Mittwoch, 15. Juni 2022

Kriegsgewinn(l)er

Was gut gemeint war, kam nicht beim Verbraucher an


Auf das kleine l kommt es hier besonders an

Ist einer Sieger oder gar doch ein Schuft?

Hat einer im Blute selber kämpfen müssen

Oder Geld gemacht mit hochgelegten Füßen


Zivilisten, die um Existenz und Leben bangen,

Während andere nur in ein Portfolio langen

Kriegsgewinnler sind  stets Kriegsgewinner

So war das leider seit Genrationen schon immer


Machtlose können da schon gar nichts machen,

Während die Zündler sich ins Fäustchen lachen

Im globalen Spiel mit Mangel gegen Überfluss

Fällt bei den Spekulanten sicher gar kein Schuss


Das Schieben und Verteuern ist ein Computerspiel

 Und führt nur die reichen Gamer an ihr perfides Ziel

Ja wenn der Staat nur darauf einen Zugriff hätte...

So heißts  bedauernd und lapidar: hätte, hätte Lieferkette


Übergewinn versteuern, fordert man voreilig und schnell

Aber wir sind doch nicht schuld, klagt da das Kartell

Was können wir schon für den bösen, bösen Krieg?

Die Reichen da am reicher Werden zu hindern? Ein Pyrrhus-Sieg



Montag, 13. Juni 2022

Die scheue Untermieterin

Zum ersten Mal sahen wir sie in unserem Haus, als meine Frau beim Abwaschen in der Küche war. Helfen wollte sie wohl nicht, und sie war auch schnell verschwunden, als ich sie mir anschauen wollte. Sie muss wohl unbemerkt eingezogen sein, weil wir ja fast den ganzen Tag die Haustür  zur Piazza offen stehen haben. Aber sie ist geblieben, und hat es  sich jetzt im Esszimmer auf der gleichen Ebene häuslich eingerichtet.

Nascht gerne mal von
einem hart gekochten Ei
Sie ist von schlanker Gestalt und eine typische Vertreterin ihrer Gattung- Nicht mehr jung aber auch noch nicht ausgewachsen. Da ich im Haus immer barfuß unterwegs bin, habe ich sie schon zweimal aufgeschreckt, als sie sich ihr Bäuchlein auf den alten Kacheln kühlte, von denen sie sich kaum abhebt.

Und deshalb kann ich auch ziemlich sicher sagen, was sie für eine ist:
Sie ist eindeutig ein Weibchen und gehört zu den Ruinen-Eidechsen - also den "Echten Eidechsen". Im Moment ist sie noch nur etwas über zehn Zentimeter lang, was zwei bange Fragen meiner Frau auf einmal beantwortet. Nein, sie wird im Haus keine Eier legen, weil sie erst drei Jahre alt und etwa 20 Zentimeter lang werden muss, um geschlechtsreif zu werden. Für ihr Gelege aus drei bis neun länglichen Eiern bräuchte sie eine weiche abdeckbare Mulde und keine Kachelböden.
Es gibt  allein von der Ruinen-Eidechse rund 60 verschiedene Arten, die sich extrem in den Farben unterscheiden können. Forscher haben eine auf Capri entdeckt, die schwarz ist und einen leuchtend blauen Bauch hat.

Respekt muss man eigentlich nur vor Attacken der Perl-Eidechse haben, die mit bis zu  60 Zentimetern Länge die größte in Europa ist. Sie kann schon mal fauchend aggressiv werden und einen anspringen, wenn man ihr zu nahe kommt (siehe links)


.

Quelle: alle Bilder Wikipedia
Bis zur Paarung im nächsten Frühjahr ist es also noch hin. So lange wäre sie uns mit ihrem Appetit auf Fliegen und andere Insekten im Haus herzlich willkommen. Es ist aber anzunehmen, dass dieses äußerst flinke und neugierige Reptil bei nächster Gelegenheit auf gleichem Weg in ein passendes Habitat, also eine der Ruinen rund um die Piazza wechselt, um sich auf ein erwachsenes Eidechsen-Leben vorzubereiten... Ein fescher Partner könnte zum Beispiel  dieser hier rechts sein.

Schließlich ist sie eben eine Ruinen-Eidechse. Ist unser Haus hier etwa eine Ruine? Also raus mit dir! Unverschämtheit!

