Sich Träume zu verwirklichen, ist mitunter nicht nur schwer, sondern auch recht gefährlich. Verwirklichte Träume sind sofort Realität mit gelegentlich kurzer Halbwert-Zeit.
Als vor 150 Jahren der Brite Edward Whymper am Matterhorn triumphierte, passierte auf dem Abstieg der tragische Unfall mit einem Teil seiner Seilschaft, der bis heute diskutiert wird.
Mein wichtigster journalistischer Lehrer gab mir in dieser Thematik einen wichtigen Rat mit auf den Weg:
"Pass auf, wem du beim Aufstieg auf die Hände trittst, es könnten nämlich die sein, die dich beim Absturz noch auffingen..."
Dennoch habe ich - wie wohl jeder Mensch - versucht, mir auch einige Träume zu erfüllen. Rückblickend - ohne die Energie der Jugend - denke ich mir, wie bescheuert die meisten Beweggründe waren und wie verzichtbar das Erstreben gewesen wäre. Etwa wie viel zu schnelles Fahren in sportiven Autos oder Gegenstände zu sammeln, die irgendwann wertlos verstauben, weil sie nicht mehr "in" sind.
Es muss gar nicht mal Gier sein, die Mann anhand von Gewöhnungseffekten überwindet, manchmal erweist sich ein ehrlicher Traum auch als Chimäre. Wenn in der Künstler-Szene die schönsten Männer der Welt die unerreicht schönsten Frauen heiraten, geht das nur selten gut, weil zuviel Schönheit nicht alltagstauglich ist.
Mit unserem Haus hier gegenüber der Burg ging es mir eine Zeit lang ähnlich. Es war einfach zu schön, um wahr zu sein. Aber jedes Mal, wenn ich ins Zweifeln kam, musste ich daran denken, was wir alles getan haben, um uns unseren Traum zu erhalten. Und das ist - glaube ich - der springende Punkt. Ein Traum darf nicht in der Realität verschwinden.
Ein Beispiel: Im ersten Winter hier brachen bei einem Sturm mehrere Badewannen voller Regen-Wasser in das Zimmer, das wir als Schlafzimmer auserkoren hatten. Wir blieben dennoch bei der Entscheidung, obwohl es uns bis heute nie ganz gelungen ist, den geheimen Wasserfluss in den nicht mehr sichtbaren Lücken der ehemaligen Trocken-Mauer ganz versiegen zu lassen.
Wenn ich mich morgens im Bett aufrichte, blicke ich seither auf den Bergort gegenüber, der bezeichnender Weise übersetzt "der Lichtgeborene" heißt. Jahrelang hatte ich eine kleine Kamera neben dem Bett, um all diese Stimmungen mit den ersten Lichtstrahlen einzufangen. Mit den digitalen Fotografien, die ja leicht zu löschen sind, müssen es wohl an die Tausend Fotos gewesen sein, die mich erkennen ließen, dass ich an dem Traum scheitern würde, diese Impressionen zu malen.
Und dann kam die Zeit der Achtlosigkeit. Wenn ich auf die Terrasse ging, nahm ich den grandiosen Rundblick kaum mehr war. Auf der Piazza saß ich stumpfsinnig herum, weil mir auf einmal klar wurde, dass vieles, was ich mir für hier verträumt hatte, nicht mehr ging: Skifahren in den Seealpen, die Pässe hier mit dem Rad fahren wie in den Anfangsjahren und jeden Tag mit dem Boot auf Fang gehen... Nichts schien vom Traum übrig geblieben zu sein.
Die "Zweitbeste" wurde nie umgetrieben, sie nahm dadurch alles viel konzentrierter wahr. Jeden Tag sagt sie voller Inbrunst: "Mein Gott - soviel Schönheit. Du musst nur immer gucken!"
Das tue ich jetzt. Mein eigener Spruch "Wer keine Träume mehr hat, hört auf zu leben!" erweist sich als vollkommen falsch. Einatmen, ausatmen - und ruhig weiter atmen...
Samstag, 18. Juli 2015
Mittwoch, 15. Juli 2015
Claus Merkel?
Gut, dass ich im vergangenen Jahr einen schrecklich realistischen Spielfilm über die Zustände in italienischen Callcentern gesehen habe. Sonst müsste ich denken, dass sich die Deutschen in Italien auf eine Welle der Antipathie einrichten sollten. Seit das Telefon-Marketing mehr oder weniger verboten ist, müssen diese Center mit autorisierten Adressen und Informationen "hausieren" gehen.
Die Mitarbeiter und ihr Boss werden nach Abschlüssen bezahlt. Das erklärt vielleicht, wieso wir mit einer penetranten Hartnäckigkeit ein gutes Dutzend mal in gleicher Sache angerufen wurden:
Es ging um den Neuabschluss eines Vertrages mit meinem hiesigen Lieblings-Energieversorger ENEL. Der Text mit dem Versprechen von 30prozentigem Rabatt auf unseren Stromverbrauch wurde ohne Möglichkeit zur Gegenwehr herunter geleiert.
