Wie viele Männer halte ich mich trotz aller geschlechtlichen Unwägbarkeiten für einen Frauen-Versteher. Doch je älter ich werde, desto häufiger bin ich im Zweifel, ob die Erkenntnisse all der Jahre überhaupt für ein derartig komplexes Thema ausreichen.
In der näheren Bekanntschaft - auch hier auf der Burg - gibt es kein Paar, das nicht von der weiblichen Hälfte dominiert wird. Die Fürsorgllchste und ich sind da keine Ausnahme. Wir Männer scheinen im letzten Lebensdrittel neben anderen Kompetenzen auch die sozialen aufzugeben. Das stärkt die Frauen-Liga, die hartnäckig hier ihre Stärke ausspielt.
Meine Frau und ihre zwei Schwestern haben die Fähigkeit sich stundenlang gleichzeitig zu unterhalten, was einen gewaltigen "Output" erzeugt. Dinge, die beim direkten Simultan-Gespräch überhört oder nicht richtig vrstanden wurden, werden kaum eine Stunde später in telefonischen Einzelgesprächen fortgesetzt. Flatrate sei Dank!
Meine Tochter hat dies wohl auch genetisch mitbekommen. Jedenfalls gelingt es ihr auch immer spielend, wildfremde Menschen in stundenlange Gespräche zu verwickeln, beziehungsweise sie zusammen zu bringen.
Sie war noch nicht sehr oft auf der Burg, dennoch ist sie bis hinunter nach Villa bekannt, obwohl sie kein Italienisch spricht. Meine Frau spricht nach annähernd zwei Jahrzehnten hier oben auch nicht viel mehr. Dennoch hat sie es geschafft, dass von Jahr zu Jahr mehr Burggeister zum nachbarschaftlichen Abendessen auf die Piazza kommen.
Frauen haben diese spezielle Fähigkeit, die ich früher mal als "Dorfbrunnen-Syndrom" verspottet habe, obwohl ich da schon oft davon profitiert hatte. Nur, dass der Dorfbrunnen in der Büro-Gemeinschaft der Copier-Computer mit Printer war.
Hier haben wir nun tatsächlich einen Dorfbrunnen, und obwohl nur wenige Damen ihn nutzen, bleibt er zentraler Nachrichten-`Faktor.
Passiert denn in einem Dorf wie diesem tatsächlich soviel, dass man sich ständig austauschen muss? Kommt wohl darauf an, was man für wichtig hält.
Wenn Nachbarin Paula jedenfalls auf der Burg ist, hat sich zwischen ihr und meiner Frau ein fixes Treffen um 19 Uhr ergeben, bei dem nicht nur Tagesaktualitäten, sondern Grundsätzliches aus der Gemeinde erörtert werden. Das dauert eine großzügig bemessene halbe Stunde bei ein oder zwei Gläschen, die wechselseitig ausgeschenkt werden.
Manchmal setze ich mich dazu, merke aber schnell, dass ich störe. Durchs offene Fenster meines Büros dem ungebremsten Schnattern zu zu hören, macht viel mehr Spaß. Weil beide Parteien so tun, als hörten sie nicht zu, werde ich dann auch gerne verbal in die Mangel genommen...
Mittwoch, 2. August 2017
Sonntag, 30. Juli 2017
Pastorale
An Sonntagen komme ich einfach nicht aus dem Bett. Heute wehte eine kühle Brise durchs Schlafzimmer-Fenster und brachte eine Melange aus Jasmin- und Kaffee-Duft mit. Das ganze unterlegt mit Gerüchen vom bald garen Sonntags-Braten und allerlei frischem Backwerk...
Das Begleit-Konzert liefern unsere drei großen Kirchen mit ihrem Sonntagsgeläut. Drüben, das kann ich im Liegen sehen, leuchtet der lichtgeborene Ort facettenreich wie eine Pretiose. Noch ist alles saftig grün rund um den Talkessel, und Großfeuer wie ein paar Dutzend Kilometer weiter westlich, jenseits der Grenze zu Frankreich, blieben uns bislang erspart.
Ich liebe es auch, wenn unsere Dorf-Trompete Wanda nach der Musikprofessorin schreit, obwohl es eigentlich eine sehr wohlklingende Hausglocke gäbe. Ihre Kommando-Stimme lässt mich gewissermaßen im Bett stramm stehen und erinnert mich daran, dass es heute für die Burg-Geister ja ein besonderer Sonntag ist:
Das Begleit-Konzert liefern unsere drei großen Kirchen mit ihrem Sonntagsgeläut. Drüben, das kann ich im Liegen sehen, leuchtet der lichtgeborene Ort facettenreich wie eine Pretiose. Noch ist alles saftig grün rund um den Talkessel, und Großfeuer wie ein paar Dutzend Kilometer weiter westlich, jenseits der Grenze zu Frankreich, blieben uns bislang erspart.
