Freitag, 26. September 2025

Alter Schützt den Mafioso nicht

 Da kann Jonas Jonasson noch so köstlich in seinen Romanen um den "Hundertjährigen" Stories erfinden. Die italienische Wirklichkeit überholt ihn in einer Posse, über die ich gerne schmunzeln möchte, wenn ich mich nicht schon so lange mit dem weltweiten und mörderischen Netzwerk der kalabrischen 'Ndrangheta beschäftigt hätte.

Quelle: La Stampa
Vergangene Woche wurde Pino Piromallo erneut bei einer großangelegten Razzia gegen die Mafia festgesetzt. Piomallo gilt als einer der einflussreichsten Capo dei Capi an der Stiefelspitze. An seinem Lebenslauf lässt sich gut die Aussichtslosigkeit der Arbeit der italienischen Strafverfolgung und des immer noch korrupten Strafvollzugs festmachen;

Quelle: google
Namensvetter
Giuseppe ( Peppino)
1921 - 2005
Nachdem er Jahrzehnte lang aus dem Untergrund die Fäden gezogen hatte, wurde er zur Jahrtausend-Wende geschnappt und zu lebenslanger Haft verurteilt. Vor kurzem kam  er nach 22 Jahren wegen seines Alters - offenbar ohne Auflagen - aus dem Gefängnis frei. Dieser Piromallo ist Jahrgang 1945 - also nicht der 1921 geborene, und auch nicht etwa wieder auferstandene, noch berüchtigtere und bereits 2005 verstorbene Mafioso gleichen Namens. Schon allein die Namensgleichheit und die selbe Wirkungsstätte, nämlich die Hafenstadt Gioia Tauro, hat immer schon bei den Fahndern für Verlegenheit gesorgt.

Der noch lebende Piromallo hat also offenbar nach seiner Entlassung gleich die Zügel seines Clans, die er offenbar auch aus dem Gefängnis nicht locker gelassen hat, wieder direkt angezogen. Denn er wurde - wen wunderts - bei der Razzia im Kreise seiner hochrangigen Capi festgesetzt.

Man könnte schwadronieren: "Alter schützt vor Mafia nicht!". Aber das wäre eine Verharmlosung der tatsächlichen, althergebrachten Macht-Strukturen, in denen "die Ältesten" immer noch die Geschäfte eines über Milliarden schweren Schatten-Imperiums totalitär als Gebieter über Leben und Tod lenken.

Das Netzwerk der 'Ndrangheta, das auch in Deutschland durch Schutz suchende "Rückzügler" (Recidivi) tief verankert ist, handelt weltweit mit Drogen, Waffen und Prostitution, aber macht sich zudem durch Korruption und Geldwäsche nahezu unangreifbar. Wer gerade erlebt, wie der US-Präsident samt einer erkauften Gefolgschaft mit Justiz und Verfassung in aller Öffentlichkeit umspringt, kann nur das Grauen vor dem bekommen, was die Kalabrier de facto in den sogenannten Schwellen-Ländern mit ihrem Geld anrichten.

Quelle: Tagesschau
 An dieser Schatten-Macht wird sich auch die faschistisch angehauchte Giorgia Meloni - ähnlich wie ihr Vorbild Benito Mussolini - ihre scharfen braunen Zähnchen ausbeißen...

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