Nicht nur, dass das mulmige Montagsgefühl einen ein Leben lang nicht losläßt, auch das Gewissen nagt mit kleinen Bissen immer wieder am Bewusstsein. Selbst wenn längst kein Muss mehr das Tun verlangt. Das Nichtstun ist eben nur dann süß, wenn es im Urlaub vom Arbeitsalltag entspannen soll. La dolce far niente verliert an Segnung, wenn bald jeder Tag damit erfüllt ist.
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| Quelle: Pixabay |
Wir haben uns viel für die Wochen nach der Hitzewelle vorgenommen, zumal die jüngeren Nachbarn beim Brindisi auf der Piazza davon berichten, was sich am Meer so alles verändert. und was man für tolle Restaurants besucht hat. Nächste Woche fängt hier wieder die Schule an, und mit ein paar verstrichenen Tagen später, haben wir früher all unsere Lieblingsplätze zurück erobert.
Gestern also saßen wir gemütlich auf der nachmittags auch in ihrem Umfeld nun völlig ausgestorbenen Piazza bei einem Drink. Es wäre eigentlich eine gute Gelegenheit gewesen, Pläne zu schmieden oder zumindest mal einen der empfohlenen Restaurant-Besuche ins Auge zu fassen. Aber stattdessen entspann sich zwischen meiner Frau und mir in etwa dieses Gespräch, das nun der Anlass zu diesem Post ist.
Meine Frau: "Es ist so herrlich ruhig und schön hier. Ich will hier eigentlich nie wieder weg. Aber ich habe so ein schlechtes Gewissen, dass ich hier die Tage vertrödele, während ich mich doch zuhause um meine Schwester kümmern müsste."
Ich: "Das war doch höchste Zeit, dass Du mal von allem loskommst. Diese elendige Fahrerei durch die verstopfte Innenstadt. Sie wird doch daheim rund um die Uhr auch vom Pflegedienst betreut. Und freu Dich doch, dass Du seit unserer Ankunft wie früher ein Buch nach dem anderen bis tief in die Nacht verschlungen und den neuen Fernseher nicht einmal eingeschaltet hast."
Meine Frau: "Aber mir kommt es so ungerecht vor, dass wir hier so friedvoll leben dürfen, während rund um die Welt Kriege stattfinden, Flutkatastrophen, Erdbeben und Waldbrände tausende Menschen umbringen oder heimatlos machen,"
Ich: "Schatz nun hör aber mal auf! Wir haben die Welt schon nicht verändern können, als wir noch aktiv waren. Bei der Hitze konnten wir uns ja doch kaum noch bewegen! Wenn Du so ein schlechtes Gewissen hast, lass uns mal, wenn es kühler wird, die im Haus längst notwendigen Dinge in Angriff nehmen. Die Vorhänge müssen runter, die Konsolen neu gestrichen werden, und wollten wir wegen der Kinder nicht die Möbel im Wohnzimmer umstellen?"
Meine Frau: "Ach Du hast ja so recht! Lass uns mal wieder ans Meer fahren und das neue Strandrestaurant in Prino ausprobieren!"
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| Quelle: pinterest |