Freitag, 10. Juni 2022

Die Legende von Dottore Basilico Pesto

Wieso schmeckt dein Pesto nicht wie der Genovese? Was ist da drinnen, was wir nicht hinein tun? So lauten die Fragen der Burgdamen, wenn ich beim Cena in Piazza die Kompanie-Portion meiner Pasta al Pesto verteile. Wenn wieder einmal alles ratzeputz ausgeleckt ist, setze ich mich erschöpft hin und erzähle mit meinem Speisekarten-Italienisch die Story von der Herkunft meines Pestos, die so erstunken und erlogen ist, dass sich die Balken in unserem Esszimmer bögen, könnten die denn hören...

Sie geht so:
Als wir unser Haus zum ersten Mal entkernten, war im Esszimmer eine der schweren Bodenkacheln locker (ist sie immer noch). Da alle anderen seit vermutlich mehr als hundert Jahren bombenfest, saßen weckte das natürlich meine Neugier. Mit einem Stemmeisen hob ich sie also an und fand ein vergilbtes Pergament. Ich bin überzeugt, dass alle meine Leserinnen und Leser dieser Rezeptur würdig sind. Deshalb veröffentliche ich sie locker übersetzt, damit all das Fragen nach meinem Rezept ein Ende haben möge.


Questo è mio
Eredità: un pesto che rende tutti felici e in salute. Chi lo trova dovrebbe conservare la sua ricetta fino a quando non ci saranno abbastanza persone degne per passarglielo...
Pesto al basilico del dottore

Dies ist mein
Vermächtnis: Ein Pesto, der alle glücklich und gesund macht. Wer es findet, soll seine Rezeptur so lange bewahren, bis sich genügend Würdige finden, um es an sie weiter zu geben... Doktor Basilico Pesto

Zutaten für vier Personen: 

1 Bund Liebstöckel

3 Bund Basilikum

2 Esslöffel Pinienkerne

3 Teelöffel grüner Pfeffer

6 Stück Parmesan oder Grano Padano (etwa so groß wie Zuckerwürfel) Bloß nix Gemahlenes!!!

1 Teelöffel brauner Melasse-Zucker

2 Teelöffel Salz

2 große Zehen frischen Knoblauchs

1 Esslöffel Limonen-Saft

Alles zusammen in eine Moulinette oder Mixer. Zunächst im Hack-Gang vermischen lassen. Dann im schellen Fein-Gang unter Zugabe des besten Olio Extra Vergine so lange mischen, bis die Konsistenz eines Baby-Breis erreicht wird. Dann umfüllen in eine passende Schüssel. Deckel drauf und im Kühlschrank zur Aroma-Entfaltung mindestens einen halben Tag vor dem Verzehr quellen lassen.

Sollte wider Erwarten etwas übrig bleiben, hielte sich der Rest fest verschlossen noch eine Weile...

Ob Spaghettini, Taglieatelle, Troffie, Gnocchi, Ricotta-Ravioli -
Pesto passt fast immer

Buon Appetito!

P.S- Muss ja niemand wissen, dass meine Frau gegen die obligaten Haselnüsse allergisch ist. - Und dass einmal einfach zu wenig Basilikum da war und ich zum Erreichen der nötigen Menge den genialen Geschmack von Liebstöckel ergänzte. Es geht also absolut ohne das Maggi-Kraut. Kein Italiener würde jemals etwas Zucker für den Pesto verwenden, und ein Mixer geht stylisch schon gar nicht. Der Pesto Genovese wird traditionell im Mörser angerieben - aber das dauert, wenn viele Leckermäuler bedient werden wollen wie bei unserer Cena in Piazza.
Alle Fotos: Claus Deutelmoser



 

Mittwoch, 8. Juni 2022

Nix los!

Die Anrufe aus der Heimat laufen eigentlich immer nach dem gleichen Fragen-Schema ab: Wie geht's? Alles in Ordnung bei euch? Was macht ihr denn so den ganzen Tag? Gibt' was neues? Antworten: Ja, ja, ne ne!
Die Fürsorglichste und ich lieben es, uns über den Ereignisreichtum unserer Tage hier oben nicht weiter auszulassen, damit die Freunde und Adepten erstens nicht neidisch werden und uns zweitens nicht für komplett durchgeknallt halten. Hätten wir gesagt, dass der gestrige Tag unglaublich ereignisreich gewesen war, wären wir gezwungen gewesen, alles detailliert zu schildern, So sagen wir einfach: passiert ja nix!

