Montag, 10. August 2026

Nicht mit den Wölfen heulen!

Quelle: Caccia e Passione
Anderes Land, gleicher Zwiespalt, ähnliche Argumente: In dieser Trockenheit ist es klar, das Wildtiere dorthin ziehen, wo der Mensch Wasserwirtschaft betreibt oder Reserevoire zur Bekämpfung möglicher Waldbrände anlegt. Ob Nutz- oder Raubtier, Durst haben sie alle.

Als gäbe es derzeit keine anderen Probleme zerren Politiker, Landwirte und in ihrem Windschatten natürlich die Jäger die schnell vorangehende, zunächst gewollte Ausbreitung des Italienischen Wolfes in Ligurien (Canis lupus italicus) in eine öffentliche Diskussion. Die verhärteten Fronten ähneln denen in Deutschland sowohl in der Intonataion der Empörung als auch von der Überhöhung der Argumente. Deshalb muss ich nicht im Detail darauf eingehen. Ich habe ein wenig im Netz gestöbert, um mir selbst einen Überblick zur Meinungsbildung zu verschaffen:

Quelle: Wikipedia
Verbreitungsgebiet des Canus Lupus italicus
Demnach leben in den dichten Bergwäldern von Ligurien laut der Behörde ISPRA zwischen sieben und zehn territoriale Rudel, das macht im Höchstfall etwas über 100 Exemplare aus, die sich dann aber vom westlichen Appenin, wo ihre Neunsiedlung begann, bis hinunter in die Südspitze der Cinque Terre verteilen. Im waldigen Hinterland von Genua und Savona wurden männliche Tiere, die aktiver wandern, besendert, so dass sich eine stetig verbessernde Überwachung ergibt. Annäherungen an dichter besiedelte Provinzen mit starker Agrar-Infrastruktur sind im Moment noch selten, aber wer weiß, wie sich der Klimawandel auf die Wanderlust der Graukittel auswirken wird. Fest steht, dass auch im freien Jägerland Ligurien das Problem eher eines vom Menschen mit dem Wolf ist,  als eines des Wolfs mit dem Menschen sein wird, so lange sich beide vermeintlichen Konflikt-Parteien an die hinlänglichbekannte Grundregeln halten.

Aber wieso hat der als exessiver Wildschwein-Verspeiser erheblich an Gewicht eingebüßt habende O.belix dieses Thema überhaupt für einen Post ausgesucht? Er wandert ja nicht mehr durch die Wälder oder auf den Pfaden rund um den Borgo, weil er den viel gefährlicheren Wildschweinen aus dem Weg gehen will, die sich durch ihr nahe gelegenes Schutzgebiet stärker ausgebreitet haben, als es den Wölfen je vergönnt wäre.

Mitte der Woche glaubte Piero, der Musikprofessor, dessen Schlafzimmer auf den Burgzinnen höher liegt als meines, das unverkennbare Heulen eine Wolfes vom Ginster-Pass gehört zu haben. Ich schmunzelte skeptisch, glaubte aber an sein musikalisches Gehör.
In der Nacht zum Samstag hämmerten die Bässe der Band, die im Capo Luogo zur Sagra aufspielte, bis zwei Uhr nachts zu uns herauf ins Schlafzimmer. Meine Frau schlummerte trotzdem selig, während ein Hagel böser Gedanken auf mich niederprasselte. Gerade als ich nach Ende des Festes hinüber daämmerte, hörte ich das Heulen, das ich bislang nur aus Dokumentar- oder Abenteuer-Filmen kannte.
Es kam mir sehr nah und sehr klar vor, und es hätte auch ein Mensch mit Imitationsgabe sein können.
Aber dann las ich heute von dem Wolfsweibchen, das in der Provinz Imperia wohl sechs Welpen im Schutze seines Rudels durch den Winter gebracht hatte. 

Quelle: ANSA

Die werden die ligurischen Wolfsgegner nun auch noch verkraften müssen - im "Überlebenskampf".
 Auch wenn sie uns vielleicht näher kommen, ich werde jedenfalls nicht mit jenen heulen, die sie nun wieder tropheengeil bejagen wollen

Ich halte mich lieber an die von der KI emfohlenen Umgangsformen:

Richtiges Verhalten im Detail
  • Ruhe bewahren: Panik ist unbegründet, da Wölfe Menschen in der Regel meiden.
  • Nicht weglaufen: Weglaufen oder Wegfahren (z. B. mit dem Rad) kann den Jagd- oder Hetzinstinkt des Tieres auslösen.
  • Auf sich aufmerksam machen: Sprechen Sie mit ruhiger, aber fester Stimme, klatschen Sie in die Hände oder winken Sie ab, damit der Wolf erkennt, dass Sie ein Mensch sind.
  • Distanz vergrößern: Gehen Sie langsam und unter Blickkontakt rückwärts, um den Abstand zu vergrößern.
  • Einschüchtern bei Annäherung: Sollte der Wolf wider Erwarten folgen oder nicht weichen, machen Sie sich groß, schreien Sie das Tier laut an und werfen Sie notfalls Steine oder Stöcke nach ihm. 
  • Hunde anleinen: Führen Sie Ihren Hund in Wolfsgebieten stets an der Leine und halten Sie ihn nah bei sich, um Konflikte zu vermeiden

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