Auch unsere Versicherung, dass wir unter kuriosen Umständen nach 15 Jahren von der ENEL im April gerade zum Neu-Abschluss genötigt worden seien, half nichts. Mindestens fünf mal legte die "Zweitbeste" selbst nach Fehlversuchen in Englisch auf. Dann landete der äußerst verärgerte Capo di tutti Capi persönlich bei mir. Ob ich denn kein Geld sparen wolle?
Also noch einmal geduldig die jüngste Schilderung unserer Geschäfts-Beziehungen zu dem Beinahe-Monopolisten. Jetzt vergaß der Mann, der ja eigens in psychologischen Verkaufsgesprächen geschult sein sollte, nicht nur, dass ich der Kunde bin, sondern auch seine Erziehung - wenn er denn je eine genossen hat.
Ob er denn mit Claus Merkel spräche, so stur, wie ich sei. Und überhaupt, wieso ich mir denn ein Haus in Italien kaufte, wenn ich zu blöd sei, anständig Italienisch zu lernen...
Die "Zweitbeste" und ich waren den halben Abend recht wütend. Hinterher fielen mir Formulierungen ein, die ich hätte anbringen können. Unter anderem Matteo Renzis "genug ist genug!" vor der vorläufigen Lösung des Griechenland-Problems.
Inzwischen hat sein Finanzminister ja gepetzt und verraten, dass nur (!) drei Staaten der Euro-Zone vor den endgültigen Verhandlungen bereit gewesen wären, durch zu winken. Italien war nicht darunter...
Es ärgert mich wider besseren Wissens, dass ausgerechnet Deutschland, das gerade wieder federführend bei der Aufklärung eines internationalen 300-Millionen-Steuerbetruges war, durch manipulative Presse-Berichte wegen dieser strikten Politik vom Süden Europas angefeindet wird, anstatt dass der selbst endlich ehrlicher Steuern zahlt...
Aber dann fällt mir wieder die Sippe unserer Lieblings-Pizzeria in München ein. Von der sprechen nur die in Deutschland Geborenen Deutsch. Mario, der Urvater, seit gut fünfzig Jahren in München, spricht nach wie vor ungefähr so Deutsch wie ich Italienisch. Er zahlt reichlich deutsche Steuern, ist Fan des FC Bayern und vermittelt dennoch unverfälschte italienische Momente.
Keinem seiner Gäste würde es jemals einfallen, ihm angesichts seines umfangreichen Immobilien-Besitzes in München, sein mangelhaftes Deutsch vorzuwerfen.
Offenbar muss Europa doch noch viel lernen.
Die Mitarbeiter und ihr Boss werden nach Abschlüssen bezahlt. Das erklärt vielleicht, wieso wir mit einer penetranten Hartnäckigkeit ein gutes Dutzend mal in gleicher Sache angerufen wurden:
Es ging um den Neuabschluss eines Vertrages mit meinem hiesigen Lieblings-Energieversorger ENEL. Der Text mit dem Versprechen von 30prozentigem Rabatt auf unseren Stromverbrauch wurde ohne Möglichkeit zur Gegenwehr herunter geleiert.
Auch unsere Versicherung, dass wir unter kuriosen Umständen nach 15 Jahren von der ENEL im April gerade zum Neu-Abschluss genötigt worden seien, half nichts. Mindestens fünf mal legte die "Zweitbeste" selbst nach Fehlversuchen in Englisch auf. Dann landete der äußerst verärgerte Capo di tutti Capi persönlich bei mir. Ob ich denn kein Geld sparen wolle?
Also noch einmal geduldig die jüngste Schilderung unserer Geschäfts-Beziehungen zu dem Beinahe-Monopolisten. Jetzt vergaß der Mann, der ja eigens in psychologischen Verkaufsgesprächen geschult sein sollte, nicht nur, dass ich der Kunde bin, sondern auch seine Erziehung - wenn er denn je eine genossen hat.
Ob er denn mit Claus Merkel spräche, so stur, wie ich sei. Und überhaupt, wieso ich mir denn ein Haus in Italien kaufte, wenn ich zu blöd sei, anständig Italienisch zu lernen...
Die "Zweitbeste" und ich waren den halben Abend recht wütend. Hinterher fielen mir Formulierungen ein, die ich hätte anbringen können. Unter anderem Matteo Renzis "genug ist genug!" vor der vorläufigen Lösung des Griechenland-Problems.
Inzwischen hat sein Finanzminister ja gepetzt und verraten, dass nur (!) drei Staaten der Euro-Zone vor den endgültigen Verhandlungen bereit gewesen wären, durch zu winken. Italien war nicht darunter...
