Freitag, 11. September 2026

Vom Verdrängen verheerendster Verbrechen

Gemälde: Claus Deutelmoser, beide Öl auf Leinwand
Eine Insel der Glückseligkeit, die man sich im Geiste schafft,
um der Schrecken Herr zu werden könnte leicht zu einem isolierten Denken führen

Schon jetzt dürfte feststehen, dass das Jahr 2026 - generell betrachtet - das schlimmste der Geschichte wird. Ich bin zu jung, aber ich denke, selbst in den Tagen des Ersten und Zweiten Weltkriegs gab es Regionen, in denen man von den "Weltnachrichten" noch vieles durch Konzentrieren auf regionales Leben ausklammeern konnte.

Obwohl meine Frau den neuen Fernseher, den wir hier haben, bislang nicht einmal angeschaltet hat, plagt sie ein schlechtes Gewissen wegen unseres Wohlergehens. Sie macht auch das Verdrängen ganz geschickt, indem sie mich beim Frühstück nach den wichtigsten Vorkommnissen fragt. Instinktiv folgt sie durch das Verdrängen der schlechten Nachrichten  dem Rat, den viele Psychologen derzeit den Menschen geben, damit ihre Angst  nicht überhand nimmt.

Obwohl ich gezielt keine schlechte Nachricht auslasse, gehöre ich wohl zu den 30 Prozent, denen die Forscher eine angeborene Widerstandskraft besccheinigen, die sie Resilienz nennen. Ich denke aber eher, dass ich durch das Überstehen früherer Gefahrenssituationen sowie das gleichzeitige Verkraften meiner schweren Sturzverletzungen und dem operativ entfernten Krebs, nur keine persönliche Angst mehr vor dem Tod  habe. Aber der halte ich zwar hilflos eine unermessliche Wut auf die Verursacher schlechter Nachrichten entgegen. Was haben die in kürzester Zeit aus dieser wundereschönen Welt gemacht, die ich in vielen Jahrzehnten friedlich bereisen durfte!

Als ich dieses Bild von der "Letzten Frucht am Baum der Erkenntnis" malte,
war die Apokalypse nur ein Schemen. Jetzt scheint sie - eben von der Menschheit
und nicht von den apokalyptischen Reitern ausgelöst - immer näher zu kommen
Gegen diese Wut finde ich einfach keine Mittel. Also beherrschen mich tagsüber gewaltbereite Gedanken, die ich bei meiner Gebrechlichkeit ja gar nicht rauslassen könnte. Und das macht mich bisweilen noch wütender. Da wäre die zynische Frage, die überhaupt nicht zu meinem Wesen und meiner Einstellung zu jeglicher Gewaltanwendung passt:  Wo bleiben die Attentäter, wenn sie gebraucht werden?
Also scheint es um meine Resilienz wohl doch nicht so gut bestellt zu sein. Was ich dann auch in meinen durch Albträume erschütterten Nächte erfahre. Posttraumatische Belastungsstörungen im Alltag sind schwer zu erkennen, aber werden bei noch Aktiven auch gern mit Burnout umschrieben. Also burnt mich Tatenloser wohl allein der Zustand der Welt und meine ohmächtige Hilflosigkeit out?

Im Gegensatz zu den Wissenschaftlern bin ich jedoch überzeugt: Das Wesen kann auf Dauer nicht im Verdrängen odeer Ignorieren genesen! Denn wäre es so, hätten all die Machtmenschen, die unseren Frieden mutwillig aus niederen Instinkten und durch Narrative stören, ja nie mehr Widerstand zu befürchten. Aber klar - auch das Sakrifizium zum Wohle des Ganzen bedarf eines besonderen Menschenschlages. Menschen, die qua Befehl nicht gezwungen werden, sich zu opfern wie etwa Soldaten. Und da hakt es bei mir nämlich auch wieder. Ich wäre eben - ehrlich gesagt - keiner von den Opferbereiten. Da fehlt es mir einfach an Resilienz!

Ich lasse mal unkommentiert, was ich hier auf meine verzweifelte Anfrage zu meinem persönlichen Umgang mit schlechten Nachrichten an Empfehlungen von  der KI zu lesen bekam:

Wie schützt man bei dieser
Flut schlechter Nachrichten
seinen Verstand?

In einer Zeit, in der uns schlechte Nachrichten im Minutentakt erreichen, ist es völlig verständlich, wenn sich das überfordernd oder lähmend anfühlt. Um Ihre psychische Gesundheit zu schützen, müssen Sie den Informationsfluss aktiv steuern!
Hier sind die wirksamsten Strategien, wie Sie Ihren Verstand vor einer Nachrichtenüberflutung schützen:
1. Konsum radikal einschränken
  • Feste Zeiten setzen: Bestimmen Sie ein oder zwei feste Zeitfenster pro Tag (z. B. 15 Minuten morgens und nachmittags), um sich zu informieren.
  • Keine Nachrichten vor dem Schlafen: Konsumieren Sie mindestens zwei Stunden vor dem Zubettgehen keine News mehr, um Ihren Schlaf nicht zu gefährden.
  • Push-Benachrichtigungen ausschalten: Deaktivieren Sie Eilmeldungen auf Ihrem Smartphone. Sie entscheiden, wann Sie bereit für Nachrichten sind – nicht die App.
2. Doomscrolling stoppen
Quelle: SFR3

  • Bewusstsein schärfen: Ertappen Sie sich dabei, wie Sie endlos durch negative Schlagzeilen scrollen (sogenanntes „Doomscrolling“).
  • Technische Barrieren nutzen: Setzen Sie sich über Ihr Smartphone ein tägliches Zeitlimit für Social-Media- und News-Apps.
  • Die App wechseln: Sobald Sie merken, dass die Angst steigt, legen Sie das Handy weg oder wechseln Sie zu Inhalten, die Sie entspannen.
3. Fokus auf Constructive Journalism (Konstruktiver Journalismus)
  • Lösungsorientierte Medien wählen: Konsumieren Sie gezielt Medien, die nicht nur Probleme aufzeigen, sondern auch Lösungen und Fortschritte beleuchten (z. B. Good News, Perspective Daily oder das Squirrel News Magazin).
  • Fakten statt Spekulationen: Halten Sie sich an sachliche, fundierte Qualitätsmedien und meiden Sie reißerische Boulevardmedien oder Kommentarspalten in sozialen Netzwerken.
4. Den eigenen Kontrollbereich stärken
  • Fokus auf das Machbare: Schlechte Weltnachrichten betreffen oft Dinge, die Sie persönlich nicht sofort ändern können. Das erzeugt Ohnmacht.
  • Im Kleinen handeln: Lenken Sie Ihre Energie auf Ihr direktes Umfeld. Helfen Sie in der Nachbarschaft, engagieren Sie sich ehrenamtlich oder widmen Sie sich einem kreativen Projekt. Das gibt Ihnen das Gefühl von Selbstwirksamkeit zurück.
5. Radikale Psychohygiene betreiben
  • Digital Detox: Legen Sie regelmäßige Tage ein, an denen Sie komplett auf Nachrichten und soziale Medien verzichten (z. B. am Wochenende).
  • Ausgleich schaffen: Bewegen Sie sich in der Natur, lesen Sie Bücher, hören Sie Musik oder treffen Sie Freunde, um Ihr Nervensystem bewusst zu beruhigen.
Wenn Sie möchten, können wir das Thema vertiefen. Lassen Sie mich wissen:
Nein vielen Dank liebe KI!
Mir fehlt es doch - so hoffe ich - noch lange nicht an natürlicher Intelligenz! 

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