Montag, 20. Juli 2026

Von Leihmüttern und Übervätern

 Leserinnen und Leser, die meinen Bloggs dankenswerter Weise schon länger folgen, wissen um meine besondere Vorliebe für die beiden christlich "demokratischen", beziehungsweise christlich "sozialen" Profilneurotiker Jens Spahn und Alexander Dobrindt. Beide haben sich ja in der Vergangenheit auf anderen Posten schon derart blamiert, dass man sich wundert, wieso der große Friedrich sie nicht schon längst abschütteln konnte. Dass beide die schwarz-rote Koalition lieber scheitern sehen wollen, als sie tatkräftig zu unterstützen, ist ja durch belegbare Handlungen bereits offenkundig geworden.

Als hätten sie sich am vergangenen Wochenende abgesprochen, brachten sie sich gerade noch rechtzeitig vor der Sommerpause mit Themen ein, die das Volk für den heißen Herbst mit diversen Schicksalswahlen noch stärker zur AfD hin getrieben hätte.

Dass gleichgeschlechtliche Ehen vom Kinderwunsch übermannt beziehungsweise überfraut werden, ist vollkommen ok. Dafür gibt es in weiser Voraussicht in unserer Gesetzgebung Regeln, die das auf Dauer eben nicht ungewöhnlich erscheinen lassen sollen. Aber wenn ein Fraktionsführer glaubt, er könne das umgehen, indem er sich eine amerikanische Leihmutter wählt, damit seine großartigen Gene für die Zukunft bewahrt werden, hat das mehr als ein Geschmäckle. Zumal er einst im Amt des Gesundheitsministers eindeutig Stellung gegen die Leihmutterschaft bezogen hatte. Nicht, dass er seine Meinung nicht ändern dürfte, damit er und sein Partner Eltern werden können! Der Haken ist der, dass er - weil er sich es leisten kann - The American Way "für eine Hand voll Dollar mehr" gewählt hat. Schon im Maskenwahn ist alles an seinem Teflon-Gebaren scheinbar spurlos abgeglitten. Deshalb hat er wohl gedacht, alle sind so gerührt von seinem "ich bin Papa geworden", dass die Perfidie die hinter diesem Denken steckte, dabei übersehen wird: Ich kann das, weil ich nämlich der Spahn bin und über allem stehe .

Quelle: bild.de
Die Familie geht vor!
Jens Spahn mit Ehemann
Daniel Funke  samt Nachwuchs

Zunächst hat er wohl nicht nur das Volksempfinden und das seiner ethisch noch intakten, politischen Kollegen aller Fraktionen unterschätzt. Aber so ein Handeln als Spitzenpolitiker mit einigem Einfluss muss Konsequenzen nach sich ziehen. Immerhin hat er durch seinen Rücktritt nicht nur Schaden von der Koalition abgewendet, sondern vor allem noch stärkeren Gegenwind vor diesen für das Kurshalten in unserem Land wichtigen Wahlen vermieden.

Spielt das nun dem Joker aus Bayern, dem Söder Marcus, in die Karten? Der hat ja seinen "Rechtsaußen in Sachen innere Sicherheit" dem Kanzler wohl nicht ohne Hintergedanken an die "Wad'ln" bugsiert. Dobrindt will nämlich mit neuerlichem Eifer bei all dem, was er noch so angekündigt und bislang nicht umgesetzt hat, nun den Diensten die Macht zurück geben. Die ist nach den verlorenen Kriegen endlich demokratisch zu Recht durch die Verfassung eingeschränkt. Dobrindt, das wissen wir seit seinem glorreichen und kostspieligen Scheitern bei der Einführung einer Maut in Deutschland - ist ein Dampfplauderer, der fast Täglich seinen Kopf für neue Ankündigungen in die Kameras reckt, nur damit man ihn wahrnimmt.  Alles, was er seit seiner Amtsübernahme als "Minister des Inneren" großspurig angekündigt hat, ist bei neutraler Überprüfung eher schmalspurig in Fahrt gekommen. Was aber zumindest bis jetzt keinen Schaden angerichtet hat. Selbst die vom Ergebnis her eher unnützen Grenzkontrollen im Schengen-raum.
Dobrindt ist ja zu jung und in Bayern zur Schule gegangen. Da hat man es bis heute schwer mit der Aufarbeitung dessen, was die Ordnungskräfte in der braunen Zeit nur auf Verdacht hin mit Bürgern angestellt haben.

Aber wenn er jetzt tatsächlich als Nachfolger von Spahn für den Fraktionsvorsitz im Gespräch ist, wäre das ein Signal fatal, für den kürzlich doch zunehmend liberaleren Umgang innerhalb der Koalitionäre.

Quelle: Instagram
Wenn Dobrindt manchmal so verzerrt rüberkommt,
dann liegt das daran, dass jemand vergeblich versucht,
ihn aus dem Bereich einer Kameras zu ziehen


Sein noch geplantes Umkrempeln der Nachrichtendienste bei Erweiterung ihrer Befugnisse bis hin zur Hausdurchsuchung, bevor die Polizei kommt, erinnert an STASI oder GESTAPO. Mal sehen, was die  Opposition oder  die Verfassungsrichter im Vorfeld  seiner  möglichen Ernennung zum Fraktionsführer zu solchen Plänen sagen. Da wäre Dobrindt - so auf Parlamentsarbeit umgepolt - vielleicht sogar ein kleineres Übel. Oder wird da im Stil von Trumps ICE hinter den Koalitions-Kulissen doch schon eine Brücke zu einer Allianz mit der AfD geschlagen? Dobrindt wäre ja nicht der erste "Übervater für innere Sicherheit", der durch permanent wiederholte Narrative und Überdramatisierung der Sicherheitslage gezielt für die allgemeine Verunsicherung einem Regime-Wechsel Vorschub leisten könnte...
Quelle: bild.de
Huch! Das ist ja noch gar nicht die neue GSTAPO,
das ist ja nur Ex-ICE-Menschenjäger  Bovino.
Wie sich die Bilder nur gleichen

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