Oder wie würden meine Leserinnen und Leser durch folgenden Tagesablauf wohl gelangweilt:

Betörend duftend, aber
einmal unbeobachtet
los geklettert, hält
den Kletter-Jasmin nichts mehr auf
Quelle: as-garten.de
In den Morgenstunden werde ich durch den betörenden Duft der beiden Kletter-Jasmine an den Nachbarhäusern geweckt. Jasmin ist für mich schon immer der Trigger für den Beginn der heißen Jahreszeit gewesen, Da ändert auch der Klimawandel durch sein ständig wechselndes Wetter nichts. Mein Kopfkissen liegt ja quasi auf der Regenrinne des gegenüber liegenden Hauses, dass nun schon seit Jahren kaum noch bewohnt wird, Im vergangenen Jahr schwärmten da noch emsig sammelnde Wildbienen vom Morgengrauen bis in die Dämmerung aus dem Kamin. Heuer hüpft mir die emsig fütternde Blaumerle auf der Nase herum. Kann einer schöner noch einmal weiter schlafen?

Meine Frau hört leider nicht mehr so gut, dafür sieht sie mit ihren neuen Linsen wie ein Raubvogel. Ich hingegen bräuchte für verschieden Entfernungen mehrere Brillen. Aber ich höre sprichwörtlich Flöhe husten und kann daher quasi mit den Ohren sehen. An einem ausgestorbenen Tag wie gestern komme ich mir bei meinem Morgenkaffee auf der Piazza-Bank vor wie ein Karajan im Konzert der animalischen Laute. Denn natürlich achten alle auf mich und was ich tue, Rechts summen Nektar-Sammler in den gerade aufgebrochenen Blüten des Oleander. An mir vorbei zischen für die Perkussion die fast an meinen Kopf prallenden Mauersegler im Tiefflug ihre unsichtbaren, in der Burg-Wand versteckten Nester ansteuernd. Schlaff, schlaff, plusch  verschwinden mit kaum gebremsten Tempo. Von der Dachrinne unseres Haues beobachtet eine anderes Blaumerlen-Paar tirilierend die ersten Flugversuche ihres Nachwuchses, während klitzekleine Finken, die ich bisher nicht bestimmen konnte, im Chor dazu zwitschern.

Als meine Frau von der Cantina auf die Piazza hochkommt, verstummt das Konzert. Sie berichtet  erstaunlich ungerührt, dass sie gerade ein mittelgroßes Exemplar der hiesigen, laubgrünen Riesen-Ringelnattern beobachte hat, die von der Gasse in Richtung Fredos Garten verschwunden ist: "Hoffentlich hat die nicht die Jungvögelchen erwischt."

Elaphe longissima: Bis zu zwei Meter lang, hier
 in den Valle d'Olio  oft giftgrün aber ungefährlich,
ist die Äskulapnatter die größte Schlange Europas-
Quelle:äskulapnatter- biologieseite.de

In der Hitze des Nachmittags hält offenbar auch die Tierwelt eine Art Siesta. Deshalb klingen die Kirchenglocken viel lauter und holen zumindest mich aus dem Nachmittags-Schläfchen. Wieder ist der Himmel voller Segler, Ach, wenn die sich denn auch der Mücken widmen könnten, die nun in kleinen Geschwadern über meine Frau herfallen, weil sie gerade die Piazza-Pflanzen gegossen hat. Zum Abendessen vor dem Haus erscheint sie in einer Duft-Schwade von Mückenspray. Was aber nichts daran ändert, dass ich nicht einen Biss abbekomme. Das war schon immer so, aber drinnen essen wollen wir dennoch nicht.

Zum Abschluss dieses ereignislosen Tages kommt die Familie Berg Stelz auf unsere Dachterrasse und führt  auf der Brüstung in der untergehenden Sonne ihren Nachwuchs vor. Die haben wohl damit gerechnet, das meine Frau für sie schon die Bade-Saison eröffnet. Aber die gewohnte Wasser-Schüssel ist noch leer. Es war ja noch nicht heiß genug gewesen...

Wie eine Bachstelze mit kurzen Beinen.
Dieser Berg Stelz stand mir auf dem
Fensterbrett meines Arbeitszimmers Modell

Soll ich etwa den Anrufern solche Nichtigkeiten erzählen? Da sage ich doch lieber: Nix los!