Es ärgert mich wider besseren Wissens, dass ausgerechnet Deutschland, das gerade wieder federführend bei der Aufklärung eines internationalen 300-Millionen-Steuerbetruges war, durch manipulative Presse-Berichte wegen dieser strikten Politik vom Süden Europas angefeindet wird, anstatt dass der selbst endlich ehrlicher Steuern zahlt...
Aber dann fällt mir wieder die Sippe unserer Lieblings-Pizzeria in München ein. Von der sprechen nur die in Deutschland Geborenen Deutsch. Mario, der Urvater, seit gut fünfzig Jahren in München, spricht nach wie vor ungefähr so Deutsch wie ich Italienisch. Er zahlt reichlich deutsche Steuern, ist Fan des FC Bayern und vermittelt dennoch unverfälschte italienische Momente.
Keinem seiner Gäste würde es jemals einfallen, ihm angesichts seines umfangreichen Immobilien-Besitzes in München, sein mangelhaftes Deutsch vorzuwerfen.
Offenbar muss Europa doch noch viel lernen.
Sonntag, 12. Juli 2015
In der Hitze der Nacht
Es kommt selten vor, aber gestern Nacht war es so weit. Tagsüber hatte sich unser Gemäuer derart aufgeheizt, dass es nicht mehr wie sonst kühlte, sondern die Innentemperatur höher steigen ließ als die Außentemperatur. In solchen Nächten geraten die Sinne samt ihren Wahrnehmungen, gern mal aus den Fugen.
Seit ein paar Tagen sind unsere liebsten Nachbarn, Paula und Paul, zu ihrem traditionell zweiten Term im Borgo. Natürlich wurde das Wiedersehen gleich eine halbe Nacht lang auf der Piazza gefeiert. Paul gab wegen eines Gicht-Anfalls, den er gerne nach alter Schule mit Grappa, Wein und Bier behandelt, etwas früher auf. Ich ebenso, weil ich mein Limit schon früh erreicht hatte. Die beiden Damen harrten kichernd und schnatternd noch etwas länger aus. Es war weit nach Mitternacht, als sie sich auch in die Häuser zurückzogen...
Als Zwischenbemerkung muss darüber aufgeklärt werden, dass die Gassen - samt den engen Abständen zu den Häusern gegenüber - zu merkwürdigen Resonanzen führen.
Paulas Badezimmer liegt etwas versetzt ein paar Meter von unserem Schlafzimmer entfernt. Wer will, kann dem Ehealltag der Paare lauschen, was aber keiner tut. Bis eben gestern:
Beim nachmitternächtlichen Zähneputzen vermeinte Paula aus unserem Schlafzimmer eindeutige Laute zu vernehmen und war darob einigermaßen indigniert. Warum, war ihrer Erzählung nicht eindeutig zu entlocken. Nehmen wir also an, weil sie uns derartige Aktivitäten nicht zutraut oder sich gemessen an unserer Figürlichkeit einfach nicht vorstellen mochte...
Jedenfalls zog sie sich rätselnd zurück und wurde stantepede aufgeklärt:
Wie üblich hatte sie automatisch den Fernseher nebenan angeschaltet, weil sie noch auf Spätnachrichten hoffte. Stattdessen wurde in der Flimmerkiste aber ein Mann in anhaltender Tortur zu Tode gebracht. Paula war erleichtert.
Und ich erst! Romantiker sprechen ja beim Liebe Machen von kleinen Toden, die einen am Ende ereilen. Aber ich glaube, die "Zweitbeste" hätte es mir irgendwann gesagt, wenn das auch so geklungen hätte...
Seit ein paar Tagen sind unsere liebsten Nachbarn, Paula und Paul, zu ihrem traditionell zweiten Term im Borgo. Natürlich wurde das Wiedersehen gleich eine halbe Nacht lang auf der Piazza gefeiert. Paul gab wegen eines Gicht-Anfalls, den er gerne nach alter Schule mit Grappa, Wein und Bier behandelt, etwas früher auf. Ich ebenso, weil ich mein Limit schon früh erreicht hatte. Die beiden Damen harrten kichernd und schnatternd noch etwas länger aus. Es war weit nach Mitternacht, als sie sich auch in die Häuser zurückzogen...
Als Zwischenbemerkung muss darüber aufgeklärt werden, dass die Gassen - samt den engen Abständen zu den Häusern gegenüber - zu merkwürdigen Resonanzen führen.
Paulas Badezimmer liegt etwas versetzt ein paar Meter von unserem Schlafzimmer entfernt. Wer will, kann dem Ehealltag der Paare lauschen, was aber keiner tut. Bis eben gestern:
Beim nachmitternächtlichen Zähneputzen vermeinte Paula aus unserem Schlafzimmer eindeutige Laute zu vernehmen und war darob einigermaßen indigniert. Warum, war ihrer Erzählung nicht eindeutig zu entlocken. Nehmen wir also an, weil sie uns derartige Aktivitäten nicht zutraut oder sich gemessen an unserer Figürlichkeit einfach nicht vorstellen mochte...