Ich liebe es auch, wenn unsere Dorf-Trompete Wanda nach der Musikprofessorin schreit, obwohl es eigentlich eine sehr wohlklingende Hausglocke gäbe. Ihre Kommando-Stimme lässt mich gewissermaßen im Bett stramm stehen und erinnert mich daran, dass es heute für die Burg-Geister ja ein besonderer Sonntag ist:
Denn am Übergang vom Juli
zum August schlägt sie wieder zu
die Gourmet-Gemeinde.
Cena in Piazza:
zweierlei Zucchini-Blüten (fritiert und gefüllt), Vitello tonnato, Tarte verde mit Trombette beziehungsweise Mangold Sardinen im Bierteig, Nudelsalat tiepido mit Auberginen und Peperoni, drei Paste al Forno. Aber der absolute Höhepunkt war diesmal das Kuchen-Büffett: Die Schoko-Sensation Salame dolce, ein Karotten-Kuchen von einzartiger Fluffigkeit, eine Schweizer Aprikosen-Tarte, ein Hauach von Mandelkuchen und direkt vom Garten in den Backofen eine noch warme Quiche aus Weinberg-Pfirsichen ( Saturnine)...
Donnerstag, 27. Juli 2017
Acqua Azzurra
Juli und August sind beliebte Monate für allerlei Kunst. Am Seine-Kai in Paris liegt zum Beispiel ein täuschend echter, gestrandeter Wal, der sogar "fischelt". Auf der Documenta in Kassel ist bis zum September ein Parthenon aus verbotenen Büchern zu bestaunen.
Hier in Ligurien lässt sich die Doppel-Gemeinde Imperia auch nicht lumpen. Zum Festival der zeitgenüssischen Kunst verfärbte sicb pünktlich das Wasser der Fontana an dser Piazza Dante. Er wurde aber deswegen nicht gesperrt, und ich habe das Bild auch nicht manipuliert. Die Piazza ohne Verkehrs-Stau? Das gibts doch gar nicht!
Doch! Bei 32 Grad im Schatten fand hinter mir unter den Arkaden Dantes Inferno statt. Der Rest der geplagten Menschlein bruzelte entweder am Strand oder mampfte pünktlich um eins Mamas Pasta.
Hier in Ligurien lässt sich die Doppel-Gemeinde Imperia auch nicht lumpen. Zum Festival der zeitgenüssischen Kunst verfärbte sicb pünktlich das Wasser der Fontana an dser Piazza Dante. Er wurde aber deswegen nicht gesperrt, und ich habe das Bild auch nicht manipuliert. Die Piazza ohne Verkehrs-Stau? Das gibts doch gar nicht!
Doch! Bei 32 Grad im Schatten fand hinter mir unter den Arkaden Dantes Inferno statt. Der Rest der geplagten Menschlein bruzelte entweder am Strand oder mampfte pünktlich um eins Mamas Pasta.
Mittwoch, 26. Juli 2017
Ugo, der Erinnerer
Da sind die meisten Menschen drauf, die meine Briefe mit ihrem Leben erfüllen. Ihr wisst ja, dass ich keine Klarnamen verwende: wegen der Quellen-Sicherheit, aber auch zum Schutz der Dargestellten.
Heute mache ich eine Ausnahme, weil er mit 93 eine direkte Erwähnung verdient: Ugo, definitiv der beste Burg-Geist, den man sicb wünschen kann. Er ist der Hahn im Korb mit Pokal und Sonnenbrille. Die muss er tragen, seit ein heimtückischer Virus in den vergangenen Monaten sein Auge angegriffen hatte. Aber der Ugo lässt sich nicht unterkriegen.
Gestern wurde der Viel-Geehrte ein weiteres Mal für sein Mäzenatentum ausgezeichnet. Da reiste sogar der vorgesetze Priester unseres tamilischen Pfarrers auf seinem Motorroller an, um sein Werk zu segnen.
Ugo, der ehemalige Professor vom Polytechnikum, setzt seinen ganzen Unruhestand und beachtliche Teile seines Vermögens ein, um die Erinnerungen an die Geschichte seines Heimat-Dorfes am Leben zu erhalten.
Er steht dem Kunstverein bei, schreibt Broschüren über den Einfluss der einst hier waltenden Nobilita, und er hat aus dem ehemaligen Kinder-Asyl eine zauberhafte Bibliothek gemacht. Aber am wichtigsten ist sein enormer Beitrag zur Instandhaltung der historischen Kirchen.