Montag, 6. Juni 2022

Aus dem Gleichgewicht

 Von den Schlaumeier-Sprüchen, die sich in letzter Zeit mehren, geht mir einer besonders auf den Zeiger:
Wer zu sehr in der Vergangenheit lebt, verpasst die Zukunft.
Eigentlich könnte der logisch doch nur für Menschen in der Lebensmitte gelten, woran auch immer sich die festmachen lässt. Wenn jemand nur 60 Jahre alt würde, hätte so ein Mensch seine Lebensmitte ja schon mit 30. Jenseits so eines fiktiven Moments schrumpft dessen Zukunft dann schon täglich. Die Vergangenheit jedoch wird immer länger. Sofern also ein inhaltreiches Leben geführt wird, gewinnt das Erlebte mehr und mehr an Bedeutung...

Quelle: de.freepik.com

Offenbar haben sich die Mächtigsten dieser Erde vor lauter in die Zukunft schauen, nicht genug mit der Vergangenheit - sprich Geschichte - dieses Planeten auseinander gesetzt. Ansonsten wäre das Leben auf ihm nicht derart aus dem Gleichgewicht geraten. Wer will denn in Zukunft noch auf dieser Erde leben, wenn wir zerstören, anstatt zu erhalten. Wenn wir immer wieder die Grenzen des Machbaren rücksichtslos ausloten und dann aber aus Unwissenheit tödliche Fehler wiederholen.

Immanuel Kant
1724 - 1804
Der Mangel an Geschichtsbewusstsein - also das ungebildet sein - ist der eigentliche Grund, wieso sich Geschichte immer wiederholt. Selbst alle unsere technologischen Errungenschaften führen ja nicht dazu, dass sich das Grundmuster des Homo Sapiens (des wissenden Menschen) wesentlich ändert. Ob einer mit der Keule auf den Kopf bekommt, mit einer Granate oder am Ende atomar verdampft wird ist faktisch kein Unterschied: tot ist tot! 

Sapere aude! Wag ja nicht, zu wissen! Sagten vor Immanuel Kant schon die alten Römer.

Bei Menschen in meinem Alter macht sich im Moment der krasse Fatalismus breit, weil unser bisheriges Leben nur von gewissen, entfernten Bedrohungen begleitet wurde. Aber offensichtlich waren wir in unserem Friedens-Kokon nicht mehr auf das Unfassbare vorbereitet. Genauso wie wir ja gedankenlos Ressourcen  ausgeschöpft haben, von denen wir ja längst wussten dass sie so endlich sind wie unser Leben.

Nehmen wir die Neonazis oder Putin mit ihren Geschichtsklitterungen. Sie biegen sich halbgare Fakten zu einer ideologischen Beweislage zurecht. Wer dieser widerspricht, wird im besten Fall wieder zuerst nur angepöbelt. Im schlechtesten Fall verschwinden die Widersprechenden auf immer in einem Todeslager...

Will mir da einer verdenken, dass ich lieber an all die einzigartigen Erlebnissen meines privilegierten  Lebens zurück denke, als zu analysieren, was aus der Welt wohl werden könnte? Ich kann ja nichts mehr ändern an meiner Angst vor der Zukunft. Ist ja ohnehin nicht mehr lang hin.
Aber ich denke dabei mit wenig Hoffnung immer wieder an eine Erzählung meines Vaters. Dessen Urgroßvater hätte seinem Vater auf dem Sterbebett folgendes prophezeit: Jungchen - die Menschen haben viel erreicht, aber fliegen werden sie nie!

Der motorisierte Wright-Glider 1908
Quelle:wikipedia

Da hatten die Gebrüder Wright ihren Gleiter schon mit einem Motor ausgerüstet.  Kaum zehn Jahre später brach der Erste Weltkrieg aus, in dem erstmals Flugzeuge als Kriegswaffen eingesetzt wurden.

Freitag, 3. Juni 2022

In den Schuhen des Fischers

Dieser Tage kam die Witwe meines im vergangenen Sommer verstorbenen Künstler-Freundes vorbei und brachte mir sehr aufwendig gefertigte Sandalen. Weil ich mir doch gerade so schwer mit dem Gehen tue...

