Ärger, Wut, Scham! Anderthalb Wochen hat es gedauert, bis wir es verdaut haben, auf den Lieblingstrick der Autostrada-Wegelagerer herein gefallen zu sein. Scham vor allem deshalb, weil die Masche so bekannt ist, dass sogar die KI uns hätte helfen können, wären wir auf die Dreistigkeit gefasst gewesen.
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| Quelle. Wohnmobilland Schweiz |
Was denn los sei, frage ich ihn. Er nimmt mich mit zu seinem Auto und zeigt mir einen beschädigten Rückspiegel auf der Fahrerseite. Das sei ein Schaden von 500 Euro, beginnt er sofort zu lamentieren. Die Zweifel, die mich befallen, veranlasst die Beifahrerin auch aus dem Auto zu steigen. Ich will die Polizei verständigen. Da verweist sie auf die Kinder im Wagen und jammert, bei der Hitze können die nicht so lange im Wagen bleiben. Dann verlange ich den Austausch von Versicherungsnummern. Ach, das sei doch in Italien so kompliziert. Was ich denn zahlen könne. Höchstens 100 Euro, mehr habe ich nicht an Bargeld dabei. Bei mir schrillen längst alle Alarm-Glocken. Da zeigt er mir an unserem Auto als vermeintlichen Beweis für den "Fahrfehler" meiner Frau eine Farb-Spur am Heck. Dass sie grün ist und nicht schwarz wie der Spiegel seines Autos, schießt mir sofort durch den Kopf. Obendrein ist sie viel zu hoch für eine Schleifspur durch einen Rückspiegel. Aber da hat meine Frau, die weiter will, und die unangenehme Situation schnell beenden möchte, nach meinem noch einen weiteren Hunderter gezückt.
Dass wir Opfer eines Betrugs geworden sind, wissen wir sofort, nachdem wir freie Fahrt haben und im klimatisierten Auto wieder zur Ruhe gekommen sind.
Hinterher ist man immer schlauer: Wir hätten das Paar samt Auto und Nummernschild sofort mit den Handys fotografieren und die Bilder über den Notruf verschicken sollen. Aber wir kannten diese Masche eben nicht, obwohl doch schon seit einiger Zeit vor ihr international gewarnt wird.
Damit andere, denen so etwas auch aus Unwissenheit widerfährt, gewarnt sind, habe ich Ärger und Scham überwunden und hier das gecursort, was die KI mir gestern zum Sachverhalt offenbart hat:
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| https://www.youtube.com/watch?v=-urvb8_zHH4 |
So funktioniert die Masche
- Der Knall: Während Sie ein anderes Auto überholen, werfen die Betrüger meist einen Stein oder einen harten Gegenstand gegen Ihr Fahrzeug. Das erzeugt einen lauten Knall, der wie ein Steinschlag klingt.[1, 2]
- Das Stopp-Signal: Der andere Fahrer folgt Ihnen, gibt Lichthupe und gestikuliert wild, um Sie zum Anhalten auf dem Seitenstreifen zu zwingen.[1, 2]
- Die Forderung: Der Betrüger behauptet, Sie hätten mit Ihrem Fahrzeug seinen Außenspiegel abgerissen. Als „Beweis“ zeigt er auf seinen eigenen (bereits kaputten) Spiegel oder einen schnell gemalten, oberflächlichen Kratzer (oft mit wasserlöslicher Kreide) an Ihrem Auto.[1, 2]
- Die Erpressung: Der Täter setzt Sie stark unter Druck, den angeblichen Schaden sofort bar zu begleichen (oft mehrere Hundert Euro), um Polizei und Versicherung zu umgehen.[1, 2]
So verhalten Sie sich richtig
- Nicht anhalten: Fahren Sie auf keinen Fall sofort auf den Seitenstreifen, um anzuhalten. Das kann gefährlich sein und Sie unter Umständen in Bedrängnis bringen.[1, 2]
- Polizei rufen: Fahren Sie weiter bis zur nächsten Raststätte, Tankstelle oder direkt zu einer Polizeistation (Polizia Stradale oder Carabinieri) und wählen Sie den internationalen Notruf unter der 112.[1, 2]
- Kein Bargeld: Zahlen Sie niemals Geld vor Ort, ganz gleich, wie aggressiv oder einschüchternd die Täter auftreten. Echte Unfallschäden werden in Italien immer über die Polizei und Versicherung geregelt.[1]
- Beweise sichern: Wenn möglich, notieren Sie sich das Kennzeichen, die Automarke und die Farbe des gegnerischen Fahrzeugs. Machen Sie Fotos und nutzen Sie, falls vorhanden, Ihre Dashcam


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