Gestern war die mehr als 500 Jahre alte Kirche an der oberen Piazza im Zetrum des Dorf-Interesses. Nachdem Santa Anna im Laufe der vergangenen Jahre von außen wieder propper hergerichtet wurde, hat Ugo dafür gesorgt, dass ein altes Altar-Gemälde, das aus irgend einem nicht bekannten Grund schwarz übermalt oder gar rücksichtslos zugerußt worden war, freigelegt und restauriert wird. Die Kreuzigungs-Szene und die Engel im Himmel sind schon parziell wieder zu sehen.
Anlass genug, den großzügigen Ugo zum heutigen "Giorno della Santa Anna" in das Dankes-Gebet mit einzubeziehen.
Mancher mag sagen, dass das viel Aufwand sei - für eine Kirche, die nur zweimal im Jahr ihr Portal öffnet. Aber das muss ja nicht so bleiben, wenn der vermeintliche Geburtsort von Kolumbus dank Ugo vielleicht einmal Weltkultur-Erbe wird...
Wenn ihr das Foto durch Click aufblast, könnt ihr vielleicht auch die eine oder andere Person aus meinen Briefen anhand meiner Schilderunge identifizieren.
Heute mache ich eine Ausnahme, weil er mit 93 eine direkte Erwähnung verdient: Ugo, definitiv der beste Burg-Geist, den man sicb wünschen kann. Er ist der Hahn im Korb mit Pokal und Sonnenbrille. Die muss er tragen, seit ein heimtückischer Virus in den vergangenen Monaten sein Auge angegriffen hatte. Aber der Ugo lässt sich nicht unterkriegen.
Gestern wurde der Viel-Geehrte ein weiteres Mal für sein Mäzenatentum ausgezeichnet. Da reiste sogar der vorgesetze Priester unseres tamilischen Pfarrers auf seinem Motorroller an, um sein Werk zu segnen.
Ugo, der ehemalige Professor vom Polytechnikum, setzt seinen ganzen Unruhestand und beachtliche Teile seines Vermögens ein, um die Erinnerungen an die Geschichte seines Heimat-Dorfes am Leben zu erhalten.
Er steht dem Kunstverein bei, schreibt Broschüren über den Einfluss der einst hier waltenden Nobilita, und er hat aus dem ehemaligen Kinder-Asyl eine zauberhafte Bibliothek gemacht. Aber am wichtigsten ist sein enormer Beitrag zur Instandhaltung der historischen Kirchen.
Gestern war die mehr als 500 Jahre alte Kirche an der oberen Piazza im Zetrum des Dorf-Interesses. Nachdem Santa Anna im Laufe der vergangenen Jahre von außen wieder propper hergerichtet wurde, hat Ugo dafür gesorgt, dass ein altes Altar-Gemälde, das aus irgend einem nicht bekannten Grund schwarz übermalt oder gar rücksichtslos zugerußt worden war, freigelegt und restauriert wird. Die Kreuzigungs-Szene und die Engel im Himmel sind schon parziell wieder zu sehen.
Anlass genug, den großzügigen Ugo zum heutigen "Giorno della Santa Anna" in das Dankes-Gebet mit einzubeziehen.
Mancher mag sagen, dass das viel Aufwand sei - für eine Kirche, die nur zweimal im Jahr ihr Portal öffnet. Aber das muss ja nicht so bleiben, wenn der vermeintliche Geburtsort von Kolumbus dank Ugo vielleicht einmal Weltkultur-Erbe wird...
Wenn ihr das Foto durch Click aufblast, könnt ihr vielleicht auch die eine oder andere Person aus meinen Briefen anhand meiner Schilderunge identifizieren.
Dienstag, 25. Juli 2017
In eigener Sache
Liebe Leute!
Ich habe wirklich alles versucht, um das gestrige Horror-Gewitter auch per Video im Blog zu dokumentieren. Seit auch mein Laptop den Geist aufgegeben hat, schreibe ich die Posts auf einem drei Jahre alten Tablet, was mit meinen Wurstfingern schon schwierig genug ist. Mir ist es leider nicht gelungen, auch die extrem auf zehn Sekunden gekürzten Takes zu posten...
Wenn eines von Euch Genies eine Idee hat, wie es doch gehen könnte, liefere ich nach.
Der Blogger
Ich habe wirklich alles versucht, um das gestrige Horror-Gewitter auch per Video im Blog zu dokumentieren. Seit auch mein Laptop den Geist aufgegeben hat, schreibe ich die Posts auf einem drei Jahre alten Tablet, was mit meinen Wurstfingern schon schwierig genug ist. Mir ist es leider nicht gelungen, auch die extrem auf zehn Sekunden gekürzten Takes zu posten...
