise. Seit zwei Tagen aber erreicht der Liter in den "Strandmetropolen" mit vielen Touristen bis zu 2,039 Euro.( Man achte auf die Null hinterm Komma!)  30 Kilometer weiter westlich, jenseits der Grenze zu Frankreich werden jedoch mit 2,34 Euro Rekordpreise registriert. Dabei hat sich die Lage in der Straße von Hormus ja nicht verändert. Es scheint sogar ein separates Abkommen Iran-Oman möglich.

Seit die fürsorglichste und einzige Ehefrau nicht nur in unserer Ehe, sondern auch beim Autofahren das Steuer übernommen hat, höre ich ihr Stöhnen an den Zapfsäulen kaum noch. Sie wendet nämlich gegen die Preistreiberei der Mineralöl-Konzerne einen einfachen Trick an: Sie fährt nur zum Tanken, wenn die Reserve anfängt zu blinken und tankt dann immer nur für 50 Euro. Gleichgültig ob in bar oder mit Karte. Der Preis entscheidet also über unser Rentner-Reichweite. Ist er hoch, wird eben weniger gefahren. Mal sehen wo die Preise bei unserr Heimafahrt im Oktober stehen. Österreich war bis jetzt ja immer eine Benk für günstigen Sprit...

Aber Spaß beiseite. Ich habe mal die KI zum Unterschied zwischen heute un der Coupon-Zeit befragt. Hier das erstaunliche Ergebnis:

Quelle: SPIEGEL
Momente mobiler Memorabilien
Wenn man die damaligen Preise auf die heutige Kaufkraft in Euro umrechnet (unter Berücksichtigung der enormen Inflation), stellt man fest: Ein Liter Benzin im Jahr 1980 entsprach inflationsbereinigt über 2,30 Euro bis 2,45 Euro nach heutigem Wert. Da der durchschnittliche Monatslohn eines Arbeiters in den 1980ern oft nur bei 500.000 Lira lag, war das Volltanken ohne die Rabatte der Benzin-Coupons für Urlauber ein echter Luxus. 

Mittwoch, 26. August 2026

Kopf gegen Kraft

Quelle: heilkraft.online

Nach der langen Hitze-Periode habe ich erheblich an Kraft eingebüßt. Das geht mir ziemlich auf den Geist! Und da trösten mich auch die Bekundungen meiner Nachbarn nicht, die sagen es ginge ihnen auch so. Die sind nämlich alle - bis auf den römischen Hotelier mit seiner jungen Freundin - erheblich älter als ich. Zwar bin ich mit 77 älter geworden als mein vor über zwanzig Jahren verstorbener, bester Freund. Aber der hat mit mir bis 75 noch jedes Senioren-Doppel im Tennis gewonnen, bei dem es auch um Alters-Wetten ging. Was haben wir für gemeinsame Träume gehabt, was, wie und wann wir noch alles anstellen würden. Wieso haben wir uns das alt Werden so glamourös vorgestellt, und haben Krebs und andere Malaissen wie dumme Kraftprotze ausgeklammert?

Quelle: Wikipedia
Arnold Schwarzenegger 79:
Selbst ein einst Eisen pumpender
Hollywood-Actionheld
musste nach einer Herz OP
kürzer treten
Ich will Euch ja mit meiner ewigen Bezugnahme auf das Altern beim Lesen meiner Posts nicht verprellen. Nur möchte ich Euch daran erinnern, dass der Kraft-Tank quasi übernacht auf Reserve läuft, und dann heißt es spritssparend und niedrigtourig weiter zu machen. Damit habe ich viel zu spät angefangen, weil meine Kraft mir ein Leben lang immer mehr zumutete, als mein Kopf steuern konnte. Ein fast gleichalriger Orthopäde und Segelkamerad, den ich nun auch schon überlebt habe, hat mich einst mit einem tollen Spruch gewarnt: Wer immer unter vollen Segeln in den Sturm steuert, muss jederzeit damit rechnen, dass die Wanten bersten!

Wenn einen die Kraft verlässt, muss man - so lange der noch funktioniert - den Kopf einsetzen.

Quelle: Facebook

Kürzlich schrieb mir eine Leserin der ersten Stunde und fragte mich, ob ich denn jemals läse, was ich genau vor einem Jahr geschrieben habe. Tatsächlich lese ich zurück liegende Texte nur, wenn sie in der Statistik auffällig oft angeklickt werden. Ansonsten vermeide ich es noch aus Angst, um der Weissagung von Friedrich Nietzsche nicht zu erliegen,. Meistens erfreue ich mich nämlich nicht an ihnen, sondern ärgere mich über meine alten Texte: Weniger über Tippfehler, Rechtschreibung und Interpunktion, aber über Fehlinterpretationen oder Bezugsfehler aus meiner damaligen Perspektive. Es gibt keine ärgere Last als eine Veröffentlichung.
"Wat schert misch min dumm Jeschwätz von jestern", meinte einst der pfiffige Altkanzler Konrad Adenauer. Aber der ließ ja auch schreiben.
Quelle: Aus seiner Biographie
Konrad Adenauer 1867 - 1967

Am schlimmsten finde ich  - mit gewissen Abstand - dann aber meine Nabelschau-Texte wie den heutigen! Wer wird schon gerne selbst an seine Seelen-Blähungen erinnert?...

Montag, 24. August 2026

Ein langer, lauer oder ein krachend, kurzer Abschied vom heißesten Sommer aller Zeiten?