Mein Lebtag habe ich keine Sandalen getragen - nicht mal am Strand. Bei Sandalen erschienen mir immer karikierte Deutsche vor Augen, die mit Adiletten, weißen Söckchen und Shorts durch den Petersdom schlurfen. Wohl aber weiß ich, wie es ist, in Schuhen anderer zu gehen oder gar in große Fußstapfen zu steigen.
Vier Jahre nach dem Tod meines Lieblings-Opas hatte ich nicht nur seine Schuh- sondern auch seine Kleidergröße erreicht. Im Herbst nach der Konfirmation war ich schon aus dem dafür angeschafften Anzug rausgewachsen. Ich war unter multiplen Trainings regelrecht auf 186 cm Länge und 80 Kilo Kampfgewicht explodiert. Das brachte meine Mutter, die nie etwas fort warf in schiere Verzweiflung. Allerdings hielt mein Gehirn mit dem Wachstum nicht schritt, und so begann ich die Kleidungsstücke meines Großvaters auszuprobieren. Der war ein Grandseigneur gewesen und trug nur klassische Maßanfertigungen.

Auf Klassenfotos von damals mit heutigem Blickwinkel wäre ich in den Zweireihern und den am Bund verengten Schlabberhosen ein Influencer. Aber in der Zeit waren eben Trompetenhosen mit Extra-Schlag, lange, indische Hemden und Prinz-Heinrich-Mützen angesagt. Da stach ich mit meinen geerbten, diversen Humphrey-Bogart-Borsalini auf dem Kopf eher ulkig aus der Menge. Was soll ich sagen: Opas Schuhe trug ich - als handgenäht nur von Älteren erkannt - mit Begeisterung weit über die Mode mit den Torero-Absätzen hinaus.

Dann kam das Jahr 1968, in dem meine noch neue Freundin dann aber spätere Ehefrau, mich modisch total umpolte. Zum ersten Mal musste ich von meinem kargen Lehrlings-Lohn Bluejeans kaufen, und ansonsten war nur noch Cordsamt angesagt.
1968 war für viele andere unserer Generation ein Schicksalsjahr: Die Attentate auf Martin Luther King, Robert Kennedy und Rudi Dutschke erschütterten uns genauso wie der im Nachhinein unsinnige Vietnam-Krieg. aus dem für Afghanistan und die Golfkriege in der Folge nichts gelernt wurde. Aber für mich das Grausigste war die Niederschlagung des "Prager Frühlings", den ich kurz zuvor selbst vor Ort noch erleben durfte (siehe auch meine Erzählung "Ronny" im Burgschreiber-Blog gepostet am 25.6. 2015).

Und jetzt komme ich auf die geschenkten Sandalen zurück. Während ich mit ihnen - ohne Socken - eine bequeme Runde um den Borgo machte, schaute ich auf meine Füße und hatte sofort den Titel "In den Sandalen des Künstlers" für einen nächsten Text im Sinn.  

Anthony Quinn
1815 . 2001

Quelle: wikipedia

Meine 1968 immer noch sehr katholische Freundin nahm mich  wohl kurz vor Weihnachten in den Film "In den Schuhen des Fischers" mit. Der griechisch orthodoxe Antony Quinn spielt darin einen ukrainischen Priester der dem Russischen Straflager in Sibirien nach 20 Jahren entkommt, nach Rom geht, dort zum Kardinal geweiht und schließ zum Papst gewählt wird. Als Pontifex Maximus reißt er nicht nur Konventionen ein, sondern mischt auch Vatikan und Supermächte politisch derart auf, wie wir Ungläubigen das in der grausamen Gegenwart eigentlich von Franziskus erwartet würden.

Quinns Rollen-Name lautete Kiril Lakota. Kiril - war da nicht grade etwas? Ach ja: Da wäre ja aktuell Kyrill I, der enge Freund Putins, der als Patriarch der russische Orthodoxen gerade den Angriff auf die Ukraine abgesegnet hat, und jetzt wegen der Sanktionen gegen diesen Kirchenfürsten von Viktor Orban missbraucht wird, um sich dem Öl-Embargo der EU weiter zu verweigern.
Und was macht die EU? Sie knickt erneut einmal mehr vor dem Monopol-Demokraten ein, anstatt ihn endlich aus der EU zu schmeißen. Seinen Bonus für die Hilfe Ungarns bei unserer Wiedervereinigung und das Ermöglichen der Union hat er mit Korruption, Erpressen und fortwährendes Bremsen der Gemeinschaft längst aufgebraucht.

Ihr erkennt, weshalb ich diesen Text unbedingt posten musste...