Wenn eines von Euch Genies eine Idee hat, wie es doch gehen könnte, liefere ich nach.
Der Blogger
Montag, 24. Juli 2017
Nipoti
Nun ist es ganz sicher nicht so, dass ich die heißen Tage in den kühleren Räumen dazu nutze, meine mehr als peinlichen Lücken im Italienischen zu schließen.
Vielmehr geht mein Hirn vor lauter Faulheit wegen chronischer Unterbeschäftigug von selbst auf Wanderschaft.
Zum Beispiel wenn nahezu jeden Nachmittag der in einem Pflegeberuf tätige Neffe von Don Marino hier hochklettert, um den 94jährigen, der nur noch selten aus dem Haus kommt, zu versorgen. Ich finde das großartig, zumal ich die große Sippe vor ein paar Tagen bei Da Maria beim Festessen erleben durfte: lauter gelungene Menschen mit einer Mama als Oberhaupt, die in puncto natürlicher Eleganz und Schönheit sogar Madame Lagarde in den Hintergrund drängen würde.
Alles Erbschleicher sagt die Dorf-Fraktion der anderen - natürlich im Streit lebenden - Verwandtschafts-Sippe, die auch nicht gerade im Ruf steht, das kleinste Fitzelchen an Erbbarem auszulassen. Was umso erstaunlicher ist, da beide Sippen in puncto Haus- und Grundbesitz unschätzbar reich sind. Da passten die ebenfalls enormen Latifundien von Don Marino eben auch noch gut ins Portfolio...
Bei dem kinderlosen Don Marino ist das mit dem Nipote einfach. Er ist also ein Neffe, wie auch der Nipote unserer Seelensammlerin, der sich aber gewiss nicht aus Habsucht so rührend um die Schwester seiner Mutter kümmert. Fabrizio ist einfach so. Es macht ihm auch nichts aus, uns seit Jahren zum gleichen Vorzugspreis mit Öl und eingelegten Oliven zu versorgen. Wir seien seine Marketing-Abteilung, erklärt er.
Aber gerade war Marina mit ihren süßen und lebhaften Enkelchen auf der Piazza. Ihren Nipoti! Und zwar einer Nipota und einem Nipote. So einfach wie hier auf dem Castello mit seinem Nepotismo (Vetternwirtschaft) ist es im Alltagsleben sonst aber nicht, wenn man keinen Einblick in die Familien-Verhältnisse hat.
Wenn einer seinen Dito gebrochen hat, muss man auch nachfragen, ob es sich um den Zeh oder den Finger handelt. Auch hier macht die Vokabel selbst keinen Unterschied
Seltsam, was einem bei der Gluthitze so alles durch den Kopf geht...
Heimlicher Großgrundbesitz soweit das Auge reicht.
Vielmehr geht mein Hirn vor lauter Faulheit wegen chronischer Unterbeschäftigug von selbst auf Wanderschaft.
Zum Beispiel wenn nahezu jeden Nachmittag der in einem Pflegeberuf tätige Neffe von Don Marino hier hochklettert, um den 94jährigen, der nur noch selten aus dem Haus kommt, zu versorgen. Ich finde das großartig, zumal ich die große Sippe vor ein paar Tagen bei Da Maria beim Festessen erleben durfte: lauter gelungene Menschen mit einer Mama als Oberhaupt, die in puncto natürlicher Eleganz und Schönheit sogar Madame Lagarde in den Hintergrund drängen würde.
Alles Erbschleicher sagt die Dorf-Fraktion der anderen - natürlich im Streit lebenden - Verwandtschafts-Sippe, die auch nicht gerade im Ruf steht, das kleinste Fitzelchen an Erbbarem auszulassen. Was umso erstaunlicher ist, da beide Sippen in puncto Haus- und Grundbesitz unschätzbar reich sind. Da passten die ebenfalls enormen Latifundien von Don Marino eben auch noch gut ins Portfolio...
Bei dem kinderlosen Don Marino ist das mit dem Nipote einfach. Er ist also ein Neffe, wie auch der Nipote unserer Seelensammlerin, der sich aber gewiss nicht aus Habsucht so rührend um die Schwester seiner Mutter kümmert. Fabrizio ist einfach so. Es macht ihm auch nichts aus, uns seit Jahren zum gleichen Vorzugspreis mit Öl und eingelegten Oliven zu versorgen. Wir seien seine Marketing-Abteilung, erklärt er.