Jedenfalls zog sie sich rätselnd zurück und wurde stantepede aufgeklärt:
Wie üblich hatte sie automatisch den Fernseher nebenan angeschaltet, weil sie noch auf Spätnachrichten hoffte. Stattdessen wurde in der Flimmerkiste aber ein Mann in anhaltender Tortur zu Tode gebracht. Paula war erleichtert.
Und ich erst! Romantiker sprechen ja beim Liebe Machen von kleinen Toden, die einen am Ende ereilen. Aber ich glaube, die "Zweitbeste" hätte es mir irgendwann gesagt, wenn das auch so geklungen hätte...
Mittwoch, 8. Juli 2015
Vampire Diary
Ehrlich Leute! Ich kenne das Rezept für eine dauerhafte Ehe nicht. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass ich einer der lausigsten Ehemänner bin und war. Jedenfalls würde ich es noch nicht einmal unter die ersten 100 der Weltrangliste bringen. Während die "Zweitbeste", gäbe es Ephraim Kishons Urheberrecht, Ideen- und Gebrauchsmuster-Schutz nicht, längst die unangefochtene Nummer eins, also "die Beste von allen" wäre...
Dass wir in ein paar Wochen 40 Jahre verheiratet und 2017 50 Jahre zusammen sind - alles ihr Verdienst. Sie kümmert sich und sie opfert sich. Hätte ich jemals nur einen Anflug von Zweifel, müsste ich nur auf diese heißen Tage warten. Da beobachte ich aus sicherer Distanz hinter den Zanzariere wie das kleine Persönchen sich mit schweren Gießkannen abschleppt, um die Piazza frisch und blühend zu erhalten. Jedes Mal, wenn sie einen Topf wässert, steigt aus ihm eine Wolke blutrünstiger Beißer hoch und fällt über sie her. Aber lässt sie sich dadurch abschrecken? Nie und nimmer!
Dass ich mir dann abends im Bett ihr Gejammer über die vielen Bisse anhören muss, sehe ich nur als fälligen Tribut für ihre Opferbereitschaft. Während ich ihr alle Stellen mit Fenistil betupfe, an die sie nicht herankommt, tue ich mitleidend so, als hielte ich ihre Schilderungen für spannend. Kurioser Weise kann sie sich immer erinnern, wann und wie welches Monster zugebissen hat. Das ist gewissermaßen ihr Vapire Diary. Ob Mücke oder Papataci. Letztere verursachen auf ihrer weichen Haut kleine Vulkane, so dass - wenn ich sie über den Rücken streichelnd in einen möglichst vom Juckreiz freien Schlaf summe - an Papua Neuguinea denken muss.
Zu einer guten Ehe gehört absolut, dass man dem Partner das eine oder andere Verletzende vor enthält. So verschweige ich ihr, dass ich im ersten Morgengrauen immer wieder von Papataci umschwirrt werde, die es durch unsere Abwehrmechanismen geschafft haben. Nach ein paar Umkreisungen um meine Nase setzen sie sich dann stets seelenruhig auf ihre Arme, Schultern und Beine, um sich ihren Morgen-Drink zu gönnen. Soll ich die vielleicht abklatschen? Dann wacht meine Königin doch auf! Und ehrlich, was machen schon ein paar Bisse mehr oder weniger bei ihr aus?
Aber irgendwie ließ mir das mit ihrem süßen Blut und dem fast generellen Verzicht auf meines doch keine Ruhe:
Gestern also habe ich die Piazza mit Wasser versorgt. Was soll ich sagen. Es sind weder Wolken aufgestiegen, noch habe ich einen einzigen Biss davon getragen...
Entweder sie saufen sich am Blut der "Zweitbesten" für mehrere Tage satt. Oder sie halten mich generell für ungenießbar. Siehe Einleitung.
Dass wir in ein paar Wochen 40 Jahre verheiratet und 2017 50 Jahre zusammen sind - alles ihr Verdienst. Sie kümmert sich und sie opfert sich. Hätte ich jemals nur einen Anflug von Zweifel, müsste ich nur auf diese heißen Tage warten. Da beobachte ich aus sicherer Distanz hinter den Zanzariere wie das kleine Persönchen sich mit schweren Gießkannen abschleppt, um die Piazza frisch und blühend zu erhalten. Jedes Mal, wenn sie einen Topf wässert, steigt aus ihm eine Wolke blutrünstiger Beißer hoch und fällt über sie her. Aber lässt sie sich dadurch abschrecken? Nie und nimmer!