Fotos: Subodh Panta




















Der blutroe Bote

Die Zeichen des Himmels erkenne ich noch,
Doch deuten will ich sie 
längst nicht mehr!
Beim Klima im Wandel ist's so unnütz doch!
Wochenlange Hitze machte uns das Atmen schwer.
Ertrinkt nun des Sommers Glut im eignen Blut?
Morgen, das ist klar, wird's heftig Regen geben.
Doch tut der dann auch noch den Pflanzen gut?
Neun Wochen mussten die ohne Wasser leben.

Die Angst, es könnte nicht über den Sommer reichen,
Beschlich bald auch uns ausgedörrten Alten.
Wichtige Wege gingen wir nur noch im Schleichen.
Doch träumten wir dann vom Norden, dem kalten?
Keiner kann  dieser globalen Glut noch weichen!
Selbst am Matterhorn schmolz das Eis die Felsen raus.
Weltweit brannten die schattigen Wälder lichterloh.
Auch den größten Flüssen ging das Wasser aus.
Die Schiffer wurden ihres Lebens nicht mehr froh.

So, wie das lebenswichtige Nass aus den Poren sprudelte,
Kam kaum einer noch mit dem Trinken hinterher.
Kleidung wechseln und Bettwäsche die schweißbesudelte!
Aircon, Waschmaschine- Ressourcen schonen, ist da schwer.
Kommen wir überhaupt noch aus dieser Klimaklemme?
Kaum kündigt das Abendrot herbstliche Temeraturen an,
Beginnt um den Gasmangel im Winter wieder das Geflenne.
Wird der Winter so hart wie erahnt, was machen wir dann?

Der blutrote Bote taugt eben gar nicht für Langzeit-Prognosen.
Er ist vor allem schön anzuschauen und lässt uns träumen.
Für den Moment vergessen dann - die Zeitläufte mit ihrem Tosen.
Regen folgt Sonnenschein. Silber glitzert's in Olivenbäumen.
Zeit? Wo ist das einfachen Leben geblieben?
Alter? Wo bist Du mit unserer Jugend hin?
Lasst uns doch wieder das Leben lieben.
Sonst macht all die Schönheit keinen Sinn!








Freitag, 21. August 2026

Zwischen Feindseligkeit und Besorgnis

Quelle: YUMPU
Gestern stieg der kleine Burggeist Mariella  von den Zinnen zu mir auf die Piazza herab und äußerte Besorgnis über einen Artikel, den "La Repubblica" über den Zustand Deutschlands unter der Regierung Merz veröffentlicht hat. Sowohl Mariella, als auch "La Repubblica" sind wie auch ich eher linksliberal ausgerichtet.

Als ehemaliger Schreiberling weiß ich, dass nichts leichter ist, als von außen über das zu schreiben, was hinter dem Zaun passiert. Dass das dann immer nur in abtrahierender Form zusammengefasst werden kann, was man gerade sieht, muss einleuchten. Obwohl ich ein scharfer Gegner der Schwarzroten Koalition bin, habe ich mich in alter Sorgsamkeit und um Neutralität bemüht,  mit meinem Speisekarten-Italienisch durch diverse, aktuelle Quellen gescrolt.

Was wurde thematisiert und wieso gerade jetzt?
Meloni und Merz sind im Clinch wegen des neuen, seit Juni geltenden EU-Migrationsrechts. Merz will die bereits bei der Ankunft in Italien erfassten und nach Deutschland durchgereisten Asylanten nun wieder zurück auf Anfang schicken. Meloni hat mit ihrer rechtsfaschistischen Regierung natürlich den Willen, sie nicht nur nicht aufzunehmen sondern das erneut aufkommende Thema Migration aus dem Tagesgeschäft heraus zu halten.

Quelle:Governo Italiano
Bloß nicht vom Größenverhältnis täuschen lassen!

Nicht erst seit Jahresbeginn bemüht sich der italienische Bankenschlucker-Krake UniCredit, die Commerzbank feindlich zu übernehmen. Das Ziel ist, an deren einflussreiches Geschäftsfeld mit dem Deutschen Mittelstand zu gelangen. Das darf uns nicht kalt lassen und ist ein Vorgehen, welches bereits ein Prüfstein für die EU und deren Wunsch nach entsprechender Banken-Regulierung ist. Auch Kanzler Merz hat schon angedeutet, dass sich seine Administration trotz klammer Kassen - dann nicht regelkonform - finanziell einmischen werde.

Quelle: SRF

Und dann das noch: Die marode im Erneuerungs-Prozess befindliche Deutsche Bahn muss sich mit der nach EU-Recht  statthaften Absicht der privaten italienischen Bahngesellschaft Italo auseinandersetzen, auf den deutschen Hochgeschwindigkeitsstrecken mit eigenen Zügen in den Fernverkehrsmarkt einzusteigen. Deren Pläne sind so weit fortgeschitten, dass Italo den Betrieb ab April 2028 aufnehmen wlll. Die Deutsche Bahn pocht auf ihre Eigentumsrechte an den Speed-Strecken, befindet sich aber in einer Zwickmühle, weil sie gleichzeitig mit der Staatsbahn Trenitalia und der ÖBB an grenzüberschreitenden Verbindungen bastelt.

Quelle: Bayrischer Rundfunk
Mit Ferrari-Design in Höchstgeschwindigkeit durch Deutschland brausen
Es geht wie immer um viel Geld und nochmehr Profit!

Ganz schön "balico balaco" wie der Altportugiese zu einem ungewissen Ausgang zu sagen pflegte: Da lohnt  sich schon die Stimmungsmache, mit  großzügigen PR-Etats.  Die "Deutsche Situation" noch schauderöser darzustellen als sie ohnehin schon ist, kann aber wohl auch von den italienischen Verhältnissen nur kurz ablenken.