Es gibt diesen alten Film noch bei amazon
Die Schuhe beziehen sich auf
den Kirchengründer, den Apostel Petrus

Due bist Petrus, und auf diesem Felsen will ich meine Kirche bauen, und dir werde ich den Schlüssel zum Himmel geben. Tu es Petruset super hanc petram aedificabo ecclesiam meam....

Mittwoch, 1. Juni 2022

Schwarze Löcher

 

Hätte ich nicht gleich drauf kommen müssen, als die NASA die ersten  Bilder vorn den schwärzesten Löchern au dem All veröffentlichte? Die jüngst stets klamme US-Weltraum-Agentur hätte ja den Wettbewerb mit den privaten Raumfahrt-Unternehmen kaum noch stemmen können, hätte es die StarWars-Phantasmen und die Besiedlungs-Pläne vom Mars, die Donald Trump noch angeschoben hat, nicht gegeben. Ist die Entdeckung schon Wahlkampf oder Wunschdenken, der Ex-Präsident solle sich schon mal auf den Weg dorthin machen. Sind ja nur 236.000.000 Lichtjahre - ein Klacks für den Großsprecher!.

Sieht aus wie ein typisch donaldistischer Doughnut und hat dazu auch die Farbe von Trumps Haaren.
Das Smiley aus den den tiefsten Tiefen des Universums könnte uns verraten: Ich komme wieder!

Quelle: NASA






















Immerhin ist die Theorie von Albert Einstein wohl durch diese Entdeckungen belegt worden. Was mir wirklich einen Schauer über den Rücken laufen lässt, wenn ich darüber nachdenke, wie das Gehirn des Genies so etwas projizieren konnte.  Mir als Laien ist nicht klar, wie ganze Galaxien samt ungeheuren Mengen an Energie von diesen Schwarzen Löchern verschluckt werden. Und was verschluckt wird, muss ja nach dem Vorbild animalischer Verdauungstrakte auch irgendwo wieder ausgeschieden werden. Gibt es etwa eine Kläranlage für verdaute Galaxien, und werden in diesem Urschlamm dann neue Galaxien fürs Universum gezüchtet?

Einstein und Hawking haben da keine Lösungen angeboten und gingen davon aus, dass sich das Universum in seiner Unendlichkeit einfach immer weiter ausdehnt. Wenn ich da an die kolportierte Gläubigkeit Einsteins denke, muss er zu dem Schluss gekommen sein, dass darüber nur noch ein Gott steht- als ewiger Gärtner.(siehe auch "Mein besseres Ich am anderen Ende der Galaxis " vom 21. 7. 20915).

Ist es Ehrfurcht oder einfach nur die Angst vor unvorstellbaren Dimensionen? Dabei plagen mich die Sorgen um Schwarze Löcher ganz in meiner Nähe. Das nächste ist - während ich schreibe - die Tastatur, die mir meine Sohn aus den unendlichen Weiten seiner Computer-Welten samt zusammen aus alt neu gebasteltem Computer zur Verfügung gestellt hat, als sein abgelegter Steinzeit-Laptop in die Ewigkeit abstürzte.

Diese Combi verschluckt nicht nur ganze geschriebene Sätze, sondern gleichzeitig die zerzausten Gedanken, die zu ihnen geführt haben. Hinzu kommt, dass meine rechte Gehirnhälfte, die links steuert, offenbar mittlerweile schneller ist als die linke. Was zu merkwürdigen Buchstaben-  oder Zahlen-Verdrehern führt. Flugs war Descartes vor ein paar Posts plötzlich 254 Jahre alt geworden.
Diese "Tastatur des Teufels" produziert in meiner Galaxie
Schwarze Löcher ohne Wiederkehr
Ich will ja nicht behaupten, dass ich mit zehn Fingern blind tippen kann, Aber etwa achteinhalb sind es doch. Aber wenn ich dieses extrabreite Keyboard nicht direkt mittig mit meinem Text im Halbdunklen nach dem Bildschirm ausrichte, dann erhalte ich zumindest eine Ahnung was in so einem schwarzen Loch vor sich geht. Da hilft dann auch kein Warp-Antrieb um den Weg zum letzten krummen Gedanken in Hyper-Lichtgeschwindigkeit zu verkürzen. Wie funktioniert bitte Telepathie? Einstein Hilf!
Ein Gerät um die Krümmungen
in meinen Gedanken zu verkürzen.
Wie sich Science Fiction das zeitnahe
Reisen dirch die Wurmlöcher der Galaxien vorstellt
Quelle: wikipedia