Dass ich mir dann abends im Bett ihr Gejammer über die vielen Bisse anhören muss, sehe ich nur als fälligen Tribut für ihre Opferbereitschaft. Während ich ihr alle Stellen mit Fenistil betupfe, an die sie nicht herankommt, tue ich mitleidend so, als hielte ich ihre Schilderungen für spannend. Kurioser Weise kann sie sich immer erinnern, wann und wie welches Monster zugebissen hat. Das ist gewissermaßen ihr Vapire Diary. Ob Mücke oder Papataci. Letztere verursachen auf ihrer weichen Haut kleine Vulkane, so dass - wenn ich sie über den Rücken streichelnd in einen möglichst vom Juckreiz freien Schlaf summe - an Papua Neuguinea denken muss.
Zu einer guten Ehe gehört absolut, dass man dem Partner das eine oder andere Verletzende vor enthält. So verschweige ich ihr, dass ich im ersten Morgengrauen immer wieder von Papataci umschwirrt werde, die es durch unsere Abwehrmechanismen geschafft haben. Nach ein paar Umkreisungen um meine Nase setzen sie sich dann stets seelenruhig auf ihre Arme, Schultern und Beine, um sich ihren Morgen-Drink zu gönnen. Soll ich die vielleicht abklatschen? Dann wacht meine Königin doch auf! Und ehrlich, was machen schon ein paar Bisse mehr oder weniger bei ihr aus?
Aber irgendwie ließ mir das mit ihrem süßen Blut und dem fast generellen Verzicht auf meines doch keine Ruhe:
Gestern also habe ich die Piazza mit Wasser versorgt. Was soll ich sagen. Es sind weder Wolken aufgestiegen, noch habe ich einen einzigen Biss davon getragen...
Entweder sie saufen sich am Blut der "Zweitbesten" für mehrere Tage satt. Oder sie halten mich generell für ungenießbar. Siehe Einleitung.
Montag, 6. Juli 2015
Gangster-Ballade
Der Plot ist in Gangster-Filmen uralt:
In jeder Gang gibt es immer ein paar Trottel, die gerne den Schutz genießen, aber dann für die eigene Tasche ein paar "Gschäfterl" machen wollen. Der Regisseur stellt sie von Anfang an als Loser hin, und die bösen Chefs der Gang reiten sie immer tiefer in die Falle. Alles geht schief und das Geld aus. Also müssen sie sich etwas leihen. Zu Horror-Konditionen und mit kurzem Rückzahlungs-Ziel. Und damit die anderen Wackel-Kandidaten es auch deutlich verstehen, liegt Griechenland dann irgendwann erschossen am Straßenrand Europas...
Das wirft Fragen auf:
1. Welcher Trottel nimmt Wackel-Kandidaten überhaupt und zu welchem Zweck auf?
2. Wenn man schon weiß, dass man das Geld, das man nachschießt, nie und nimmer vor der nächsten Antike zurück bekommt, steckt vielleicht ein anderes Kalkül dahinter?
3. Wer sorgt für das hysterische Auf und Ab, dass die Börsen seit März mit Amplituden von sechs bis sieben Prozent bewegt, wenn nur ein Jota Hoffnung oder ein Hauch von Grexit keimt?
4. War es nicht ein Fehler den europäischen Gedanken sofort in den Geldmärkten an den Euro zu hängen?
Die einzige Antwort, die ich darauf geben kann, ist, dass ich durch den Euro und die Finanzkrise 2008 die Hälfte von dem verloren habe, was als Altersvorsorge dienen sollte.
Vielen, vielen Dank Herr Waigel! Mal sehen, wie lange Sie noch als "Vater des Euro" gefeiert werden...
In jeder Gang gibt es immer ein paar Trottel, die gerne den Schutz genießen, aber dann für die eigene Tasche ein paar "Gschäfterl" machen wollen. Der Regisseur stellt sie von Anfang an als Loser hin, und die bösen Chefs der Gang reiten sie immer tiefer in die Falle. Alles geht schief und das Geld aus. Also müssen sie sich etwas leihen. Zu Horror-Konditionen und mit kurzem Rückzahlungs-Ziel. Und damit die anderen Wackel-Kandidaten es auch deutlich verstehen, liegt Griechenland dann irgendwann erschossen am Straßenrand Europas...
Das wirft Fragen auf:
1. Welcher Trottel nimmt Wackel-Kandidaten überhaupt und zu welchem Zweck auf?
2. Wenn man schon weiß, dass man das Geld, das man nachschießt, nie und nimmer vor der nächsten Antike zurück bekommt, steckt vielleicht ein anderes Kalkül dahinter?
3. Wer sorgt für das hysterische Auf und Ab, dass die Börsen seit März mit Amplituden von sechs bis sieben Prozent bewegt, wenn nur ein Jota Hoffnung oder ein Hauch von Grexit keimt?