Aber gerade war Marina mit ihren süßen und lebhaften Enkelchen auf der Piazza. Ihren Nipoti! Und zwar einer Nipota und einem Nipote. So einfach wie hier auf dem Castello mit seinem Nepotismo (Vetternwirtschaft) ist es im Alltagsleben sonst aber nicht, wenn man keinen Einblick in die Familien-Verhältnisse hat.
Wenn einer seinen Dito gebrochen hat, muss man auch nachfragen, ob es sich um den Zeh oder den Finger handelt. Auch hier macht die Vokabel selbst keinen Unterschied
Seltsam, was einem bei der Gluthitze so alles durch den Kopf geht...
Heimlicher Großgrundbesitz soweit das Auge reicht.
Samstag, 22. Juli 2017
Donner-Delirium
Wenn die Welt von Wirrköpfen regiert wird, ist es doch auch kein Wunder, dass sie von wirrem Wetter und sich rächender Natur heimgesucht wird.
Vorgestern musste Nachbar Paul in die Heimat fliegen, weil die Unwetter im Westen Deutschlands seinen Keller überflutet hatten. In der Ägäis wurden die Urlauber von Beben aus den Betten geschüttelt, während Italien von einer Trockenheit heimgesucht wird, die in keinner der alten Aufzeichnungen zu finden ist:
Der Po ohne Wasser, Sizilien seit einem Jahr ohne nennenswerte Niederschläge. Der Impero, unser Tal-Fluss, der im Frühjahr noch Brücken und Autos mit sich riss, besteht nur noch aus ein paar Pfützen.
Nicht nur die Ernte hier ist in Gefahr, sondern die gesamte Wasser-Wirtschaft.
Zum Hohn blitzte es gestern abend über dem Gebirge wie im Stahlgewitter.
Hoffnungsfroh legte ich mich in die Kissen und beobachtete das Spektakel. Im Halbschlaf-Delirium hörte ich sogar den Donner heran rollen, aber das war nur der Doppler-Effekt sich überm Tal begegnender Urlaubsjets: die einen im Landeanflug auf Nizza, die anderen im Steigflug einer feuchteren Heimat entgegen.
Jetzt bleibt nur der unerschütterliche Glaube unserer Seelensammlerin. Im isabellenfarbenen Gewand stand sie an der Fontana, den schweren, vollen Eimer am Arm ohne Protese, zeigte stumm auf alle Zierpflanzen rund um die Piazza und wies dann mit dem gesunden Arm dorthin, von wo Il Signore schon alles richten wird.
Ihr Glaube versetzt Berge. So glaubt sie nämlich, wenn sie im Haus nur das Gratis-Wasser der Gemeinde verbraucht, ein Vorbild des Wassersparens zu sein...
Mein Aquqrell aus vergangenen Tagen: Gewitter über Porto Maurizio
Vorgestern musste Nachbar Paul in die Heimat fliegen, weil die Unwetter im Westen Deutschlands seinen Keller überflutet hatten. In der Ägäis wurden die Urlauber von Beben aus den Betten geschüttelt, während Italien von einer Trockenheit heimgesucht wird, die in keinner der alten Aufzeichnungen zu finden ist:
Der Po ohne Wasser, Sizilien seit einem Jahr ohne nennenswerte Niederschläge. Der Impero, unser Tal-Fluss, der im Frühjahr noch Brücken und Autos mit sich riss, besteht nur noch aus ein paar Pfützen.
Nicht nur die Ernte hier ist in Gefahr, sondern die gesamte Wasser-Wirtschaft.
Zum Hohn blitzte es gestern abend über dem Gebirge wie im Stahlgewitter.
Hoffnungsfroh legte ich mich in die Kissen und beobachtete das Spektakel. Im Halbschlaf-Delirium hörte ich sogar den Donner heran rollen, aber das war nur der Doppler-Effekt sich überm Tal begegnender Urlaubsjets: die einen im Landeanflug auf Nizza, die anderen im Steigflug einer feuchteren Heimat entgegen.
Jetzt bleibt nur der unerschütterliche Glaube unserer Seelensammlerin. Im isabellenfarbenen Gewand stand sie an der Fontana, den schweren, vollen Eimer am Arm ohne Protese, zeigte stumm auf alle Zierpflanzen rund um die Piazza und wies dann mit dem gesunden Arm dorthin, von wo Il Signore schon alles richten wird.
Ihr Glaube versetzt Berge. So glaubt sie nämlich, wenn sie im Haus nur das Gratis-Wasser der Gemeinde verbraucht, ein Vorbild des Wassersparens zu sein...
Mein Aquqrell aus vergangenen Tagen: Gewitter über Porto Maurizio
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