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| Quelle: Bei Amazon auf Lager Machte in duesen Buch den Spruch aus der Berliner Gosse literarisch: Erich Kästner 1899 - 1974 |
Jetzt ist dieser Spruch "Quatsch keine Opern" so unbekannt, dass er von der KI ursprünglich nur noch in Zusammenhang mit Büchern von Erich Kästner und Erich Maria Remarque in die 1930er Jahre verortet wird. Er muss aber viel älter sein. Denn er war mir auch dadurch geläufig, dass die hochgebildeten und Hochdeutsch zelebrierenden Männer der Familie immer nur ins prollige Berlinern ihre Kindheit wechselten, wenn sie sich über zu langes Rumgerede ärgerten.
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| Quelle: Wikpedia |
Für mich war diese Redensart deshalb immer mit der Oper als sehr langatmige Kunstform verbunden. Das hat sich auch im Alter nur unwesentlich verändert. Ich ordne meine zu wenig ausgeprägte Musikalität als "natürlich empfänglich" ein, und obwohl ich meinen von anderen als schön eingeordnetem Bariton nur einmal in einem öffentlichen Auftritt bei Schuberts "Ein Wintermärchen" erklingen ließ, kann ich weder vom Blatt singen, noch Partituren lesen. Bei mir funktionierte nur "singing by listening" mit Hilfe einer ebenfalls längst aus der Tontechnik verschwundenen CD von Hermann Prey.
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| Quelle: Wikpedia Hermann Prey 1828 - 1998 |
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| Quelle: Rest Less Singing by Listening geht ja heute so viel leichter |
Merkt Ihr etwas? Wenn ich diesen Post bis hierhin laut vorläse, hieße es bestimmt auch wieder:"Quatsch keine Opern!". Komm endlich zum Punkt!
Gut! Es geht ja ums Abschweifen. Oft schon wurde ja von mir an dieser Stelle das akustische Phänomen rund um die Piazza beschrieben, Die mehr oder weniger lustigen Witwen von Castello, le vedove, habe ich ja auch schon bisweilen thematisiert. Worauf ich hinaus will, wird mir hoffentlich nicht als frauenfeindlich ausgelegt:
Im Alter bin ich zwar ein besserer Zuhörer aber eher ein in mich gekehrter Maulfauler geworden. Das, was ich zu sagen hätte, schreibe ich lieber. Da ich bei offenem Fenster morgens viel länger im Bett liege als die meisten Damen dieses Borgos, erlebe ich an bestimmten Tagen gewissermaßen eine Art Volks-Oper.
Die Ouvertüre bestreitet die Nanna von der oberen Piazza. Die einst Verstoßene und spät wieder in Gnaden aufgenommene, kommt in meinen Posts als "Rete Castello" - als örtlicher Radiosender - vor. Sie weiß alles, kennt alle und hört sowie verbreitet neueste Nachrichten und Gerüchte. Vom rücksichtsvoll lautlos rückwärts von oben heran rollenden Müllmann, dessen morgendliche Fahrt (pünktlich um sechs) sie am liebsten dreimal die Woche mit ihrem an die Pusaunen von Jericho erinnernden Stakkato-Stimme begleitet, kann sie die jedenfalls nicht bekommen. Er begleitet ihren Schwall höchstens durch unrhythmisches, tiefes Grunzen.
Kaum ist der fluchtartig (?) wieder nach oben durchgestartet, beginnt der erste Akt durch lautes und herrisches Rufen nach der kleinen Person mit der blousigen Altstimme. Marcella, Marcellaaa Maarcellllaaaaa!!! Oben von den Zinnen wird mit sotto voce ein wenig mürrisch fragend geantwortet. Das untermalt die minutenlang an- und abschwellende Solo-Arie der Cassandra unten höchst dezent. Die Piazza erschallt bald im Crescendo, wenn meine Frau mit ihrem Speisekarten-Italienisch durch die offene Küchentür ins Duett einfällt. Ein im Mezzosopran überschwänglich vorgetragener Morgengruß. Dem Libretto ist vorher schon schwer zu folgen. Es wird gänzlich unverständlich, wenn Nanna dann nach dramatischer Pause auch noch verstärkt durch drei Gewölbe im Salzburger Jedermann-Stil nach iherem streunenden Kater ruft.
In der ersten Pause setze ich mich etwas derangiert an den Schreibisch und weiß wieder mal nicht, was ich schreiben soll. Aber schon bald treten treppauf treppab, die ausländisch besetzten Nebenrollen durch die diversen Torbögen auf. Ergänzt durch den Belcanto der ehemalig bunteste Jogginganzüge tragenden Femme fatale. Jede einzelne erkenne ich mittlerweile an der Modulation in ihren Stimmlagen. Und verstehen kann ich nun auch, worum es jeweils in der Handlung geht. Dabei wird deutlich, dass die Parts der Alleinstehenden immer deutlich länger ausfallen als bei den Damen, die zuhause noch jemanden warten haben. Dann fällt nach dem Absingen diverser Speisefolgen zum Pranzo endlich der Vorhang. Siesta, Stille, nur noch das leise Summen der Insekten.
Also da erinnere ich mich dann doch noch an das, was ich Euch eigentlich schreiben wollte: Wieso mich nämlich einzelne Schnipsel aus Opern doch immer wieder antörnen oder stark in besondere Stimmungen bringen:
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| Quelle: CINEMATOGRAFO |
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| Quelle: Mahler Foundation 1873 -1927 |
Oder Wagners "Ritt der Wallküren" beim Napalm-Angriff in "Apocalypse now" von Francis Ford Copalla.
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| Quelle:IMDb Auch wegen Pavarotti als Schauspieler immer noch sehenswert: Gelibter Giorgio aus dem Jahr 1982 |
Aber daran ist auch zu erkennen, dass ich mehr Cineast bin, also einer, der sein Sitzfleisch lieber für Filme strapaziert als für feierliche Opern..
