4. War es nicht ein Fehler den europäischen Gedanken sofort in den Geldmärkten an den Euro zu hängen?
Die einzige Antwort, die ich darauf geben kann, ist, dass ich durch den Euro und die Finanzkrise 2008 die Hälfte von dem verloren habe, was als Altersvorsorge dienen sollte.
Vielen, vielen Dank Herr Waigel! Mal sehen, wie lange Sie noch als "Vater des Euro" gefeiert werden...
Freitag, 3. Juli 2015
Mampfen mit dem Maresciallo
Von den wenigen sozialen Pflicht-Terminen, die uns noch bleiben, ist der 2. Juli alljährlich die größte Herausforderung: Egal wie heiß es gerade ist, die Knoblauch-Messe von Vessalico wollen wir auf keinen Fall versäumen.

Und gestern war es sehr heiß. 34 Grad im Schatten, den die Stände, die sich mittlerweile über die antike Brücke bis zum Rand der Altstadt ausdehnen, am Vormittag nicht spenden. Unserer Erfahrung folgend, beginnen wir die Messe also nach einem italienischen Frühstück (Espresso mit Biscotto) gleich mit der klassischen, ligurischen Orgie im Garten von "Da Maria". Wir sitzen kaum, da rollen die Getränke und die ersten Gänge unter vereinter, athletischer Beteiligung der gesamten Wirtsfamilie heran. Der blitzschnelle "Drei-Käse-Hoch" ist für Wein und Wasser zuständig. Drei Töchter und die Ehefrau balancieren die riesigen Platten, und der zaundürre Lulatsch von Vater gibt je nachdem kulinarische Hinweise oder verulkt die Gäste, indem er nur die Männer bedient und die Damen nach "angeblich" alter ligurischer Sitte warten lässt.
Plötzlich werden die Clownerien jedoch unterbrochen, weil der Maresciallo der Carabinieri mit drei seiner hoch dekorierten Offiziere am reservierten Tisch Platz nimmt. Kurz erfasst er mich starr mit seinem Blick, dann zwinkert er kurz und setzt sich ehrwürdig.
In meinem früheren Leben war es nicht unüblich, dass ich mit hochrangigen Polizisten zu Tische saß. Besonders in Ostasien und der Chinesischen Volksrepublik, in der ich als "Führerschein-Neuling" von Stadt zu Stadt und von Bankett zu Bankett weiter gereicht wurde. Als ich später erfuhr, dass nur eine Flasche des berühmten Mao-Tai-Schnapses den Monatslohn eines Polizei-Offiziers kostete, war mir auch klar, weshalb ich genötigt wurde, an jedem der Rundtische mit der Staatsmacht auf Ex zu trinken.
Was der Polizei-Chef vom Aroscia-Tal für einen Narren an mir gefressen hatte, war unklar. Jedenfalls konnte ich keinen Gang ohne ermunternden Einspruch von ihm durchwinken. Dann verlor ich irgendwann die Übersicht und gab klein bei. Nach dreieinhalb Stunden erhob sich der Maresciallo, um wieder mit den Kollegen seiner Aufsichtspflicht über die Messe nachzukommen.
Er schnaufte glücklich, und ich fragte ihn, ob ich jetzt zum Salutieren aufstehen müsse. Er winkte ab, worauf ich mit routinierter Lässigkeit meine Ehrerbietung im Sitzen abgab. Um ehrlich zu sein, zum schnellem Aufstehen wäre es auch gar nicht mehr gekommen... Dafür animierte er, nachdem er die steile Treppe vom Garten hinauf geschnauft war, seine Männer-Freunde, auf dem Balkon einen vielstimmigen Gesang auf die Schönheit meiner Tochter anzustimmen
Wieder einmal erwies sich später die Taktik, erst nachmittags durch die Stände zu gehen, als richtig. -Der Konsortiums-Preis für den Knoblauch ist ohnehin kaum verhandelbar, aber bei dem Stand mit den Wildschwein-Spezialitäten war Obelix natürlich wieder in seinem Element.
Ich jammerte, dass das Essen so teuer gewesen sei, dass ich nur noch vierzig Euro übrig hätte. Ob ich dafür denn die Trüffel-Salami, das luftgetrocknete Rücken-Filet und ein Kilo geräucherten Cappocollo bekommen könnte. Er warf sein ganzes Geschick in die Waagschale, aber es kam immer ein Betrag an die 50 Euro heraus. So wandte ich mich traurig zum Gehen. Jetzt spielte er den rituellen Jammerlappen:
"Gut", sagte er. "Diesmal schenke ich dir die drei Trüffelwürste, aber im nächsten Jahr kommst du mir nicht mehr so billig davon!"

