Freitag, 25. September 2026

In Memoriam Michael Pfeffer

Quelle: www.merkur.de
In den Anfängen als Schreiberling wurde ich oft mit Nachrufen betraut. Angeblich, weil ich sie so einfühlsam schrieb. In Wahrheit drückten sich die Kollegen meist um die geziemenden letzten Worte. Bei  allen, die ich schrieb, fällt mir der heutige besonders schwer, denn er betrifft den ZDF-Sporteporter Michael Pfeffer.
Bis zu seiner Pensionierung nach den Olypischen Spielen von 2024 in Paris, war er Jahrzehnte  lang einem Millionenpublikum als die kompetente Kommentatoren-Stimme für die Tour de France und spektakulären Skirennen bekaannt. Kaum bekannt ist, dass er seine journalistische Laufbahn bei mir begonnen hat, weshalb mich diese Pflicht besonders schmerzt. Wer schreibt schon gerne über einen Schützling der vor einem stirbt.

Michael Pfeffer war prädestiniert für beide Zeitschriften, die ich in den 1980ern verantwortete. Seine Vielsprachigkeit und seine Neugier auf Menschen verhalfen ihm zu Reportagen für TRAVELLER's World, und seine ehemalige Zugehörigkeit zur alpinen Deutschen Studenten-Skinationalmannschaft machten ihn zum idealen Kandidaten für unser Testmannschaft bei der Zeitschrift "Ski".
Ich habe ihn heimlich "Sergant Pepper" nach dem Beatles-Album genannt, weil er da schon eine strikte Erscheinung mit klaren Zielen war. Als er auf Anhieb für den ZDF-Reporter-Nachwuchs ausgewählt wurde, war klar, dass ich ihn nicht halten konnte. Was ich auch gar nicht erst versuchte. Er ist einer der wenigen jungen Menschen, die ich ausbilden durfte, bei denen die Verweildauer leider nicht zum Duzen gereicht hat.

Etwas hat er jedoch von uns mitgenommen: Seine Liebe zu Brasilien, die in ihm nach einer Reportage entbrannte. Er heiratete entsprechend eine Brasilianerin und kaufte sich eine Wohnung in Rio.
Dem Vernehmen nach verstarb er vergangene Woche vor einem der berühmten Strände, beim Schwimmen. Er wurde 67 Jahre alt.

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