Die schönste Solar-Dusche "Italiana" nützt nichts, wenn das Wasser abgestellt werden muss. Quelle: Vetrina dell'artigiano |
Eine kleine Sintflut in der vergangen Woche, die aus allen Fallrohren sprudelte, hat zumindest den Olivenhainen und Gemüsegärten etwas geholfen. Jeden Morgen bietet sich in der Dämmerung das gleiche Bild: Über dem Tal liegt eine dichte Wolkenschicht, die Hoffnung auf Regen weckt. Aber kaum ist die Sonne über die Bergspitzen gestiegen, ist der Himmel so klar geleckt, dass das ewige Azur zu nerven beginnt.
Der allwissende Nachbar Giovanni erzählt, dass südlich vom Alpenhauptkamm einfach zu wenig Schnee gefallen sei, und die warmen Winde die Bäche und Flüsse zusätzlich austrockneten. Dazu passt der tragische Gletscherbruch an der Marmolada in den Dolomiten. Es lag heuer einfach nie genügend Schnee auf dem Eis.
War das Risiko für die Gletscher-Führe an der Marmolada bei den vorherrschenden Temperaturen zu kalkulieren? Reinhold Messner meint nein. Quelle: bergfuehrerdolomitern.it |
Zwischen dem Mangel an Gas und dem an Wasser scheint ein Wettlauf des Lebens begonnen zu haben. Am Wassermangel zumindest hat Putin keine Schuld. Wohl aber, dass er durch seinen Krieg quasi weltweit die Bemühungen um ein Stopp des Klimawandels empfindlich verzögert.
Es ist klar, dass Italien in Punkto Wasser einen höheren Pro-Kopf-Verbrauch hat. Durchschnittlich liegt der bei 215 Litern. während das übrige Europa ein Mittel von 125 Litern verzeichnet.
Eine neue Herausforderung neben der Beschaffung von Gas wird für Mario Draghi aber auch die baldige Sanierung von unzähligen maroden Wasserleitungen on ganz Italien sein. Hydrologen haben festgestellt, dass manche Zuleitungen auf dem Weg zum Verbraucher bis zu 70 Prozent ungenutzt versickern lassen...
Wenn die Zuflüsse austrocknen, sinkt sogar der Pegel der oberitalienischen Seen drastisch. Hier ein aktuelles Bild von focus.online. Das wäre der Sangone,, einem Zufluss vom Po bei Turin. |
Und dann das auf der anderen Seite der Welt: Die Nobel-Vororte einer meiner Lieblingsstädte, nämlich Sidney, stehen nach für den australischen Winter ungewöhnlich heftigen Regenfällen bis zu anderthalb Meter unter Wasser. Die Bewohner müssen evakuiert werden...
Wer immer noch glaubt, all das zusammen sei nicht der Beginn einer von der Menschheit verursachten globalen Apokalypse, sollte schleunigst "untertauchen".
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