Und gestern war es sehr heiß. 34 Grad im Schatten, den die Stände, die sich mittlerweile über die antike Brücke bis zum Rand der Altstadt ausdehnen, am Vormittag nicht spenden. Unserer Erfahrung folgend, beginnen wir die Messe also nach einem italienischen Frühstück (Espresso mit Biscotto) gleich mit der klassischen, ligurischen Orgie im Garten von "Da Maria". Wir sitzen kaum, da rollen die Getränke und die ersten Gänge unter vereinter, athletischer Beteiligung der gesamten Wirtsfamilie heran. Der blitzschnelle "Drei-Käse-Hoch" ist für Wein und Wasser zuständig. Drei Töchter und die Ehefrau balancieren die riesigen Platten, und der zaundürre Lulatsch von Vater gibt je nachdem kulinarische Hinweise oder verulkt die Gäste, indem er nur die Männer bedient und die Damen nach "angeblich" alter ligurischer Sitte warten lässt.Plötzlich werden die Clownerien jedoch unterbrochen, weil der Maresciallo der Carabinieri mit drei seiner hoch dekorierten Offiziere am reservierten Tisch Platz nimmt. Kurz erfasst er mich starr mit seinem Blick, dann zwinkert er kurz und setzt sich ehrwürdig.
In meinem früheren Leben war es nicht unüblich, dass ich mit hochrangigen Polizisten zu Tische saß. Besonders in Ostasien und der Chinesischen Volksrepublik, in der ich als "Führerschein-Neuling" von Stadt zu Stadt und von Bankett zu Bankett weiter gereicht wurde. Als ich später erfuhr, dass nur eine Flasche des berühmten Mao-Tai-Schnapses den Monatslohn eines Polizei-Offiziers kostete, war mir auch klar, weshalb ich genötigt wurde, an jedem der Rundtische mit der Staatsmacht auf Ex zu trinken.
Was der Polizei-Chef vom Aroscia-Tal für einen Narren an mir gefressen hatte, war unklar. Jedenfalls konnte ich keinen Gang ohne ermunternden Einspruch von ihm durchwinken. Dann verlor ich irgendwann die Übersicht und gab klein bei. Nach dreieinhalb Stunden erhob sich der Maresciallo, um wieder mit den Kollegen seiner Aufsichtspflicht über die Messe nachzukommen.
Er schnaufte glücklich, und ich fragte ihn, ob ich jetzt zum Salutieren aufstehen müsse. Er winkte ab, worauf ich mit routinierter Lässigkeit meine Ehrerbietung im Sitzen abgab. Um ehrlich zu sein, zum schnellem Aufstehen wäre es auch gar nicht mehr gekommen... Dafür animierte er, nachdem er die steile Treppe vom Garten hinauf geschnauft war, seine Männer-Freunde, auf dem Balkon einen vielstimmigen Gesang auf die Schönheit meiner Tochter anzustimmen
Wieder einmal erwies sich später die Taktik, erst nachmittags durch die Stände zu gehen, als richtig. -Der Konsortiums-Preis für den Knoblauch ist ohnehin kaum verhandelbar, aber bei dem Stand mit den Wildschwein-Spezialitäten war Obelix natürlich wieder in seinem Element.
Ich jammerte, dass das Essen so teuer gewesen sei, dass ich nur noch vierzig Euro übrig hätte. Ob ich dafür denn die Trüffel-Salami, das luftgetrocknete Rücken-Filet und ein Kilo geräucherten Cappocollo bekommen könnte. Er warf sein ganzes Geschick in die Waagschale, aber es kam immer ein Betrag an die 50 Euro heraus. So wandte ich mich traurig zum Gehen. Jetzt spielte er den rituellen Jammerlappen:
"Gut", sagte er. "Diesmal schenke ich dir die drei Trüffelwürste, aber im nächsten Jahr kommst du mir nicht mehr so billig davon!"Mittwoch, 1. Juli 2015
Mond 2
Momentan brauchen wir nachts auf der Terrasse keine Beleuchtung. Bei klarem Nachthimmel scheint der Mond über der Burg derart hell, dass man in seinem Schein fast lesen könnte. Was übrigens die diversen blutgierigen Minimonster nicht davon abhält, sich trotz guter Sicht kräftige Schlucke aus unseren Kreisläufen zu kredenzen...
Die Schönheit des Erdtrabanten regt bis heute diverse Phantasien an (siehe meinen Post vom 11. September 2011) und verleitete die Menschheit zu einem ihrer größten Abenteuer: den Wettlauf, wer als erster wohl auf ihm lande.
Wie hat sich seit dem 21. Juli 1969 die Erde verwandelt? Der Mond ist ein alter Hut, und die Raumfahrt interessiert uns vielleicht gerade einmal, wenn ein medienbegabter Astronaut aus Deutschland schwerelose Reportagen durchführt. Das Rechenzentrum für die Apollo-Missionen füllte einst mit seinen Computern einen mehrstöckigen Gebäude-Kasten und verfügte dennoch über kaum mehr Kapazität als ein hochgerüsteter, aktueller Laptop.
Wer noch nicht auf der Welt war oder vergessen hat, in welcher Stimmung die rund eine halbe Milliarde zählenden TV-Zuschauer live hatten, sollte sich nicht alte Videos auf YouTube anschauen, sondern John Updikes "Unter dem Astronauten-Mond" aus der Rabbit-Reihe lesen.
Denn unten drehte sich die Erde weiter und sie bestärkt uns bis heute täglich in der Erkenntnis, dass wir zwar zum Mond und anderen weiter entfernten Sternen fahren können, aber immer noch zu blöd sind, dauerhaften Frieden zu schaffen.
Und weil das so ist, müssen wir uns auch nicht schämen, wenn wir uns weiterhin Dinge in die platinfarbene "Scheibe" am Himmel träumen.
Romantik? Kitsch? Träumereien? Na und?
Heute Nacht setzte sich der Mond genau auf den Kamin des Nachbarhauses. Weshalb ich Zwiesprache mit ihm hielt. Nicht, dass ich Antworten von ihm erwartet hätte, aber die Erkenntnis beruhigte mich, dass er, der schon alle Kapitel der Welt-Geschichte mit angesehen hatte, meine Anrufung nicht unterbrach. Einmal hatte ich sogar das Gefühl, dass er mir mit dem Mare Tranquilltates - gewissermaßen dem linke Auge vom Mann im Mond - zu zwinkerte. Aber das war in dieser heißen Nacht wohl nur die aufsteigende warme Luft.
Weil ich mir noch nicht einmal sicher war, ob das überhaupt "Das Meer der Ruhe" war, ging ich wieder einmal ins Netz und suchte die interaktive Seite von der Mondoberfläche auf, die die NASA bereit gestellt hat und durch jeden neuen Krater auf dem Laufenden hält...
Spannend, aber ein echter Romantik-Killer! Was wollten wir da oben? Wäre das Geld nicht viel besser für all die vor dem Hunger Flüchtenden hier auf der Erde angelegt worden?
Die Schönheit des Erdtrabanten regt bis heute diverse Phantasien an (siehe meinen Post vom 11. September 2011) und verleitete die Menschheit zu einem ihrer größten Abenteuer: den Wettlauf, wer als erster wohl auf ihm lande.
Wie hat sich seit dem 21. Juli 1969 die Erde verwandelt? Der Mond ist ein alter Hut, und die Raumfahrt interessiert uns vielleicht gerade einmal, wenn ein medienbegabter Astronaut aus Deutschland schwerelose Reportagen durchführt. Das Rechenzentrum für die Apollo-Missionen füllte einst mit seinen Computern einen mehrstöckigen Gebäude-Kasten und verfügte dennoch über kaum mehr Kapazität als ein hochgerüsteter, aktueller Laptop.
Wer noch nicht auf der Welt war oder vergessen hat, in welcher Stimmung die rund eine halbe Milliarde zählenden TV-Zuschauer live hatten, sollte sich nicht alte Videos auf YouTube anschauen, sondern John Updikes "Unter dem Astronauten-Mond" aus der Rabbit-Reihe lesen.
Denn unten drehte sich die Erde weiter und sie bestärkt uns bis heute täglich in der Erkenntnis, dass wir zwar zum Mond und anderen weiter entfernten Sternen fahren können, aber immer noch zu blöd sind, dauerhaften Frieden zu schaffen.
Und weil das so ist, müssen wir uns auch nicht schämen, wenn wir uns weiterhin Dinge in die platinfarbene "Scheibe" am Himmel träumen.
Romantik? Kitsch? Träumereien? Na und?
Heute Nacht setzte sich der Mond genau auf den Kamin des Nachbarhauses. Weshalb ich Zwiesprache mit ihm hielt. Nicht, dass ich Antworten von ihm erwartet hätte, aber die Erkenntnis beruhigte mich, dass er, der schon alle Kapitel der Welt-Geschichte mit angesehen hatte, meine Anrufung nicht unterbrach. Einmal hatte ich sogar das Gefühl, dass er mir mit dem Mare Tranquilltates - gewissermaßen dem linke Auge vom Mann im Mond - zu zwinkerte. Aber das war in dieser heißen Nacht wohl nur die aufsteigende warme Luft.
Weil ich mir noch nicht einmal sicher war, ob das überhaupt "Das Meer der Ruhe" war, ging ich wieder einmal ins Netz und suchte die interaktive Seite von der Mondoberfläche auf, die die NASA bereit gestellt hat und durch jeden neuen Krater auf dem Laufenden hält...
Spannend, aber ein echter Romantik-Killer! Was wollten wir da oben? Wäre das Geld nicht viel besser für all die vor dem Hunger Flüchtenden hier auf der Erde angelegt worden?
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